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	<title>Hessen &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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		<title>Neuer Glanz für die alte Bäckerei – die Sanierung eines historischen Gebäudes mit Auszeichnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Mar 2025 09:37:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Neuer Glanz für die alte Bäckerei – die Sanierung eines historischen Gebäudes mit Auszeichnung Das großvolumige Fachwerkgebäude der alten Bäckerei in der Obergasse 11 blickt bereits auf eine lange Vergangenheit zurück. In den 1760er Jahren am Fuße des Burgbergs erbaut, stellt es damals wie heute ein stadtbildprägendes Bauwerk für die Altstadt Felsbergs im Schwalm-Eder-Kreis dar. Seit seiner Zeit als Bäckerei wurde es auf ganz unterschiedliche Weise genutzt, beispielsweise als Tattoo Studio, türkisches Männercafé oder asiatisches Restaurant, bevor es leer stand. Im Jahr 2015 entschieden sich Sonja Clobes-Jacob und ihr Mann Christian Jacob, das historische Fachwerkgebäude zu erwerben, ihm wieder zu altem Glanz zu verhelfen und es langfristig mit neuem Leben zu füllen. Das Ehepaar entschied sich bewusst für ein historisches Gebäude, welches sie denkmalpflegerisch vorbildlich sanierten und einer Mehrfachnutzung zuführten und sich damit gleichzeitig einen langgehegten Traum erfüllten. „Was wir hier natürlich geschaffen haben, ist ein bleibender Wert, der uns noch überleben wird. Es handelt sich um ein Haus von 1769 und das wäre jetzt in sich zusammengefallen.“ (Christian Jacob) „Dann habe ich zu meinem Mann gesagt, lass uns doch das alte Haus kaufen und dann mache ich oben meine Kanzlei rein und unten soll dann das Café rein. Weil, schon als Kind wollte ich gerne ein Café haben.“ (Sonja Clobes-Jacob) Das Café „Einfach nur so“ in der alten Bäckerei (© 2017 Christian Jacob) Sonja Clobes-Jacob und ihr Mann Christian stammen ursprünglich aus Felsberg und kannten deshalb das historische Fachwerkgebäude in der Felsberger Altstadt und seine Geschichte. Beide sind in der Kleinstadt in der Stadt- und Regionalentwicklung aktiv und am Erhalt der Funktionalität Felsbergs, aber auch am Erhalt der historischen Bausubstanz interessiert. Durch ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins wusste Sonja Clobes-Jacob, dass die alte Bäckerei zum Verkauf stand. Zu diesem Zeitpunkt war sie gerade auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für ihre Anwaltskanzlei. Im Juni 2015 fiel deshalb die Entscheidung für den Ankauf der Immobilie. Die Bausubstanz war in einem schlechten Zustand. Im Innenraum fehlten zum Teil tragende Fachwerkelemente, der Gewölbekeller war teilweise einsturzgefährdet und die Außenfassade musste vorübergehend abgestützt werden. „Das Haus war teilweise nur mit Stützen abgestützt und man konnte durchgucken,weil ganz viele Balken verfault waren und es musste ganz viel neu eingezogen werden.“ (Christian Jacob) Seitenansicht des Gebäudes vor &#8230; &#8230; und nach der Sanierung (© 2015/17 Christian Jacob) Trotz des maroden Zustands renovierte das Paar, zum Teil mit einem hohen Einsatz an Eigenleistung, die alte Bäckerei in nur gut einem Jahr. Der Einzug der Kanzlei erfolgte bereits im März 2016. Im Sommer desselben Jahres folgten die Eröffnung des Cafés „Einfach nur so“ im Erdgeschoss des Gebäudes und die Vermietung der Ferienappartements im oberen Geschoss des Hauses. Innenansichten aus dem Treppenaufgang des Hauptgebäudes (© 2017 Christian Jacob) Auch das benachbarte Fachwerkgebäude, in welchem sich heute ein Lädchen für Antiquitäten und das erlebnisgastronomische Restaurant „KontrastReich“ befinden, wurde von ihnen nahezu zeitgleich saniert. Die Fertigstellung erfolgte im November 2017. Lädchen im Nebengebäude (© 2017 Christian Jacob) KontrastReich im Nebengebäude (© 2017 Christian Jacob) Gewölbekeller (© 2017 Christian Jacob) Zwischen Zuschüssen und Eigenmitteln: Wie Eigenleistung und private Gelder die Rettung ermöglichten Die Finanzierung der Sanierung des baufälligen Fachwerkgebäudes stellte eine Herausforderung dar. Den neuen Eigentümer*innen war es wichtig, das historische Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern seinen ursprünglichen Zustand so gut es geht wiederherzustellen. Eine solche denkmalpflegerische Instandsetzung ist zumeist sehr aufwendig, mit erhöhten Baukosten verbunden und erfordert ein hohes Maß an Absprachen mit den entsprechenden Behörden. Vor dem Hintergrund der denkmalgerechten Sanierung wurde das Vorhaben durch die untere Denkmalschutzbehörde in Homberg (Efze) begleitet und mit Kleinförderungen der Denkmalpflege unterstützt. Den wesentlichen Teil der Finanzierung machten jedoch Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramms „Stadtumbau West“ aus (siehe Info-Kasten). Im Jahr 2017 wurden die Bauverantwortlichen für ihre Bemühungen mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Diese Prämierung wurde mit dem Erhalt des Gewölbekellers und der Aufarbeitung der historischen Eingangstür aus dem frühen 19. Jahrhundert begründet. Das Preisgeld stellte einen finanziellen Zuschuss für die Sanierung dar. Historische Eingangstür aus dem frühen 19. Jahrhundert (© 2015/17 Christian Jacob) Stadtumbau West war ein Bund-Länder-Programm, welches sich an Städte und Gemeinden der alten Bundesländer richtete, die vom demografischen und wirtschaftlichen Strukturwandel besonders betroffen sind. In seiner Laufzeit von 2004 bis 2016 wurden in 529 Kommunen mehr als 947 Millionen Euro an Bundesfinanzhilfen zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2017 wurde Stadtumbau West mit seinem Pendant Stadtumbau Ost zum Programm Stadtumbau zusammengelegt. Bis 2019 wurden hierüber in rund 1.120 Kommunen insg. 2.011 Maßnahmen umgesetzt. Seit 2020 werden die Förderziele des Stadtumbaus im Programm „Wachstum und Erneuerung“ weitergeführt, welches zusammen mit den beiden anderen Teilprogrammen „Lebendige Zentren“ und „Sozialer Zusammenhalt“ die aktuelle Städtebauförderung bildet. Träger der Förderung ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Das Ziel dieser Programme der Städtebauförderung war und ist es auch weiterhin, Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf notwendige Anpassungsprozesse vorzubereiten oder auf diese zu reagieren. Eine weitere Säule der Finanzierung bildeten LEADER-Mittel dar. Über die Region Mittleres Fuldatal bewarben sich die Bauverantwortlichen für die Förderung ihres Vorhabens, die alte Bäckerei in der Altstadt Felsbergs wiederzubeleben. Der Antrag stieß auf großen Zuspruch und der Mittelzuschlag wurde schließlich per Beschluss bewilligt. „Das Problem von diesen ganzen Förderprogrammen ist auch, dass das dann so wie mit der Gießkanne ist. Man darf ja keinen ausschließen und dann kriegen sie geringfügige Beträge und können damit nicht wirklich viel machen.“ (Christian Jacob) Laut Christian Jacob deckten die akquirierten Fördermittel zwischen 10 und 15 % des Gesamtvolumens der Sanierung. Der Hauptanteil der Ausgaben wurde aus Eigenmitteln finanziert. Hinzu kamen viele Eigenleistungen bei den Arbeiten am und im Gebäude, was zur zügigen Umsetzung und Kostenersparnis beitrug. Familie, Freunde und Fachleute – das soziale Umfeld als Schlüssel zum Erfolg Die Stadt Felsberg spielte bei der Umsetzung des Vorhabens eine eher untergeordnete Rolle. In erster Linie belief sich die Mithilfe der Stadt auf die Verteilung bzw. Bewilligung der Fördermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“. Die Zuständigkeit der Mittelvergabe obliegt der Stadt und die Bewilligung erfolgte durch einen Ratsbeschluss. Daneben wurde die gute und produktive Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde in Homberg als]]></description>
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									<h3>Neuer Glanz für die alte Bäckerei – die Sanierung eines historischen Gebäudes mit Auszeichnung</h3><p>Das großvolumige Fachwerkgebäude der alten Bäckerei in der Obergasse 11 blickt bereits auf eine lange Vergangenheit zurück. In den 1760er Jahren am Fuße des Burgbergs erbaut, stellt es damals wie heute ein stadtbildprägendes Bauwerk für die Altstadt Felsbergs im Schwalm-Eder-Kreis dar. Seit seiner Zeit als Bäckerei wurde es auf ganz unterschiedliche Weise genutzt, beispielsweise als Tattoo Studio, türkisches Männercafé oder asiatisches Restaurant, bevor es leer stand. Im Jahr 2015 entschieden sich Sonja Clobes-Jacob und ihr Mann Christian Jacob, das historische Fachwerkgebäude zu erwerben, ihm wieder zu altem Glanz zu verhelfen und es langfristig mit neuem Leben zu füllen. Das Ehepaar entschied sich bewusst für ein historisches Gebäude, welches sie denkmalpflegerisch vorbildlich sanierten und einer Mehrfachnutzung zuführten und sich damit gleichzeitig einen langgehegten Traum erfüllten.</p><p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">„Was wir hier natürlich geschaffen haben, ist ein bleibender Wert, <br /></span></em><em><span style="color: #50b428;">der uns noch überleben wird. Es handelt sich um ein Haus von 1769 <br />und das wäre jetzt in sich zusammengefallen.“ <br />(Christian Jacob)</span></em></p><p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">„Dann habe ich zu meinem Mann gesagt, lass uns doch das alte Haus kaufen <br />und dann mache ich oben meine Kanzlei rein und unten soll dann das Café rein. <br />Weil, schon als Kind wollte ich gerne ein Café haben.“ <br />(Sonja Clobes-Jacob)</span></em></p>								</div>
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									<p>Sonja Clobes-Jacob und ihr Mann Christian stammen ursprünglich aus Felsberg und kannten deshalb das historische Fachwerkgebäude in der Felsberger Altstadt und seine Geschichte. Beide sind in der Kleinstadt in der Stadt- und Regionalentwicklung aktiv und am Erhalt der Funktionalität Felsbergs, aber auch am Erhalt der historischen Bausubstanz interessiert. Durch ihre Tätigkeit als Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins wusste Sonja Clobes-Jacob, dass die alte Bäckerei zum Verkauf stand. Zu diesem Zeitpunkt war sie gerade auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für ihre Anwaltskanzlei. Im Juni 2015 fiel deshalb die Entscheidung für den Ankauf der Immobilie.</p>								</div>
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									<h4><strong>Zwischen Zuschüssen und Eigenmitteln: Wie Eigenleistung und private Gelder die Rettung ermöglichten</strong></h4><p>Die Finanzierung der Sanierung des baufälligen Fachwerkgebäudes stellte eine Herausforderung dar. Den neuen Eigentümer*innen war es wichtig, das historische Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern seinen ursprünglichen Zustand so gut es geht wiederherzustellen. Eine solche denkmalpflegerische Instandsetzung ist zumeist sehr aufwendig, mit erhöhten Baukosten verbunden und erfordert ein hohes Maß an Absprachen mit den entsprechenden Behörden. Vor dem Hintergrund der denkmalgerechten Sanierung wurde das Vorhaben durch die untere Denkmalschutzbehörde in Homberg (Efze) begleitet und mit Kleinförderungen der Denkmalpflege unterstützt. Den wesentlichen Teil der Finanzierung machten jedoch Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramms „Stadtumbau West“ aus (siehe Info-Kasten). Im Jahr 2017 wurden die Bauverantwortlichen für ihre Bemühungen mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Diese Prämierung wurde mit dem Erhalt des Gewölbekellers und der Aufarbeitung der historischen Eingangstür aus dem frühen 19. Jahrhundert begründet. Das Preisgeld stellte einen finanziellen Zuschuss für die Sanierung dar.</p>								</div>
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									<p>Stadtumbau West war ein Bund-Länder-Programm, welches sich an Städte und Gemeinden der alten Bundesländer richtete, die vom demografischen und wirtschaftlichen Strukturwandel besonders betroffen sind. In seiner Laufzeit von 2004 bis 2016 wurden in 529 Kommunen mehr als 947 Millionen Euro an Bundesfinanzhilfen zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2017 wurde Stadtumbau West mit seinem Pendant Stadtumbau Ost zum Programm Stadtumbau zusammengelegt. Bis 2019 wurden hierüber in rund 1.120 Kommunen insg. 2.011 Maßnahmen umgesetzt. Seit 2020 werden die Förderziele des Stadtumbaus im Programm „<a href="https://www.staedtebaufoerderung.info/DE/Programme/WachstumNachhaltigeErneuerung/wachstumnachhaltigeerneuerung_node.html" target="_blank" rel="noopener">Wachstum und Erneuerung</a>“ weitergeführt, welches zusammen mit den beiden anderen Teilprogrammen „<a href="https://www.staedtebaufoerderung.info/DE/Programme/LebendigeZentren/lebendigezentren_node.html" target="_blank" rel="noopener">Lebendige Zentren</a>“ und „<a href="https://www.staedtebaufoerderung.info/DE/Programme/SozialerZusammenhalt/sozialerzusammenhalt_node.html" target="_blank" rel="noopener">Sozialer Zusammenhalt</a>“ die aktuelle Städtebauförderung bildet. Träger der Förderung ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Das Ziel dieser Programme der Städtebauförderung war und ist es auch weiterhin, Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf notwendige Anpassungsprozesse vorzubereiten oder auf diese zu reagieren.</p>								</div>
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									<p>Eine weitere Säule der Finanzierung bildeten LEADER-Mittel dar. Über die Region Mittleres Fuldatal bewarben sich die Bauverantwortlichen für die Förderung ihres Vorhabens, die alte Bäckerei in der Altstadt Felsbergs wiederzubeleben. Der Antrag stieß auf großen Zuspruch und der Mittelzuschlag wurde schließlich per Beschluss bewilligt.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das Problem von diesen ganzen Förderprogrammen ist auch, <br />dass das dann so wie mit der Gießkanne ist. Man darf ja keinen ausschließen <br />und dann kriegen sie geringfügige Beträge und <br />können damit nicht wirklich viel machen.“ <br />(</em><em>Christian Jacob)</em></p><p>Laut Christian Jacob deckten die akquirierten Fördermittel zwischen 10 und 15 % des Gesamtvolumens der Sanierung. Der Hauptanteil der Ausgaben wurde aus Eigenmitteln finanziert. Hinzu kamen viele Eigenleistungen bei den Arbeiten am und im Gebäude, was zur zügigen Umsetzung und Kostenersparnis beitrug.</p><h4><strong>Familie, Freunde und Fachleute – das soziale Umfeld als Schlüssel zum Erfolg</strong></h4><p>Die Stadt Felsberg spielte bei der Umsetzung des Vorhabens eine eher untergeordnete Rolle. In erster Linie belief sich die Mithilfe der Stadt auf die Verteilung bzw. Bewilligung der Fördermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau West“. Die Zuständigkeit der Mittelvergabe obliegt der Stadt und die Bewilligung erfolgte durch einen Ratsbeschluss. Daneben wurde die gute und produktive Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde in Homberg als Erfolgsfaktor benannt. Christian Jacob hob vor allem die Bedeutung des mittlerweile verstorbenen Denkmalpflegers Prof. Dr. Peer Zietz – welcher auch eine besondere Rolle bei der Wiederherstellung der Synagoge Felsberg spielte – hervor.</p><p style="text-align: center;"><em>„Aber wer wirklich ein wichtiger Kooperationspartner und <br />großer Unterstützer gewesen ist, das war der ehemalige Denkmalschützer <br />für den Kreis hier, der Professor Zietz, der war super. </em></p><p style="text-align: center;"><em>Auch die von der unteren Denkmalschutzbehörde, die in Homberg <br />für die Anträge zuständig waren, sind auch sehr kooperativ gewesen.“ <br />(Christian Jacob)</em></p><p>Wie bei vielen Projekten der Regionalentwicklung war auch für die Sanierung der alten Bäckerei das Förderprogramm LEADER und die Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement von großer Bedeutung. Marion Karmann, Geschäftsführerin und Regionalmanagerin der LEADER-Region Mittleres Fuldatal, begleitete das Projekt von der Antragstellung bis zur Umsetzung und Abwicklung. Sie betreute und beriet die Bauverantwortlichen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten und unterstützte sie in den einzelnen Projektphasen. Als direkte Ansprechpartnerin für LEADER und Stadtumbau in Hessen informierte sie darüber, welche konkreten Maßnahmen förderfähig sind und welche der Förderungen in Frage kommen. Zudem half sie dabei, den teilweise sehr mühsamen Prozess der Antragstellung zu bewältigen.</p>								</div>
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									<p>Eine bedeutende – wenn nicht sogar die bedeutendste – Rolle spielte das soziale Umfeld des Paares. Familie und Freunde brachten sich sehr stark in den Umbau des Gebäudes mit ein – von der Entrümpelung über Bau- und Renovierungsarbeiten bis hin zur Vermittlung ortsansässiger Handwerker der verschiedenen Gewerke – und sorgten für ein zügiges Vorankommen des Projektes. Insbesondere die eigene Leistung und der starke Antrieb, das Projekt schnell umzusetzen, führten zur Realisierung des Vorhabens innerhalb eines Jahres.</p><p style="text-align: center;"><em>„Also, wir haben hier selber gestrichen, wir haben selber abgerissen <br />und vor allen Dingen haben wir hier selber entmüllt.“<br />(Christian Jacob)</em></p><p>Die Verwurzelung in der Region und die damit verbundenen Beziehungen zu örtlichen Handwerksbetrieben war den Bauverantwortlichen ebenfalls von Nutzen. Diese wichtigen Kontakte und die schnelle Verfügbarkeit von Handwerker*innen sorgten dafür, dass Arbeiten, welche das Ehepaar und die Familie nicht allein leisten konnten, zeitnah erledigt wurden. Insbesondere ein fähiger Zimmermann sorgte schnell dafür, dass die Statik des stellenweise maroden Gebäudes stabilisiert wurde und die Fassade des Gebäudes nicht mehr einsturzgefährdet war.</p><h4><strong>Zwischen anfänglichen Hürden und positiver Entwicklung</strong></h4><p>Der Kauf, die Planung und die Umsetzung der Idee seien anfangs recht blauäugig angegangen worden, erinnert sich Christian Jacob, zumal sich die Unterstützung durch die Stadt Felsberg auf die Beantragung der Städtebauförderung beschränkte. Insbesondere ein engagierter Fürsprecher im Stadtrat, der die übrigen Ratsmitglieder von dem Vorhaben überzeugen konnte, spielte hierbei eine wichtige Rolle.</p><p>Eine weitere Herausforderung, die auch heute noch existiert, liegt in der Schwierigkeit, geeignete Arbeitnehmer*innen für den Betrieb des Cafés zu bekommen und vor allem langfristig zu halten. Insbesondere während und unmittelbar nach der Covid-Pandemie war es schwer, Menschen für die Arbeit in der Gastronomie zu finden. Dazu kommt die unmittelbare Nähe zur Stadt Melsungen, welche mit Firmen wie B. Braun attraktive und lukrativere Arbeitsplätze bietet. Diese Situation hat sich mittlerweile jedoch deutlich entspannt, nachdem zwei Nachbar*innen den Betrieb übernommen haben und das Café nun zuverlässig betreiben. Darüber hinaus führt die Verbundenheit der neuen Betreiber*innen mit der Stadt Felsberg zu positiver Resonanz und steigenden Besucherzahlen des Cafés.</p>								</div>
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									<h4><strong>Mehr als Kaffee und Kuchen: Wie das Café einen Beitrag zum Miteinander leistet</strong></h4><p>Anfängliche Skepsis seitens der Bevölkerung begleitete die Planungs- und Umsetzungsphase des Vorhabens. Das Paar ließ sich dadurch jedoch nicht beirren und verfolgten seine Ziele weiter. Mittlerweile hat sich das Café etabliert und wird von der Felsberger Bevölkerung, aber auch von Menschen von außerhalb, gut genutzt. Durch einzelne Veranstaltungen wird das Angebot erweitert. Dazu zählt insbesondere der jährliche Weihnachtsmarkt im Innenhof des Gebäudes, der einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander in Felsberg leistet. Der Weihnachtsmarkt wird in Kooperation mit zwei anderen Gastronomen realisiert.</p><p style="text-align: center;"><em> „Was bei uns total gut angenommen wird, ist der Weihnachtsmarkt. <br />Also dieser kleine Weihnachtsmarkt, da fragen die Leute das ganze Jahr über:<br />Macht ihr das dieses Jahr wieder?“ <br />(</em><em>Sonja Clobes-Jacob)</em></p><p>Die denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudes, in welchem vormals eine Bäckerei beheimatet war, die Eröffnung des Cafés „Einfach nur so“ und alle weiteren Angebote stehen heute sinnbildlich für eines: Das Festhalten an einem Wunsch oder einer Idee – auch bei aufkommendem Widerstand – zahlt sich aus. Entschlossenheit, die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln und die breite Unterstützung aus dem sozialen Umfeld führten letztlich zum Erfolg. Mit ihrem Café haben die Eheleute einen Ort der Begegnung geschaffen und zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt historischer Baukultur geleistet. Das historische Fachwerkgebäude in der Obergasse ist ein wichtiger Beitrag zur Innenstadtbelebung Felsbergs und soll anderen Bürger*innen als Vorbild dienen, den historischen Ortskern wieder attraktiver werden zu lassen. Kaffee und Kuchen spielen hierbei jedoch auch weiterhin eine bedeutende Rolle!</p>								</div>
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									<h5>Schwalm-Eder-Kreis</h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Ein Beispiel für eine gelungene Wiedernutzung, Bewahrung historischen Erbes und den Erhalt von Baukultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2025 10:18:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Beispiel für eine gelungene Wiedernutzung, Bewahrung historischen Erbes und den Erhalt von Baukultur Die historische Kleinstadt Felsberg im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sie liegt an der Eder und wird von der Felsburg, einer aus dem 11. Jahrhundert stammenden mittelalterlichen Burgruine, überragt, die der Stadt ihren Namen gab. Die Kleinstadt und die Region sind geprägt von Fachwerkhäusern und einer abwechslungsreichen Umgebung, die sowohl für die Bevölkerung als auch für den Tourismus attraktiv sind. Die Mitte des 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil erbaute Synagoge steht im historischen Ortskern von Felsberg, in einer der vielen schmalen Gassen der Kleinstadt. Bevor sie von 2013 bis 2022 leerstand, wurde sie als Gastwirtschaft und später als Restaurant, mit darüber liegenden Wohnräumen, genutzt. In ihren Fenstern spiegelt sich die Felsburg und die evangelische Stadtkirche ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Bei dem Gebäude der alten Synagoge handelt es sich um eines der wenigen und frühesten aus Stein gebauten historischen Gebäude der Stadt. Dies alles macht auf den ersten Blick klar, welche Bedeutung es für den Ort hatte. Hier, in der Ritterstraße 3, haben wir uns mit Christopher Willing, dem ersten Vorsitzenden des Vereins „Rettet die Synagoge Felsberg“ zum Gespräch getroffen. Wir wollten von ihm mehr über die Motivation zur Wiederbelebung der Synagoge und die Erfolgsfaktoren erfahren. Auch über Erschwernisse und Hürden, mit denen während des Prozesses umzugehen war, haben wir gesprochen. Schaffung eines Ortes gelebter jüdischer Geschichte und Kultur Hessen spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Judentums in Deutschland, insbesondere durch das ausgeprägte Landjudentum. Um 1900 existierten hier rund 450 jüdische Gemeinden, etwa ein Drittel aller jüdischen Gemeinden im Deutschen Reich. Diese hohe Dichte geht auf die Einladung des Landgrafen von Hessen-Kassel nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück, um Bevölkerungsverluste auszugleichen. Im ländlichen Raum, etwa in Felsberg, wo Juden bis zu 20 % der Bevölkerung stellten, wurde jüdisches Leben sichtbarer Bestandteil des Alltags in den Gemeinden. Im Vergleich dazu war das Landjudentum in anderen Teilen Deutschlands, etwa im Osten Deutschlands oder in Niedersachsen, nahezu unbekannt, abgesehen von vereinzelten Ausnahmen wie, im Falle von Niedersachsen, in Ostfriesland. Die Synagoge zeugt von der Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Felsberg. Ihre Errichtung war ein Zeichen von Wohlstand, gefördert durch Spenden ausgewanderter Unterstützer*innen. An der Einweihungsfeier im Jahr 1847 nahmen 300 Personen teil, während sich circa 1.000 weitere vor der Synagoge versammelten – beachtlich für eine Kleinstadt dieser Größe, die zu dieser Zeit knapp 200 jüdische Gemeindemitglieder hatte. Nach der Verfolgung und Enteignung der jüdischen Gemeinde im Nationalsozialismus – das Gebäude blieb im Gegensatz zum Innenraum dank des beherzten Eingreifens weniger Anwohner*innen weitgehend unversehrt – begann im Jahr 2007 eine neue Phase: Der geplante Rückkauf des, als Gastronomie genutzten, Gebäudes und die Wiedernutzung der Synagoge als Gebetshaus. Ein erstes Konzept stellte Herr Willing den Vertreter*innen der Stadt im Jahr 2008 vor. Nach der Gründung des Vereins „Rettet die Synagoge Felsberg“ im Jahr 2013 und der Bewilligung von Fördergeldern im darauffolgenden Jahr, kaufte der Verein das Gebäude im Jahr 2016 endgültig an. Der Restaurantbetrieb wurde bereits im Jahr der Vereinsgründung eingestellt, sodass das Gebäude seit 2013 leerstand. Felsberg und angrenzendes Umland Synagoge Felsberg Gedenktafel vor der Synagoge Bauherr und Vereinsvorsitzender Christopher Willing (© 2022 Christopher Willing) „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, das deutsche Judentum erlebbar zu machen und nicht nur auf die zwölf Jahre der NS-Zeit zu reduzieren, sondern die 900-jährige jüdische Geschichte in der Region zu betonen.“ Auf Initiative des Vereins wurde, wie bereits erwähnt, in den Jahren 2007 und 2008 ein umfassendes Konzept entwickelt, das vier Säulen umfasst: Die Gemeinde, den interreligiösen Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen, die jüdische Geschichte in Nordhessen und die denkmalgerechte Wiederherstellung. Nach umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten in den Jahren ab 2016 wurde die Synagoge im Jahr 2022 als Gebets- und Kulturstätte wiedereröffnet. Dies war ein Ereignis von immenser Bedeutung – nicht nur für die kleine Stadt Felsberg, sondern auch für die gesamte Region. Über die religiöse Nutzung hinaus besitzt das Gebäude aufgrund seiner Bauweise im klassizistischen Stil auch kulturelle Bedeutung. Förderung und Engagement als Schlüssel zum Erfolg Der entscheidende Startschuss zur Wiederbelebung der Synagoge fiel 2014, als Fördermittel vom Land Hessen und weiteren Institutionen bewilligt wurden. Mit Unterstützung der Regionalmanagerin der LEADER-Region Mittleres Fuldatal, Marion Karmann, und der Stadt Felsberg als Antragsteller, erhielt der Verein zur Rettung der Synagoge die nötigen Mittel für die Restauration. Die Gründung des Vereins war eine Bedingung, dass Fördermittel ausgezahlt werden konnten. Ein Großspender, dessen Zusage das Vertrauen der Stadt gewann und die Umsetzung erst ermöglichte, sorgte für die zügige Realisierung der Umbaumaßnahmen. Er bestand darauf, dass die Bauarbeiten effizient und ohne Verzögerungen durchgeführt wurden. Ermöglicht wurde dies durch die umfassenden Netzwerke des privaten Förderers und Christopher Willings. Mit einem Gesamtvolumen von 1,35 Millionen Euro, wovon über 800.000 Euro durch Förderungen gedeckt wurden, war die Finanzierung eine komplexe Herausforderung, die dank der Unterstützung vieler Akteur*innen gemeistert werden konnte. Unter anderem unterstützten auch das Innenministerium des Landes Hessen und die Deutsche Stiftung Denkmalpflege das Projekt. Zusätzlich sind mittlerweile über 700.000 Euro an Spendengeldern eingegangen. Diese und weitere Spendengelder sowie kleinere Kulturförderungen und Einnahmen aus Veranstaltungen stellen einen wesentlichen Beitrag zur Deckung laufender Kosten dar. „Nach zwei Jahren hatten wir über 25 Artikel in der HNA über das Projektund was wir alles machen. Das half, einem potenziellen Unterstützer zu zeigen, dass das Projekt läuft. Die Bauhülle reicht ja nicht, wenn es nicht bespielt wird. Der Effekt wird ja nur in Kombination erreicht.“ Besonders beeindruckend war der Einsatz der Ehrenamtlichen, die organisatorische Arbeiten und die Besorgung dringend benötigter Dinge übernahmen, um das Projekt voranzutreiben. Beispielsweise leistete Christopher Willing seine Arbeit als Bauingenieur und Bauherr ehrenamtlich und sorgte dafür, dass die Sanierung auch auf fachlicher Ebene perfekt umgesetzt wurde. Ein wichtiger Aspekt den Zuschlag für die Finanzierung zu erhalten war jedoch eine klare Trennung der Gewerke von ehrenamtlich geleisteter Arbeit. Dies diente auch in der Planung bereits der gezielten Verwendung der Fördermittel. Von der statischen Verstärkung des Dachstuhls bis hin zur Restaurierung der Fassade wurde jedes Detail sorgfältig geplant und umgesetzt. Diese transparente Organisation war essenziell für]]></description>
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									<h3><strong>Ein Beispiel für eine gelungene Wiedernutzung, Bewahrung historischen Erbes und den Erhalt von Baukultur</strong></h3><p>Die historische Kleinstadt Felsberg im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sie liegt an der Eder und wird von der Felsburg, einer aus dem 11. Jahrhundert stammenden mittelalterlichen Burgruine, überragt, die der Stadt ihren Namen gab. Die Kleinstadt und die Region sind geprägt von Fachwerkhäusern und einer abwechslungsreichen Umgebung, die sowohl für die Bevölkerung als auch für den Tourismus attraktiv sind.</p><p>Die Mitte des 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil erbaute Synagoge steht im historischen Ortskern von Felsberg, in einer der vielen schmalen Gassen der Kleinstadt. Bevor sie von 2013 bis 2022 leerstand, wurde sie als Gastwirtschaft und später als Restaurant, mit darüber liegenden Wohnräumen, genutzt. In ihren Fenstern spiegelt sich die Felsburg und die evangelische Stadtkirche ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Bei dem Gebäude der alten Synagoge handelt es sich um eines der wenigen und frühesten aus Stein gebauten historischen Gebäude der Stadt. Dies alles macht auf den ersten Blick klar, welche Bedeutung es für den Ort hatte. Hier, in der Ritterstraße 3, haben wir uns mit Christopher Willing, dem ersten Vorsitzenden des Vereins „Rettet die Synagoge Felsberg“ zum Gespräch getroffen. Wir wollten von ihm mehr über die Motivation zur Wiederbelebung der Synagoge und die Erfolgsfaktoren erfahren. Auch über Erschwernisse und Hürden, mit denen während des Prozesses umzugehen war, haben wir gesprochen.</p><h4><strong>Schaffung eines Ortes gelebter jüdischer Geschichte und Kultur</strong></h4><p>Hessen spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Judentums in Deutschland, insbesondere durch das ausgeprägte Landjudentum. Um 1900 existierten hier rund 450 jüdische Gemeinden, etwa ein Drittel aller jüdischen Gemeinden im Deutschen Reich. Diese hohe Dichte geht auf die Einladung des Landgrafen von Hessen-Kassel nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück, um Bevölkerungsverluste auszugleichen. Im ländlichen Raum, etwa in Felsberg, wo Juden bis zu 20 % der Bevölkerung stellten, wurde jüdisches Leben sichtbarer Bestandteil des Alltags in den Gemeinden. Im Vergleich dazu war das Landjudentum in anderen Teilen Deutschlands, etwa im Osten Deutschlands oder in Niedersachsen, nahezu unbekannt, abgesehen von vereinzelten Ausnahmen wie, im Falle von Niedersachsen, in Ostfriesland.</p><p>Die Synagoge zeugt von der Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Felsberg. Ihre Errichtung war ein Zeichen von Wohlstand, gefördert durch Spenden ausgewanderter Unterstützer*innen. An der Einweihungsfeier im Jahr 1847 nahmen 300 Personen teil, während sich circa 1.000 weitere vor der Synagoge versammelten – beachtlich für eine Kleinstadt dieser Größe, die zu dieser Zeit knapp 200 jüdische Gemeindemitglieder hatte.</p><p>Nach der Verfolgung und Enteignung der jüdischen Gemeinde im Nationalsozialismus – das Gebäude blieb im Gegensatz zum Innenraum dank des beherzten Eingreifens weniger Anwohner*innen weitgehend unversehrt – begann im Jahr 2007 eine neue Phase: Der geplante Rückkauf des, als Gastronomie genutzten, Gebäudes und die Wiedernutzung der Synagoge als Gebetshaus. Ein erstes Konzept stellte Herr Willing den Vertreter*innen der Stadt im Jahr 2008 vor. Nach der Gründung des Vereins „Rettet die Synagoge Felsberg“ im Jahr 2013 und der Bewilligung von Fördergeldern im darauffolgenden Jahr, kaufte der Verein das Gebäude im Jahr 2016 endgültig an. Der Restaurantbetrieb wurde bereits im Jahr der Vereinsgründung eingestellt, sodass das Gebäude seit 2013 leerstand.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">„Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, <br />das deutsche Judentum erlebbar zu machen <br />und nicht nur auf die zwölf Jahre der NS-Zeit zu reduzieren, <br />sondern die 900-jährige jüdische Geschichte in der Region zu betonen.“</span></em></p><p>Auf Initiative des Vereins wurde, wie bereits erwähnt, in den Jahren 2007 und 2008 ein umfassendes Konzept entwickelt, das vier Säulen umfasst: Die Gemeinde, den interreligiösen Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen, die jüdische Geschichte in Nordhessen und die denkmalgerechte Wiederherstellung. Nach umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten in den Jahren ab 2016 wurde die Synagoge im Jahr 2022 als Gebets- und Kulturstätte wiedereröffnet. Dies war ein Ereignis von immenser Bedeutung – nicht nur für die kleine Stadt Felsberg, sondern auch für die gesamte Region. Über die religiöse Nutzung hinaus besitzt das Gebäude aufgrund seiner Bauweise im klassizistischen Stil auch kulturelle Bedeutung.</p><h4>Förderung und Engagement als Schlüssel zum Erfolg</h4><p>Der entscheidende Startschuss zur Wiederbelebung der Synagoge fiel 2014, als Fördermittel vom Land Hessen und weiteren Institutionen bewilligt wurden. Mit Unterstützung der Regionalmanagerin der LEADER-Region Mittleres Fuldatal, Marion Karmann, und der Stadt Felsberg als Antragsteller, erhielt der Verein zur Rettung der Synagoge die nötigen Mittel für die Restauration. Die Gründung des Vereins war eine Bedingung, dass Fördermittel ausgezahlt werden konnten. Ein Großspender, dessen Zusage das Vertrauen der Stadt gewann und die Umsetzung erst ermöglichte, sorgte für die zügige Realisierung der Umbaumaßnahmen. Er bestand darauf, dass die Bauarbeiten effizient und ohne Verzögerungen durchgeführt wurden. Ermöglicht wurde dies durch die umfassenden Netzwerke des privaten Förderers und Christopher Willings.</p>								</div>
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									<p>Mit einem Gesamtvolumen von 1,35 Millionen Euro, wovon über 800.000 Euro durch Förderungen gedeckt wurden, war die Finanzierung eine komplexe Herausforderung, die dank der Unterstützung vieler Akteur*innen gemeistert werden konnte. Unter anderem unterstützten auch das Innenministerium des Landes Hessen und die Deutsche Stiftung Denkmalpflege das Projekt. Zusätzlich sind mittlerweile über 700.000 Euro an Spendengeldern eingegangen. Diese und weitere Spendengelder sowie kleinere Kulturförderungen und Einnahmen aus Veranstaltungen stellen einen wesentlichen Beitrag zur Deckung laufender Kosten dar.</p><p style="text-align: center;"><span style="color: #50b428;"><em>„Nach zwei Jahren hatten wir über 25 Artikel in der HNA über das Projekt<br />und was wir alles machen. Das half, einem potenziellen Unterstützer zu zeigen, <br />dass das Projekt läuft. Die Bauhülle reicht ja nicht, wenn es nicht bespielt wird. <br />Der Effekt wird ja nur in Kombination erreicht.“</em></span></p><p>Besonders beeindruckend war der Einsatz der Ehrenamtlichen, die organisatorische Arbeiten und die Besorgung dringend benötigter Dinge übernahmen, um das Projekt voranzutreiben. Beispielsweise leistete Christopher Willing seine Arbeit als Bauingenieur und Bauherr ehrenamtlich und sorgte dafür, dass die Sanierung auch auf fachlicher Ebene perfekt umgesetzt wurde. Ein wichtiger Aspekt den Zuschlag für die Finanzierung zu erhalten war jedoch eine klare Trennung der Gewerke von ehrenamtlich geleisteter Arbeit. Dies diente auch in der Planung bereits der gezielten Verwendung der Fördermittel. Von der statischen Verstärkung des Dachstuhls bis hin zur Restaurierung der Fassade wurde jedes Detail sorgfältig geplant und umgesetzt. Diese transparente Organisation war essenziell für den Erfolg des Projekts.</p>								</div>
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									<h4><strong>Die Bedeutung des Netzwerks und der Kooperationen für die Synagoge</strong></h4><p style="text-align: center;"><span style="color: #50b428;"><em>„Das Netzwerk muss größer sein als das, <br />was Sie unbedingt brauchen.“</em></span></p><p>Die Bauzeit von 2020 bis 2022 erwies sich unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie als Herausforderung. Dank eines starken Netzwerks und guter Kooperationen konnte das Projekt dennoch erfolgreich umgesetzt werden. Einzelnen Akteur*innen kam dabei eine entscheidende Rolle zu, wie dem mehrfach erwähnten Christopher Willing, der als Diplom-Ingenieur für Siedlungswasserwirtschaft mit der Konzeptionierung und Umsetzung von Projekten bereits vertraut war. Zudem wurde das Projekt durch Architekten, verschiedene Baugewerke, die LEADER-Region Mittleres Fuldatal und die Stadt Felsberg entscheidend unterstützt. Ohne ihren Beitrag wäre das Vorhaben nicht realisierbar gewesen. Unterstützung kam etwa von der Regionalmanagerin Marion Karmann (v. a. in Bezug auf Fördermittel) sowie Prof. Dr. Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Dessen plötzlicher Tod zeigte jedoch, wie schnell sich Bedingungen ändern können und wie wichtig verlässliche Partner sind. Der Erfolg des Projekts beruhte letztlich nicht nur auf fachlicher Kompetenz, sondern vor allem auf Kooperation und Vertrauen. Dies bestätigte sich während des gesamten Prozesses immer wieder.</p>								</div>
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									<h4><strong>Fortschritt nicht ohne Herausforderungen</strong></h4><p>Immer wieder ergaben sich im Laufe der Arbeiten und auch nach der Fertigstellung unerwartete Schwierigkeiten, so zum Beispiel bezüglich der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Die Diskussionen mit Polizei und Stadt über die Sicherheitstechnik waren langwierig, vor allem, da der Einbau einer Schleuse und einer Alarmanlage den Verein vor technische und praktische Herausforderungen stellte. Zudem sorgen die Wartungskosten für die Alarmanlage noch immer für Unsicherheit. Ungeklärt ist nämlich, wer die Kosten in Höhe von 12.000 Euro jährlich für die Wartung der Alarmanlage übernimmt.  </p><p>Auch in anderen Fällen liefen die Dinge nicht immer wie geplant. So vielen die Kosten für das Abschlagen des alten Putzes höher aus als erwartet, weshalb man sich beim Verputzen für einen kostengünstigeren Lehmputz entschied. Bei der Erarbeitung des Wärmekonzepts sahen sich die Planer*innen ebenfalls mit einem Problem konfrontiert. Die eingebaute Wärmepumpe wiederum erwies sich als nicht optimal, was dazu führte, dass im ersten Jahr viele Räume nicht ausreichend geheizt werden konnten. Die Frage nach geeigneten Möbeln für die Bibliothek bereitete ebenfalls Kopfzerbrechen. Ein Schrank aus dem Möbelhaus war keine Option, weil er nicht in den Raum passte und ein passendes Möbelstück zu finden, das auch bezahlbar war, stellte sich als ebenso schwierig heraus. Aber auch weitere innengestalterische Entscheidungen, wie die Gestaltung der Tora-Nische und des Tora-Schreins oder die Abhängung und Gestaltung der Synagogendecke inklusive des dazugehörigen Leuchters stellten kleinere Hürden dar.</p><p>Trotz der Schwierigkeiten konnte das Projekt in allen Bereichen vorankommen und meisterte die Hürden. Besonders bemerkenswert ist, dass keine Zwischenfälle oder größeren Gegenreaktionen aus der Bevölkerung zu verzeichnen waren. Auch die Zusammenarbeit mit der muslimischen Gemeinde verlief positiv, was das Projektteam auch heute noch mit Zufriedenheit erfüllt.</p>								</div>
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									<h4><strong>Große Resonanz und reges Interesse als Lohn für die harte Arbeit</strong></h4><p>Die Wiederbelebung der alten Synagoge hat einen bemerkenswerten Zuspruch gefunden, auch wenn nicht alle von Anfang an überzeugt waren. Während der Eröffnungsfeier im Jahr 2022 berichtete die Stellvertreterin des Landrates, dass sie das Projekt anfangs für unrealistisch gehalten habe, aber nach der Umsetzung tief beeindruckt sei. Diese Wandlung zeigt, wie wichtig die visuelle und atmosphärische Gestaltung des Gebäudes ist. So erschien die Synagoge während der Sanierung nur wie ein Wohnhaus, sodass nun vielfach gefragt wird, ob sie neu gebaut worden sei. Besonders positiv ist die wachsende Zahl von Schulklassen, die das Gebäude besuchen und Führungen nachfragen. Dies verdeutlicht, wie bedeutend das Projekt mittlerweile für die Region geworden ist – auch als Lernort.</p><p style="text-align: center;"><span style="color: #50b428;"><em>„Es gab sehr wohl Leute, die hier drin waren und sagten ‚Mensch, ich habe da mein Bier getrunken und da habe ich gesessen – der Hammer, was ihr da jetzt draus gemacht habt.‘“</em></span></p>								</div>
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									<p>Das Projekt ist jedoch nicht nur eine architektonische, sondern auch eine kulturelle Erfolgsgeschichte. Jährlich werden rund 15 Kulturveranstaltungen für die Gemeinde organisiert, die weitgehend kostenfrei angeboten werden. Diese Veranstaltungen tragen zur kulturellen Vielfalt bei und fördern auch das Gemeinschaftsgefühl. Der Verein hat es geschafft, die Unterstützung der Stadt zu gewinnen, auch wenn es anfangs Bedenken hinsichtlich der Kosten gab. Besonders interessant ist die Wirkung auf das lokale Umfeld. Herr Willing betont, dass durch die Renovierung des Gebäudes auch andere Eigentümer*innen begonnen haben, ihre Häuser zu sanieren und auch weitere Projektideen umgesetzt wurden. Die Restaurierung und Wiedernutzung der Synagoge hat somit einen positiven Dominoeffekt ausgelöst.</p><p>Heute ist die Synagoge nicht nur ein Symbol jüdischer Kultur, sondern steht auch für Gemeinschaft und Engagement. Die denkmalgerechte Restaurierung macht das Gebäude weit über die Grenzen der Kleinstadt hinaus erlebbar. Das Projekt zeigt, wie historische Bauwerke durch neue Nutzungskonzepte wiederbelebt werden können. Die Synagoge ist nicht nur ein Ort für Gottesdienste, sondern ein kultureller Treffpunkt, der Bildung und Begegnung fördert.</p><p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">Die Botschaft des Projektes ist klar: Mit einer starken Vision, langem Atem und der Unterstützung der Gemeinschaft kann der Erhalt historischen Erbes gelingen und die wiedererstandene Synagoge ein Symbol für Integration und den Erhalt jüdischer Geschichte sein.</span></em></p>								</div>
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									<h5>Schwalm-Eder-Kreis</h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Traditionelle Baukultur, regionale Identität und Zukunft – wie Regionalmanagement kulturelles Erbe erhalten und eine Region weiterentwickeln kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 13:44:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesländer]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
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					<description><![CDATA[Traditionelle Baukultur, regionale Identität und Zukunft wie Regionalmanagement kulturelles Erbe erhalten und eine Region weiterentwickeln kann Das Bundesland Hessen hat insgesamt 24 LEADER-Regionen, wovon fünf im Schwalm-Eder-Kreis liegen. Zwei dieser Fördergebiete befinden sich ausschließlich in diesem Landkreis, wohingegen die drei anderen Regionen landkreisübergreifend agieren. Bei der LEADER-Region Mittleres Fuldatal handelt es sich um eines der beiden Fördergebiete, die allein im Schwalm-Eder-Kreis tätig sind. Hier war Marion Karmann insgesamt 16 Jahre als Regionalmanagerin und zuletzt als Geschäftsführerin des Regionalmanagements tätig. Sie stammt aus der Region, weswegen es ihr auch ein persönliches Anliegen ist, die regionale Entwicklung voranzutreiben. „16 Jahre sind eine lange Zeit und man sammelt entsprechende Erfahrungen. Ich weiß, wer mit wem kann oder eben auch nicht. Ich sehe auch die Schwächen der Region, aber auch die Stärken und wo es Potenziale gibt. Von daher ist die Regionalentwicklung für mich nicht nur ein Job, sondern eine gewisse Passion.“ Zu ihrer Tätigkeit kam sie beinahe zufällig, erinnert sich Marion Karmann, die ursprünglich aus der Textilindustrie stammt. Nach einem aufbauenden wirtschaftswissenschaftlichen Studium kam sie mit regionalen Innovationssystemen in Berührung und widmete sich diesen aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit als Regionalmanagerin sah sie die Gelegenheit, ihr bis dahin erworbenes, eher theoretisches Wissen in der Praxis zu vertiefen. „Es hilf ja niemandem weiter, wenn die Ortskerne aussterben und man die Angebote nur noch im Außenbereich hat. Außerdem ist mir persönlich die historische Bausubstanz viel wert. Es ist ja ein Zeugnis für einen Ort und für eine Region, wie die Baukultur gestaltet ist und zugleich ein Zeugnis für die Handwerkskunst.“ Projekte der Innen- und Leerstandsentwicklung gewinnen im Schwalm-Eder-Kreis zunehmend an Bedeutung. Kommunen, aber auch Privatpersonen sind hierfür zunehmend sensibilisiert und versuchen, auch mit der Hilfe des Regionalmanagements, dem Aussterben von Ortskernen entgegenzuwirken. Der Donut-Effekt ist jedoch schon vielerorts im Landkreis zu beobachten. Viele zumeist von historischer Bausubstanz geprägte Ortszentren sind von Leerständen und Verfall gezeichnet. Die Sanierung solcher Gebäude ist oft sehr aufwendig und die engagierten Menschen, die sich solcher Immobilien annehmen, haben aus Sicht der Regionalmanagerin größten Respekt verdient. Das Thema Baukultur und deren Erhalt stellt im Schwalm-Eder-Kreis einen wesentlichen Aspekt der regionalen Entwicklung dar, zumal die traditionelle und oftmals unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz ein Aushängeschild der Region ist. Opulente Fachwerkgebäude oder aufwendige Verschindelungen prägen das baukulturelle Erbe und wirken identitätsstiftend. Die Region Mittleres Fuldatal ist aus dem Zweckverband Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal hervorgegangen. Dieser wurde im Jahr 1998 mit dem Ziel, ein gemeinsames Gewerbegebiet zu entwickeln, gegründet. Mit einem Beschluss der Verbandsversammlung im Jahr 2005 wurde die (kommunale und interkommunale) Innenentwicklung als Entwicklungsziel ergänzt und der Zweckverband bewarb sich auf Förderprogramme. Zwischen 2005 und 2007 wurden das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) und das Regionale Entwicklungskonzept (REK) für den Altkreis Melsungen entwickelt und als Bewerbungsgrundlage genutzt. Eine Besonderheit bei der Konzepterstellung war eine breit angelegte Bürgerbeteiligung, welche die Zielfestlegung der Konzepte maßgeblich beeinflusste. Im Jahr 2009 begann die Umsetzung der ersten LEADER- und Stadtumbauprojekte. In den folgenden Jahren wurden weitere Projekte konzipiert und umgesetzt, Förderquellen diversifiziert und im Jahr 2014 schließlich die Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal gegründet. Im Zeitraum 2008 bis 2022 konnten mit Hilfe des Regionalmanagements insgesamt rund 200 Maßnahmen realisiert werden. Hierfür sind ca. 14,3 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben worden. Der Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal und auch Marion Karmann selbst ist es ein großes Anliegen, das Image der Region und ihrer kleinen und größeren Orte zu stärken. Dass dies nicht immer einfach ist und problemlos gelingt, dessen ist man sich in der Region bewusst. In einer zielgerichteten Ansprache von kommunalen und privaten Akteur*innen und einer gezielten Unterstützung bei der Planung und Umsetzung, vor allem aber bei der Akquise von Fördermitteln, liegt aus Sicht von Marion Karmann der Schlüssel für eine erfolgreiche Regionalentwicklung. Fördergelder für die Anschluss- und Zukunftsfähigkeit: So entwickelt sich die Region Mittleres Fuldatal weiter In den fünf LEADER-Regionen im Schwalm-Eder-Kreis sind in den letzten fünf Jahren ca. 5 bis 6 Millionen Euro aus verschiedenen Förderprogrammen akquiriert worden. Neben der LEADER-Förderung war über einen langen Zeitraum auch das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau in Hessen“ eine wesentliche Bezugsquelle für die Finanzierung von Projekten in der Region. Im Zuge der Diversifizierung der Förderquellen konnten sich Gestalter*innen zusätzlich auf Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Hessischen Dorfentwicklungsprogramm „Dorf hat Zukunft“ bewerben. Das Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ wurde im Jahr 2024 nach einer Laufzeit von insgesamt 16 Jahren beendet. In dieser Zeit wurde in der Region Mittleres Fuldatal ein Umsetzungsvolumen von 7,2 Millionen Euro erzielt. Zu den geförderten Projekten aus dieser Förderung zählen beispielsweise die Synagoge in Felsberg sowie die ebenfalls in Felsberg gelegene alte Bäckerei, in der jetzt das Café „Einfach nur so“ zu finden ist. Weitere Beispiele sind der Bahnhof und das alte Forsthaus in Melsungen sowie Hof Raabe und die Salzmannhalle in Morschen. Nebengebäude des Melsunger Bahnhofs vor &#8230; &#8230; und nach der Sanierung (© Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal) Das alte, sanierungsbedürftige Forsthaus, welches vor seiner Reaktivierung schon lange leer stand, bündelt seit 2011 zahlreiche öffentliche Einrichtungen. Hierzu zählen beispielsweise das Bürgerbüro, das Ordnungsamt oder die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Melsungen. Als interkommunales Dienstleistungszentrum „Am Sand“ leistet das Gebäude, welches in der Nähe des historischen Marktplatzes liegt, einen relevanten Beitrag zur Belebung der Innenstadt und steht sinnbildlich für einen nachhaltigen Umgang mit Leerstand. Durch die Umnutzung des alten Forsthauses, einen neugebauten Anbau und eine gestalterische Aufwertung im Außenbereich ist das 3.000 Quadratmeter große Grundstück nun eine wichtige Verbindung zwischen der historischen Altstadt und dem so genannten „Sandareal“. Hof Raabe in Alt-Morschen vor &#8230; &#8230; und nach der Sanierung durch die Gemeinde (© Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal) Der Hof Raabe liegt im Ortsteil Altmorschen der nordhessischen Gemeinde Morschen. Es handelt sich dabei um ein landwirtschaftliches Ensemble, bestehend aus dem Wohnhaus (Haus Raabe), einem Zwischengebäude und der Scheune, die im Rahmen der Sanierungsarbeiten abgerissen wurde. Entwickelt und reaktiviert worden ist der ehemalige Hof von der Gemeinde Morschen, die sich dem Leerstand annahm, um es für eigene Zwecke umzunutzen. Das Haus Raabe selbst stammt aus dem Jahr 1757 und zählt zu den ortsbildprägenden Gebäuden Altmorschens. Anfang des Jahres 2011 zog das Rathaus]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="20643" class="elementor elementor-20643" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Das Bundesland Hessen hat insgesamt 24 LEADER-Regionen, wovon fünf im Schwalm-Eder-Kreis liegen. Zwei dieser Fördergebiete befinden sich ausschließlich in diesem Landkreis, wohingegen die drei anderen Regionen landkreisübergreifend agieren. Bei der LEADER-Region Mittleres Fuldatal handelt es sich um eines der beiden Fördergebiete, die allein im Schwalm-Eder-Kreis tätig sind. Hier war Marion Karmann insgesamt 16 Jahre als Regionalmanagerin und zuletzt als Geschäftsführerin des Regionalmanagements tätig. Sie stammt aus der Region, weswegen es ihr auch ein persönliches Anliegen ist, die regionale Entwicklung voranzutreiben.</p><p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">„16 Jahre sind eine lange Zeit und man sammelt entsprechende Erfahrungen. Ich weiß, wer mit wem kann oder eben auch nicht. Ich sehe auch die Schwächen der Region, aber auch die Stärken und wo es Potenziale gibt. Von daher ist die Regionalentwicklung für mich nicht nur ein Job, sondern eine gewisse Passion.“</span></em></p><p>Zu ihrer Tätigkeit kam sie beinahe zufällig, erinnert sich Marion Karmann, die ursprünglich aus der Textilindustrie stammt. Nach einem aufbauenden wirtschaftswissenschaftlichen Studium kam sie mit regionalen Innovationssystemen in Berührung und widmete sich diesen aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit als Regionalmanagerin sah sie die Gelegenheit, ihr bis dahin erworbenes, eher theoretisches Wissen in der Praxis zu vertiefen.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Es hilf ja niemandem weiter, wenn die Ortskerne aussterben und man die Angebote nur noch im Außenbereich hat. Außerdem ist mir persönlich die historische Bausubstanz viel wert. Es ist ja ein Zeugnis für einen Ort und für eine Region, wie die Baukultur gestaltet ist und zugleich ein Zeugnis für die Handwerkskunst.“</em></p><p>Projekte der Innen- und Leerstandsentwicklung gewinnen im Schwalm-Eder-Kreis zunehmend an Bedeutung. Kommunen, aber auch Privatpersonen sind hierfür zunehmend sensibilisiert und versuchen, auch mit der Hilfe des Regionalmanagements, dem Aussterben von Ortskernen entgegenzuwirken. Der Donut-Effekt ist jedoch schon vielerorts im Landkreis zu beobachten. Viele zumeist von historischer Bausubstanz geprägte Ortszentren sind von Leerständen und Verfall gezeichnet. Die Sanierung solcher Gebäude ist oft sehr aufwendig und die engagierten Menschen, die sich solcher Immobilien annehmen, haben aus Sicht der Regionalmanagerin größten Respekt verdient. Das Thema Baukultur und deren Erhalt stellt im Schwalm-Eder-Kreis einen wesentlichen Aspekt der regionalen Entwicklung dar, zumal die traditionelle und oftmals unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz ein Aushängeschild der Region ist. Opulente Fachwerkgebäude oder aufwendige Verschindelungen prägen das baukulturelle Erbe und wirken identitätsstiftend.</p>								</div>
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									<p>Die Region Mittleres Fuldatal ist aus dem Zweckverband Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal hervorgegangen. Dieser wurde im Jahr 1998 mit dem Ziel, ein gemeinsames Gewerbegebiet zu entwickeln, gegründet. Mit einem Beschluss der Verbandsversammlung im Jahr 2005 wurde die (kommunale und interkommunale) Innenentwicklung als Entwicklungsziel ergänzt und der Zweckverband bewarb sich auf Förderprogramme. Zwischen 2005 und 2007 wurden das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) und das Regionale Entwicklungskonzept (REK) für den Altkreis Melsungen entwickelt und als Bewerbungsgrundlage genutzt. Eine Besonderheit bei der Konzepterstellung war eine breit angelegte Bürgerbeteiligung, welche die Zielfestlegung der Konzepte maßgeblich beeinflusste. Im Jahr 2009 begann die Umsetzung der ersten LEADER- und Stadtumbauprojekte. In den folgenden Jahren wurden weitere Projekte konzipiert und umgesetzt, Förderquellen diversifiziert und im Jahr 2014 schließlich die Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal gegründet. Im Zeitraum 2008 bis 2022 konnten mit Hilfe des Regionalmanagements insgesamt rund 200 Maßnahmen realisiert werden. Hierfür sind ca. 14,3 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben worden.</p>								</div>
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									<p>Der Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal und auch Marion Karmann selbst ist es ein großes Anliegen, das Image der Region und ihrer kleinen und größeren Orte zu stärken. Dass dies nicht immer einfach ist und problemlos gelingt, dessen ist man sich in der Region bewusst. In einer zielgerichteten Ansprache von kommunalen und privaten Akteur*innen und einer gezielten Unterstützung bei der Planung und Umsetzung, vor allem aber bei der Akquise von Fördermitteln, liegt aus Sicht von Marion Karmann der Schlüssel für eine erfolgreiche Regionalentwicklung.</p><h4><strong>Fördergelder für die Anschluss- und Zukunftsfähigkeit: So entwickelt sich die Region Mittleres Fuldatal weiter</strong></h4><p>In den fünf LEADER-Regionen im Schwalm-Eder-Kreis sind in den letzten fünf Jahren ca. 5 bis 6 Millionen Euro aus verschiedenen Förderprogrammen akquiriert worden.</p>								</div>
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									<p>Das alte, sanierungsbedürftige Forsthaus, welches vor seiner Reaktivierung schon lange leer stand, bündelt seit 2011 zahlreiche öffentliche Einrichtungen. Hierzu zählen beispielsweise das Bürgerbüro, das Ordnungsamt oder die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Melsungen. Als interkommunales Dienstleistungszentrum „Am Sand“ leistet das Gebäude, welches in der Nähe des historischen Marktplatzes liegt, einen relevanten Beitrag zur Belebung der Innenstadt und steht sinnbildlich für einen nachhaltigen Umgang mit Leerstand.</p>								</div>
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									<p>Durch die Umnutzung des alten Forsthauses, einen neugebauten Anbau und eine gestalterische Aufwertung im Außenbereich ist das 3.000 Quadratmeter große Grundstück nun eine wichtige Verbindung zwischen der historischen Altstadt und dem so genannten „Sandareal“.</p>								</div>
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									<p>Der Hof Raabe liegt im Ortsteil Altmorschen der nordhessischen Gemeinde Morschen. Es handelt sich dabei um ein landwirtschaftliches Ensemble, bestehend aus dem Wohnhaus (Haus Raabe), einem Zwischengebäude und der Scheune, die im Rahmen der Sanierungsarbeiten abgerissen wurde.</p>								</div>
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									<p>Entwickelt und reaktiviert worden ist der ehemalige Hof von der Gemeinde Morschen, die sich dem Leerstand annahm, um es für eigene Zwecke umzunutzen. Das Haus Raabe selbst stammt aus dem Jahr 1757 und zählt zu den ortsbildprägenden Gebäuden Altmorschens. Anfang des Jahres 2011 zog das Rathaus der Gemeinde Morschen in das Ensemble ein und füllte es mit neuem Leben.</p>								</div>
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									<p>Bei den Salzmannhallen handelt es sich um ehemalige Industriehallen, die von Leerstand betroffen waren und als Industrie- bzw. Gewerbebrache eine klassische Konversionsfläche darstellten. Die Gemeinde erwarb Teile der Salzmannhallen, um diese gezielt für ihre Zwecke zu entwickeln und umzunutzen. Auf diese Weise wurden neue Standorte für den Bauhof und die Feuerwehr der Gemeinde Morschen geschaffen. Auch das Feuerwehrmuseum zog auf das Gelände und öffnete 2011 wieder seine Türen für Interessierte. Ein weiterer positiver Effekt, den das Vorangehen der Gemeinde hatte, zeigt sich in der Nachnutzung weiterer Teile des Areals durch Privatpersonen. Beispielsweise ist in eine weitere Halle die „Actionhalle Morschen“ eingezogen, in der mittlerweile Lasertag, Paintball und Co. gespielt werden können.</p><p>Eine weitere zentrale Säule neben der Städtebauförderung stellt das LEADER-Programm dar. Hieraus konnten für die Förderperiode von 2023 bis 2027 insgesamt 2,1 Millionen Euro für die Entwicklung der Region Mittleres Fuldatal sichergestellt werden. Diese Summe lässt bereits den Stellenwert der LEADER-Förderung für die regionale Entwicklung erahnen. Insbesondere die kleinen und ländlichen Ortschaften profitieren davon, weil sie von der Städtebauförderung nicht berücksichtigt werden. Dies gestaltet sich auf der Ebene der Kleinstädte jedoch etwas anders, so dass in diesen Kommunen Gelder aus beiden Förderprogrammen akquiriert werden können. Die oben erwähnten historischen Gebäude in Felsberg (<a href="https://leerstand-aktivieren.de/synagoge-felsberg/" target="_blank" rel="noopener">Synagoge</a> und <a href="https://leerstand-aktivieren.de/alte-baeckerei-felsberg/" target="_blank" rel="noopener">Alte Bäckerei</a>) wurden neben Geldern aus dem Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ auch mit LEADER-Mitteln saniert.</p><p style="text-align: center;"><em>„LEADER geht mehr in die Fläche, also auch in die Dörfer. Stadtumbau bezog sich nur auf fünf Städte und Gemeinden, wie zum Beispiel Felsberg. <br />Und LEADER greift jetzt darüber hinaus. Dabei handelt es sich um 61 Stadt- und Ortsteile, die zu gewissen Themen eine Förderung beantragen können.“</em></p><p>Neben den großen Förderprogrammen hob Marion Karmann aber auch die Bedeutung der kleineren Landesförderungen hervor. Insbesondere die Beantragung von Mitteln aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) und das hessische Dorfentwicklungsprogramm „Land hat Zukunft“ seien hier zu erwähnen. Dorfentwicklung findet im Bundesland zumeist auf der Grundlage des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) statt und bietet gerade kleinen Kommunen eine barrierearme Möglichkeit, um Fördermittel zu bekommen oder diese aus gesonderten kommunalen Budgets abzuschöpfen.</p><h4>Regionale Entwicklung im Dialog: Wie das Regionalmanagement auf ein starkes Netzwerk und Beteiligung setzt</h4><p>Marion Karmann betont die ausgesprochen gute Vernetzung mit anderen LEADER-Regionen, wobei sie vor allem die benachbarten Regionen im Schwalm-Eder-Kreis meint. Der Austausch untereinander ist von großer Bedeutung, da die Regionen gemeinsam innerhalb eines Landkreises agieren und Projekte zum Teil gemeinschaftlich anstoßen.</p>								</div>
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									<p>Sie betont jedoch auch, dass das Regionalmanagement selbst, und somit auch sie in persona, für den Landkreis als relevanter Netzwerkpartner anzusehen sind. Folglich gehe es darum, präsent zu sein, kleinere Veranstaltungen oder Netzwerktreffen in der Region zu besuchen und einfach zuzuhören. Es sei wichtig, die Stimmungen wahr- und aufzunehmen. Auf dieser Grundlage könne sie aktiv Impulse setzen. Der Königsweg sei allerdings, dass Projekte aus der Bevölkerung heraus oder zumindest mit Beteiligung der Bürger*innen entstehen. In diesem Zusammenhang führt die Regionalmanagerin aus, dass Projekte deutlich nachhaltiger sind, wenn sie nach dem Bottom-up-Prinzip entstehen und Bürger*innen selbst zu einem wichtigen Bestandteil des Netzwerks werden.</p><p style="text-align: center;"><em>„Unsere regionalen Entwicklungskonzepte, die wir jetzt im Rahmen von LEADER entwickelt haben, sind immer gemeinsam mit Bürgerinitiativen gestaltet worden.“</em></p><p>Generell ist eine gute Vernetzung mit den verschiedenen Akteur*innen der Region von großer Bedeutung. Diese lassen sich auf den unterschiedlichsten Ebenen finden. Hierzu zählen beispielsweise Verantwortliche aus den kommunalen Verwaltungen, aber auch Vereine, Bürgerinitiativen und private Unternehmen.</p><h4>Bürokratie, mangelndes Engagement und Konflikte – Stolpersteine der Regionalentwicklung</h4><p>Die Herausforderungen bei der Arbeit in der regionalen Entwicklung sind mannigfaltig. Als eine bedeutsame Hürde, die nicht zu unterschätzen sei, erwähnt Marion Karmann die Erschwernisse durch den zum Teil sehr hohen bürokratischen Aufwand. Das Regionalmanagement versucht die Antragstellenden, egal ob Kommunen, Privatpersonen oder Unternehmen, auf ihrem Weg zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen. Gerade für kleine ehrenamtlich organisierte Initiativen, Vereine oder private Personen kann der Aufwand bei Antragstellungen für Fördermittel jedoch trotzdem noch zu hoch sein. Marion Karmann ist der Ansicht, dass es hier Mechanismen oder Anpassungen geben müsse, um diese Prozesse und somit auch die Zugänge deutlich zu vereinfachen.</p><p style="text-align: center;"><em>Man darf das ganze Engagement nicht vergessen. Irgendwann ist man fertig mit Bauen, aber das Ganze muss ja auch mit Leben gefüllt werden. Dann gibt es vielleicht noch Konflikte, die müssen gelöst werden, das ist alles nicht ganz trivial. <br />Ich habe größten Respekt vor Kommunen oder Menschen, die sich dem annehmen.“</em></p>								</div>
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									<p> Den Kern der regionalen Entwicklung, besonders in ländlichen Räumen, stellen die Menschen dar, die sich auf den Weg machen und Projekte initiieren. Menschen zu finden, die zu Gestalter*innen in ihrer Ortschaft und ihrer Region werden, wird jedoch zunehmend schwieriger. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, diese engagierten Personen zu halten und auch immer wieder zu motivieren, ihre Ziele konstant weiter zu verfolgen. Die Verstetigung von Projekten sowie mögliche Anschlussfinanzierungen stellen die Verantwortlichen häufig vor große Herausforderungen und verlangen ihnen ein hohes Maß an Durchhaltevermögen ab.</p><p>Nach Einschätzung von Marion Karmann ist in vielen ländlichen Regionen und auch im Schwalm-Eder-Kreis ein zunehmender Mangel an ehrenamtlichem Engagement zu verzeichnen. Dieser könne zum Teil damit begründet werden, dass potenzielle Gestalter*innen ihren Grad an Selbstwirksamkeit nur schwer einschätzen können und sich aufgrund der Annahme, nicht wirklich etwas für ihre Region erreichen zu können, nicht engagieren. Damit würde ein gewisses Potenzial ungenutzt bleiben, weshalb gerade diese Personen identifiziert, angesprochen und beraten werden müssten. Das direkte Ansprechen, Motivieren und Mutmachen ist jedoch für das Regionalmanagement nur schwer zu leisten. Es bedarf hier eines großflächigen Netzwerks an Akteur*innen, die eben diese Gruppe der potenziellen Gestalter*innen, die sich noch nicht trauen, ein Projekt umzusetzen, an Marion Karmann und ihre Kolleg*innen vermitteln.</p>								</div>
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									<h4>Engagement für die Region: Die Rolle des Regionalmanagements für den Schwalm-Eder-Kreis</h4><p>Das Regionalmanagement stellt für den Schwalm-Eder-Kreis seit vielen Jahren eine bedeutende Konstante für die regionale Entwicklung der Region dar. Messbar ist dies an der Anzahl der bisher umgesetzten Vorhaben und der akquirierten Fördermittel, wofür der persönliche Einsatz von Marion Karmann in ihrer Tätigkeit als Regionalmanagerin mitverantwortlich ist. Diese Art von Engagement – oftmals auch über das eigentliche Tätigkeitsprofil hinausgehend – sowie ein gewisses Maß an Verbundenheit mit der Region führen zu spürbaren Erfolgen in der Regionalentwicklung. Das Regionalmanagement hält die Fäden zusammen und ist eine zentrale Instanz, wenn es darum geht, Handlungsfelder und Entwicklungsziele mit konkreten Projekten zu unterlegen. Dies gilt auch und besonders für die nachhaltige Entwicklung von (ländlichen) Ortskernen, wobei die Reaktivierung von leerstehenden Gebäuden und Brachflächen ein wichtiger Baustein ist. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es dafür einige gelungene Beispiele.</p><p>Ein weiterer Punkt ist das mögliche Auftreten von Konflikten oder Gegenreaktionen – etwas, das auch Marion Karmann in ihrer langjährigen Tätigkeit des Öfteren begegnet ist. In der richtigen Kommunikation ihrer Meinung nach der Schlüssel zur Lösung. Verhärtete Konflikte könne man mit einer Mediation begegnen, um auf diesem Weg zumindest gemeinsam eine Kompromisslösung zu erarbeiten. In jedem Fall stellen solche Schwierigkeiten eine zusätzliche Belastung dar, welcher sich Projektverantwortliche oftmals ausgesetzt sehen. Aktive Beteiligungsprozesse, auch auf der Ebene privater Projekte, können dazu beitragen, der Entstehung von Konflikten frühzeitig entgegenzuwirken.</p>								</div>
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									<h5>Schwalm-Eder-Kreis</h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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