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	<title>Niedersachsen &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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		<title>Kooperatives Konzept zur Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen im Landkreis Northeim</title>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2025 09:37:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kooperatives Konzept zur Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen im Landkreis Northeim Kreis und Gemeinden nehmen „Lupenräume“ gemeinsam in den Blick Bei einem Besuch beim Landkreis Northeim lieferten uns Julia Gogrewe und Alexander Schramm spannende Einblicke, auf welche Art und Weise der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen das Thema der Innenentwicklung in den Blick nimmt und die Aktivierung von Potentialflächen organisieren will. Julia Gogrewe ist gelernte Bauzeichnerin, studierte im Anschluss Architektur und ergänzte ihre Ausbildung durch einen Abschluss im Studiengang Städtebau. Sie arbeitete in freien Architektur- und Planungsbüros und absolvierte zudem das Städtebaureferendariat beim Land Nordrhein-Westfalen Danach übernahm sie verschiedene kommunale Leitungspositionen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit Februar 2021 ist sie Dezernentin für Bauen und Umwelt beim Landkreis Northeim. Ihr Kollege Alexander Schramm ist ebenfalls seit 2021 beim Landkreis beschäftigt. Hier war er anfangs noch im Bereich Straßenverkehr und Mobilität mit dem Schwerpunkt auf den öffentlichen Personennahverkehr tätig, bevor er im September 2022 zum internen Fördermanagement wechselte. Er ist studierter Geograf und hat im Anschluss einen Master in Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung absolviert. Seit November 2024 ist er mit dem Projekt „Interkommunales Projekt- und Fördermanagement Aktive Innenentwicklung“ befasst. „Dem Thema Leerstand wollten wir uns zu Beginn des Projekts gemeinsam mit den Städten und Gemeinden intensiver widmen, haben aber schnell gemerkt, dass wir uns damit aufgrund der Berücksichtigung des Datenschutzes verheben. Wir wollten mit den vorhandenen Personalressourcen gemeinsam Erfolge erzielen und der Politik den Mehrwert von Innenentwicklung vor Außenentwicklung durch konkrete Konzepte und anschließende Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen aufzeigen. Es wurde deutlich, dass die Erhebung und Beseitigung von Leerständen eine aufwendige Daueraufgabe darstellt, der wir uns personell (noch) nicht stellen konnten.“ (Julia Gogrewe) Motiviert durch eine Teilnahme an der Förderinitiative „Aktive Regionalentwicklung“ als Teil des Bundesprogramms „Region gestalten“ nahm der Landkreis Northeim bei der Erstellung eines Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) das Thema Innenentwicklung gezielt in den Blick. Die Leerstandsthematik wird bei der Innenentwicklung stets mitberücksichtigt, stellt aber nicht den Kerninhalt des SREK dar. Bei der genauen Betrachtung der identifizierten Entwicklungspotenziale fällt aber auf, dass Innenentwicklung und die Aktivierung von minder- und untergenutzten Flächen sowie Leerstand oft Hand in Hand gehen. Eine gezieltere Betrachtung leerstehender Gebäude und den bedarfsgerechten Umgang damit verliert der Landkreis zusammen mit den Städten und Gemeinden nicht aus den Augen und arbeitet gemeinsam an praktikablen sowie nachhaltigen Lösungen. Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Modellvorhaben sowie Einblicke in die aktuelle Arbeit gewährten uns Julia Gogrewe und Alexander Schramm in einem Interview. Leiterin des Dezernats Bauen und Umwelt Julia Gogrewe und Mitarbeiter im Fachbereich Kreis- und Regionalentwicklung Alexander Schramm im Kreishaus Northeim Das Bundesprogramm „Regionen gestalten“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ging im Jahr 2019 an den Start. Das Ziel war und ist: Regionen nachhaltig und zukunftsstark zu entwickeln und regionale Disparitäten abzubauen. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) förderte das BMWSB verschiedene Modellregionen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Ein Überblick über die geförderten Modellregionen und Vorhaben befindet sich auf der Webseite von „Region gestalten“. Für den Landkreis Northeim sind insbesondere die Förderinitiativen „Aktive Regionalentwicklung“ und „Absorptionsfähigkeit stärken“ von Bedeutung. Das Modellvorhaben „Aktive Regionalentwicklung“ wurde von 2021 bis 2024 in 16 Modellregionen durchgeführt. Adressiert waren insbesondere strukturschwache ländliche Räume. Das Ziel des Modellvorhabens war es, regionale Akteur*innen der Regionalplanung und -entwicklung stärker zu vernetzen, regionale Kooperationen zu identifizieren und zu stärken, spezifische Bedarfe der Region zu erkennen und sie mit Hilfe der Entwicklung eines Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) gezielt zu einem Teil der regionalen Agenda zu machen. Basierend auf dem Modellvorhaben startete die aufbauende Förderinitiative „Absorptionsfähigkeit stärken“ mit einer Laufzeit von 2024 bis 2027. Der Kerninhalt liegt im Aufbau einer effizienten Fördermanagementstruktur in der Region und somit in der Gewährleistung der Umsetzung des Strategischen Regionalen Operativen Programms (SROP), das im Zuge des Förderlaufzeitraums von jeder teilnehmenden Region erstellt werden muss. Hierbei handelt es sich um die konkreten Handlungsansätze und Maßnahmen, die sich aus den Inhalten des SREK ableiten lassen. Erfahrungen und Erkenntnisse aus den beiden Modellvorhaben Wie Julia Gogrewe berichtete, befindet sich der Landkreis Northeim hinsichtlich der regionalen Entwicklung derzeit in einem Prozess der Neuausrichtung und Konzeptionierung. Dies zeigt sich vor allem in der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) und der erstmaligen Erstellung eines Wohnraumversorgungskonzeptes. Da kam das Modellvorhaben „Aktive Regionalentwicklung“ gerade zur richtigen Zeit. Mit der Entwicklung und Formulierung des SREK konnte sich der Landkreis Northeim bereits neu justieren und Handlungsperspektiven über einen längeren Zeitraum schaffen. Den Kern des SREK bildete die Identifizierung von Innenentwicklungspotenzialen im Landkreis, die in ein kreisweites digitales Innenentwicklungskataster überführt wurden. Demnach verfügt der Landkreis über 324 Hektar an Flächenpotenzial für die Innenentwicklung in Bebauungsplänen und innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Bei relativer Betrachtung bezogen auf die Einwohnerzahl haben nicht die Mittelzentren das größte Potenzial, sondern die kleineren Kommunen. Diese Arbeit erfolgte nach der Gründung des Steuerungsgremiums, in welchem u.a. Vertreter*innen aller Kommunen des Landkreises aktiv mitarbeiten. All dies führte neben der Sensibilisierung der kommunalen Akteur*innen für die Bedeutung der Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu einem aktiven interkommunalen Innenentwicklungsmanagement für den Landkreis Northeim. Die Nutzung des Katasters befähigt die Kommunen zu qualifizierten Aussagen über einzelne Flächen und beschleunigt sowie verbessert somit die Beratung von Kauf- und Bauwilligen. Aus dem Kataster gehen zudem die sog. „Lupenräume“ hervor, die gemeinsam mit den jeweiligen Städten und Gemeinden identifiziert wurden. Für diese Potenzialflächen gilt die Prämisse, diese bedarfsorientiert und zukunftsfähig zu entwickeln. Die für diese Flächen seitens eines begleitenden Planungsbüros entworfenen Konzeptskizzen beinhalten zumeist die Themen Wohnen, Pflege und Schaffung von Freiraumqualitäten. Insbesondere barrierefreier, oftmals gemeinschaftlich orientierter Wohnraum mit Umfeld- sowie Aufenthaltsqualität soll als Entwicklungsziel im Fokus stehen. Dadurch können Umzugsketten angestoßen werden, was zur Freisetzung von Bestandsimmobilien führt. Dies wiederum kann den Landkreis attraktiver machen, insbesondere für Familien und „Rückkehrer“. Ein Maßnahmenvorschlag aus dem Wohnraumversorgungskonzept ist es, dass auf Ebene der Kommunen – gegebenenfalls auch interkommunal organisiert – ein Innenentwicklungs- und Sanierungsmanagement aufgebaut und etabliert wird. Die Vermeidung von dauerhaftem Leerstand und die Entwicklung von Aktivierungsstrategien für die erfassten Potenzialflächen sowie die Beratung von Eigentümern soll hierbei das Ziel sein. 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									<h3><strong>Kooperatives Konzept zur Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen im Landkreis Northeim</strong></h3><h4>Kreis und Gemeinden nehmen „Lupenräume“ gemeinsam in den Blick</h4><p>Bei einem Besuch beim Landkreis Northeim lieferten uns Julia Gogrewe und Alexander Schramm spannende Einblicke, auf welche Art und Weise der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen das Thema der Innenentwicklung in den Blick nimmt und die Aktivierung von Potentialflächen organisieren will. Julia Gogrewe ist gelernte Bauzeichnerin, studierte im Anschluss Architektur und ergänzte ihre Ausbildung durch einen Abschluss im Studiengang Städtebau. Sie arbeitete in freien Architektur- und Planungsbüros und absolvierte zudem das Städtebaureferendariat beim Land Nordrhein-Westfalen Danach übernahm sie verschiedene kommunale Leitungspositionen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit Februar 2021 ist sie Dezernentin für Bauen und Umwelt beim Landkreis Northeim. Ihr Kollege Alexander Schramm ist ebenfalls seit 2021 beim Landkreis beschäftigt. Hier war er anfangs noch im Bereich Straßenverkehr und Mobilität mit dem Schwerpunkt auf den öffentlichen Personennahverkehr tätig, bevor er im September 2022 zum internen Fördermanagement wechselte. Er ist studierter Geograf und hat im Anschluss einen Master in Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung absolviert. Seit November 2024 ist er mit dem Projekt „Interkommunales Projekt- und Fördermanagement Aktive Innenentwicklung“ befasst.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Dem Thema Leerstand wollten wir uns zu Beginn des Projekts <br />gemeinsam mit den Städten und Gemeinden intensiver widmen, <br />haben aber schnell gemerkt, dass wir uns damit aufgrund <br />der Berücksichtigung des Datenschutzes verheben. <br /></em></p><p style="text-align: center;"><em>Wir wollten mit den vorhandenen Personalressourcen gemeinsam <br />Erfolge erzielen und der Politik den Mehrwert von Innenentwicklung <br />vor Außenentwicklung durch konkrete Konzepte und anschließende <br />Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen aufzeigen. </em></p><p style="text-align: center;"><em>Es wurde deutlich, dass die Erhebung und Beseitigung <br />von Leerständen eine aufwendige Daueraufgabe darstellt, <br />der wir uns personell (noch) nicht stellen konnten.“ <br />(</em><em>Julia Gogrewe)</em></p><p>Motiviert durch eine Teilnahme an der Förderinitiative „Aktive Regionalentwicklung“ als Teil des Bundesprogramms „Region gestalten“ nahm der Landkreis Northeim bei der Erstellung eines Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) das Thema Innenentwicklung gezielt in den Blick. Die Leerstandsthematik wird bei der Innenentwicklung stets mitberücksichtigt, stellt aber nicht den Kerninhalt des SREK dar. Bei der genauen Betrachtung der identifizierten Entwicklungspotenziale fällt aber auf, dass Innenentwicklung und die Aktivierung von minder- und untergenutzten Flächen sowie Leerstand oft Hand in Hand gehen. Eine gezieltere Betrachtung leerstehender Gebäude und den bedarfsgerechten Umgang damit verliert der Landkreis zusammen mit den Städten und Gemeinden nicht aus den Augen und arbeitet gemeinsam an praktikablen sowie nachhaltigen Lösungen. Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Modellvorhaben sowie Einblicke in die aktuelle Arbeit gewährten uns Julia Gogrewe und Alexander Schramm in einem Interview.</p>								</div>
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									<p>Das Bundesprogramm „Regionen gestalten“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ging im Jahr 2019 an den Start. Das Ziel war und ist: Regionen nachhaltig und zukunftsstark zu entwickeln und regionale Disparitäten abzubauen. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) förderte das BMWSB verschiedene Modellregionen in ganz Deutschland mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Ein Überblick über die geförderten Modellregionen und Vorhaben befindet sich auf der Webseite von <a href="https://www.region-gestalten.bund.de/Region/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener">„Region gestalten“</a>.</p><p>Für den Landkreis Northeim sind insbesondere die Förderinitiativen „Aktive Regionalentwicklung“ und „Absorptionsfähigkeit stärken“ von Bedeutung. Das Modellvorhaben <a href="https://www.region-gestalten.bund.de/Region/DE/vorhaben/aktive-regionalentwicklung/_node.html" target="_blank" rel="noopener">„Aktive Regionalentwicklung“</a> wurde von 2021 bis 2024 in 16 Modellregionen durchgeführt. Adressiert waren insbesondere strukturschwache ländliche Räume. Das Ziel des Modellvorhabens war es, regionale Akteur*innen der Regionalplanung und -entwicklung stärker zu vernetzen, regionale Kooperationen zu identifizieren und zu stärken, spezifische Bedarfe der Region zu erkennen und sie mit Hilfe der Entwicklung eines Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) gezielt zu einem Teil der regionalen Agenda zu machen.</p><p>Basierend auf dem Modellvorhaben startete die aufbauende Förderinitiative <a href="https://www.region-gestalten.bund.de/Region/DE/vorhaben/Absorption/_node.html" target="_blank" rel="noopener">„Absorptionsfähigkeit stärken“</a> mit einer Laufzeit von 2024 bis 2027. Der Kerninhalt liegt im Aufbau einer effizienten Fördermanagementstruktur in der Region und somit in der Gewährleistung der Umsetzung des Strategischen Regionalen Operativen Programms (SROP), das im Zuge des Förderlaufzeitraums von jeder teilnehmenden Region erstellt werden muss. Hierbei handelt es sich um die konkreten Handlungsansätze und Maßnahmen, die sich aus den Inhalten des SREK ableiten lassen.</p>								</div>
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									<h4>Erfahrungen und Erkenntnisse aus den beiden Modellvorhaben</h4><p>Wie Julia Gogrewe berichtete, befindet sich der Landkreis Northeim hinsichtlich der regionalen Entwicklung derzeit in einem Prozess der Neuausrichtung und Konzeptionierung. Dies zeigt sich vor allem in der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) und der erstmaligen Erstellung eines Wohnraumversorgungskonzeptes. Da kam das Modellvorhaben „Aktive Regionalentwicklung“ gerade zur richtigen Zeit. Mit der Entwicklung und Formulierung des SREK konnte sich der Landkreis Northeim bereits neu justieren und Handlungsperspektiven über einen längeren Zeitraum schaffen.</p><p>Den Kern des SREK bildete die Identifizierung von Innenentwicklungspotenzialen im Landkreis, die in ein kreisweites digitales Innenentwicklungskataster überführt wurden. Demnach verfügt der Landkreis über 324 Hektar an Flächenpotenzial für die Innenentwicklung in Bebauungsplänen und innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile. Bei relativer Betrachtung bezogen auf die Einwohnerzahl haben nicht die Mittelzentren das größte Potenzial, sondern die kleineren Kommunen. Diese Arbeit erfolgte nach der Gründung des Steuerungsgremiums, in welchem u.a. Vertreter*innen aller Kommunen des Landkreises aktiv mitarbeiten. All dies führte neben der Sensibilisierung der kommunalen Akteur*innen für die Bedeutung der Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu einem aktiven interkommunalen Innenentwicklungsmanagement für den Landkreis Northeim.</p><p>Die Nutzung des Katasters befähigt die Kommunen zu qualifizierten Aussagen über einzelne Flächen und beschleunigt sowie verbessert somit die Beratung von Kauf- und Bauwilligen. Aus dem Kataster gehen zudem die sog. „Lupenräume“ hervor, die gemeinsam mit den jeweiligen Städten und Gemeinden identifiziert wurden. Für diese Potenzialflächen gilt die Prämisse, diese bedarfsorientiert und zukunftsfähig zu entwickeln. Die für diese Flächen seitens eines begleitenden Planungsbüros entworfenen Konzeptskizzen beinhalten zumeist die Themen Wohnen, Pflege und Schaffung von Freiraumqualitäten. Insbesondere barrierefreier, oftmals gemeinschaftlich orientierter Wohnraum mit Umfeld- sowie Aufenthaltsqualität soll als Entwicklungsziel im Fokus stehen. Dadurch können Umzugsketten angestoßen werden, was zur Freisetzung von Bestandsimmobilien führt. Dies wiederum kann den Landkreis attraktiver machen, insbesondere für Familien und „Rückkehrer“.</p>								</div>
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									<p>Ein Maßnahmenvorschlag aus dem Wohnraumversorgungskonzept ist es, dass auf Ebene der Kommunen – gegebenenfalls auch interkommunal organisiert – ein Innenentwicklungs- und Sanierungsmanagement aufgebaut und etabliert wird. Die Vermeidung von dauerhaftem Leerstand und die Entwicklung von Aktivierungsstrategien für die erfassten Potenzialflächen sowie die Beratung von Eigentümern soll hierbei das Ziel sein.</p><h4>Entwicklungspotenziale im Landkreis Northeim – „Lupenräume“ zur Verdeutlichung der Möglichkeiten und Chancen von Innenentwicklung</h4><p>Anhand des Innenentwicklungskatasters sind zunächst 16 „Lupenräume“ im Landkreis Northeim identifiziert worden. Hierbei handelt es sich um Brachflächen im Innenbereich mit und ohne Gebäudebestand, die sich für die Entwicklung von Nachnutzungs- und Umnutzungskonzepten besonders gut eignen und für den jeweiligen Ort von Bedeutung sind sowie durch eine passende Konzeption eine positive Strahlkraft für diesen entfalten können. Im SREK wurden schließlich 13 Lupenräume benannt, wovon zehn einen Schwerpunkt auf die Schaffung von Wohnraum legen. Zu den Lupenräumen zählen beispielsweise ehemalige Gewerbe- und Industriegelände, wie das Lokschuppenareal in Northeim oder die alte Käserei in Bodenfelde. Aber auch öffentliche Flächen, wie das ehemalige Schulgelände in Düderode oder landwirtschaftliche innerörtliche Brachflächen, wie in etwa in Katlenburg-Lindau, sind als Lupenräume ausgewählt worden. Die Entwicklung der minder- und oder untergenutzten Gebäude und Flächen soll im aktuellen Modellvorhaben „Absorptionsfähigkeit stärken“ vorangebracht werden. Die erstellten Konzeptskizzen wurden in jeder Kommune der Politik sowie den Eigentümer*innen – vielfach zunächst in nichtöffentlichen Sitzungen und Besprechungen – inklusive möglicher Förderzugänge vor- und der Mehrwert bei einer dementsprechenden Entwicklung dargestellt. Die Gemeinsamkeit aller Lupenräume liegt darin, dass sie sich im Innenbereich der jeweiligen Kommunen befinden. Um eine genauere Vorstellung zu bekommen, werden im Folgenden vier Lupenräume und deren Entwicklungsmöglichkeiten näher erläutert.</p>								</div>
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									<h4>Neue Pläne für die alte Käserei in Bodenfelde</h4><p>Bei der ehemaligen Käserei Zitzke und Mascher handelt es sich um eine Gewerbebrache in der Nähe des Bodenfelder Bahnhofs. Von der örtlichen Bevölkerung wird der Komplex mittlerweile als „vernachlässigter Schandfleck“ wahrgenommen; dennoch bietet er ein enormes Potenzial für die Nach- oder Neunutzung. Zudem hat dessen Geschichte eine identitätsstiftende Funktion für die Menschen und den Ort Bodenfelde.</p><p>Vorstellbar ist, dass eine neue, lebendige Ortsmitte entsteht. Das entsprechende Konzept beinhaltet in einem Teil der Bestandsgebäude gastronomische, kulturelle und touristische Nutzungen und angrenzend als Nachnutzung nach Abriss ein neues Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen und qualitätsvollen Freiräumen. So könnten im Bestand zum Beispiel ein (Mitmach-)Museum, die Beherbergung von Tourist*innen und eine (Event-)Gastronomie entstehen. Das Gelände ist in Privatbesitz. Da dieser kein Entwicklungsinteresse hat, müsste auf Basis des Konzeptes ein Käufer und Investor gefunden werden. Hierfür ist eventuell ein kommunaler Zwischenerwerb und eine anschließende Konzeptvergabe der denkbare Weg.</p>								</div>
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									<h4>Ideen für gemeinschaftliches Wohnen am ehemaligen Schulstandort Düderode</h4><p>Im kleinen Ort Düderode befindet sich gegenüber dem Kindergarten ein brachliegendes Grundstück mit bereits an die Gemeinde veräußerter und von örtlichen Vereinen genutzter Sporthalle. Bei dem ehemaligen Schulstandort handelt es sich ebenso wie in Bodenfelde um einen der „Lupenräume“, welcher den Schwerpunkt auf die Schaffung von Wohnraum legt.</p><p>Das Gelände soll als gemeinschaftliches Wohnquartier mit multifunktionalen Gemeinschaftsflächen (innen wie außen) entwickelt werden. Durch die unmittelbare Nähe zum Kindergarten und die ruhigere Ortsrandlage bietet sich der Standort insbesondere für jüngere Familien aber auch für ein generationenübergreifendes Wohnkonzept an. Das Gelände befindet sich in Besitz des Landkreises und soll über eine Konzeptausschreibung an einen Investor vergeben werden.</p>								</div>
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									<h4>Von der landwirtschaftlichen Brachfläche zum Lebensquartier – Pläne für Katlenburg-Lindau</h4><p>Beim „Lupenraum“ in Katlenburg-Lindau handelt es sich um eine ehemalige landwirtschaftliche Fläche mit zwei Betriebsgebäuden im Privatbesitz. Das Gelände liegt mitten im Ort in der Nähe des Bahnhofs. Zudem befinden sich die Gemeindeverwaltung und Nahversorgungsangebote in fußläufiger Entfernung.</p><p>Das bisherige Konzept sieht vor, eine Begegnungsstätte und Einrichtung für Intensiv- und Palliativpflege zu errichten. Zusätzlich soll ein Mobilitätshub entstehen. Zudem soll ein Mehrgenerationen-Wohnquartier geschaffen werden. Vorgesehen ist eine Mischung aus Service- und Pflegewohnen sowie aus individuellem Wohnraum. In diesem Fall hat die Kommune bereits von ihrem geltenden Recht Gebrauch gemacht und eine Veränderungssperre für das Gelände verhängt. Mit diesem planungsrechtlichen Instrument hat sich die Gemeinde dahingehend abgesichert, dass keine – dem städtebaulichen Willen und Konzept der Gemeinde entgegenstehende Nutzung – beispielsweise durch einen Discounter – realisiert wird.</p>								</div>
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									<h4>Nachnutzung öffentlicher Gebäude in Nörten-Hardenberg – Konzepte für Bauhof und Feuerwehr im Eckartsweg</h4><p>Der Eckhartsweg in Nörten-Hardenberg ist eine typische von Mischnutzung geprägte innerstädtische Fläche. Hier sind neben Wohn- und Gewerbegebäuden auch die Feuerwehr und der kommunale Bauhof angesiedelt. Die Feuerwehr soll in naher Zukunft an einen neuen Standort verlegt werden, wodurch der derzeitige Gebäudekomplex leer stehen und neugenutzt werden soll. Je nach Nachnutzungskonzeption ist auch die Umsiedlung des Bauhofs denkbar.</p><p>Geplant ist eine Nachnutzung der Bestandsgebäude durch eine Nutzungsmischung. Die Konzeptskizze sieht vor, dass ein Gewerbe- und Wohnhof mit Gründercharakter (Arbeiten und Wohnen unter einem Dach) entstehen könnte. Nicht störende Gewerbeeinheiten und Büros sollen sich zumeist in den Erdgeschossen ansiedeln, während Wohnraum für die Obergeschosse vorgesehen ist.  Zusätzlich sollen im großen Umfang Flächen entsiegelt und begrünt sowie der ruhende Verkehr neu geordnet werden. Da es sich vorrangig um öffentliche Gebäude und Flächen handelt, soll die Projektentwicklung federführend von der Kommune erfolgen.</p>								</div>
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									<h4>Innenentwicklung im Schulterschluss: Partnerschaftlich planen – nachhaltig gestalten</h4><p>Die Vernetzung der unterschiedlichen Akteur*innen der Regionalentwicklung und die Stärkung regionaler Kooperationen waren wesentliche Zielsetzungen des Bundesprogramms „Region gestalten“. Interkommunale Zusammenarbeit und ein konstanter Austausch sind demnach ein wichtiger Bestandteil und müssen nachhaltig gepflegt werden. Ebenso sollte Innenentwicklung kooperativ auf Ebene der Kommunen und des Landkreises konzipiert und gesteuert werden. Der Landkreis sollte dabei unterstützend tätig sein, Gemeindevertreter*innen beraten und sie dazu befähigen, ihre Gemeinden zukunftsfähig zu entwickeln. Durch das Modellvorhaben wurde dieser Gedanke besonders forciert und mit dem Steuerungsgremium für ein aktives Innenentwicklungsmanagement ein Instrument geschaffen, das in der Phase der Projektlaufzeit eine sehr vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis gewährleistet hat.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ohne das Netzwerk – und da spreche ich jetzt von unserem <br />Steuerungsgremium – können wir keine nachhaltige <br />Kreis- und Regionalentwicklung im Hinblick auf eine aktive und <br />bedarfsgerechte Innenentwicklung betreiben.<br /></em><em>Dieses geht nur im Schulterschluss der regionalen <br />Akteure und Entscheidungsträger.<br /><br /></em><em>Wir als Landkreis verstehen uns als Dienstleister und Partner<br />für unsere Städte und Gemeinden. Nur gemeinsam gelingt es,<br />den Landkreis zukunftsfähig zu gestalten.“ <br />(</em><em>Julia Gogrewe)</em></p><p>Im Hinblick auf die Entwicklungsschwerpunkte in der Region musste das Netzwerk sinnvoll durch weitere Akteur*innen ergänzt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Handwerks- sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK), Finanzinstitute oder das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) und die Südniedersachsenstiftung. Einen weiteren wichtigen Akteur aus der Region stellt das Fachwerk5Eck dar. Näheres zu der Arbeit dieser Initiative lässt sich in einem separaten Artikel unseres Blogs erfahren. Wesentliche Aspekte des Austauschs innerhalb des Netzwerks sind beispielsweise die Identifizierung gemeinsamer Bedarfe und erforderlicher Qualitäten sowie von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, die Klärung von Zuständigkeiten oder aber die Verteilung der Aufgaben. Ein wichtiges Ziel besteht darin, Doppelstrukturen zu vermeiden und stattdessen durch interkommunale Zusammenarbeit und Aufbau von Netzwerken Synergien zu erschließen.</p><p>Auch der bundesweite Austausch mit anderen Landkreisen und Regionen spielt eine bedeutende Rolle. Im Vordergrund steht hierbei der Wissenstransfer, Best Practice Beispiele und die Vorstellung der Erkenntnisse aus den Modellvorhaben. So wurde beispielsweise das SREK beim benachbarten Landkreis Göttingen vorgestellt, da die Ausgangssituationen beider Landkreise sehr ähnlich sind. Darüber hinaus resultierte die Teilnahme am Bundesprogramm „Regionen gestalten“ in einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Modellregionen. Aber auch das Voneinander-Lernen sowie die Diskussion der eigenen Fortschritte und Herausforderungen werden in diesem Kontext explizit erwähnt und als sehr bereichernd angesehen.</p><h4>Herausforderungen mit Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe entgegenwirken</h4><p>Wie viele andere Regionen in Deutschland befindet sich auch der Landkreis Northeim in einem strukturellen Wandel. Nach der Typologie des Thünen-Instituts ist der Landkreis sehr ländlich mit einer weniger guten sozioökonomischen Lage. Dies lässt sich anhand einiger Aspekte deutlich erkennen; beispielsweise sind vielerorts die demografische Alterung und ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Solche Phänomene nehmen unmittelbaren Einfluss auf die Bedarfe der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, müssen in Planungsprozessen berücksichtigt werden und wirken sich zudem auf die Entwicklungspotenziale aus. Die Möglichkeit zur Aktivierung von Brachflächen und leerstehenden Gebäuden ist in diesem Kontext besonders hervorzuheben.</p>								</div>
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									<p>Wesentliche Herausforderungen im Bereich der Regional- und Kreisentwicklung stehen in Verbindung mit den unterschiedlichen Verwaltungsebenen. Die Arbeit von Julia Gogrewe und ihrem Team zeigt, dass eine sensible sowie passgenaue Ansprache der Städte und Gemeinden und eine Begegnung auf Augenhöhe unerlässlich für eine gute Zusammenarbeit sind. Insbesondere Ortsbürgermeister*innen sehen sich oftmals in ihrer Ortsentwicklung eingeschränkt, wenn sie das Gefühl haben, dass der Landkreis sich als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde zu sehr in die kommunalen Belange einmischt. Hierbei ist vor allem die kommunale Planungshoheit zu berücksichtigen. Die Kreisverwaltung hat jedoch ein starkes Interesse daran, dass minder-und untergenutzte Grundstücke und Gebäude mit städtebaulichen Missständen auf der Stadt- und Gemeindeebene in den Blick genommen und dessen bedarfsgerechte und qualitätvolle Nachnutzung aktiv angegangen wird. Dabei sollte der Landkreis stets die Rolle eines Dienstleisters einnehmen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir haben den Kommunen immer gesagt, ihr seid die örtlichen Experten, <br />welche Flächen wollt ihr mit welchem Ziel entwickeln? <br />Wir als Landkreis sehen uns als Dienstleister &#8211; so dass deutlich wurde, <br />dass wir nicht in die Planungshoheit der Städte und Gemeinden eingreifen, <br />sondern sie hierbei aktiv beraten und unterstützen wollen.“ <br />(</em><em>Julia Gogrewe)</em></p><p>Auf der Umsetzungsebene ergeben sich jedoch rechtliche Erschwernisse. So stellt die Datenschutz-Grundverordnung eine Hürde für das digitale Innenentwicklungskataster des Landkreises dar, die zu einem erheblichen Mehraufwand führt. Der Landkreis muss sich an dieser Stelle als Dienstleister für die Städte und Gemeinden absichern und kann seine theoretisch vorhandenen Möglichkeiten nicht ohne Weiteres nutzen. Diese explizite Absicherung und Abgrenzung, dass der Landkreis durch das Führen des Katasters lediglich eine reine Dienstleistung erbringt, erfolgt durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen. Die direkte Ansprache der Eigentümer*innen von potenziellen Entwicklungsflächen und -objekten erfolgt wiederum durch die Kommunen. Diese dient dazu, das Einverständnis für die Aufnahme in das Kataster zu erhalten und somit auch die diesbzgl. Informationen sichtbar zu machen.</p><h4>Innovative Regional- und Kreisentwicklung im Landkreis Northeim – Nachhaltige Impulse für Innenentwicklung und Leerstandsaktivierung</h4><p>Das Modellvorhaben im Landkreis Northeim zeigt einen ganzheitlichen und strategisch gut durchdachten Ansatz zur Innenentwicklung und Leerstandsbewältigung in einer strukturell herausgeforderten ländlichen Region. Mit dem Strategischen Regionalentwicklungskonzept (SREK) und einem kreisweiten digitalen Innenentwicklungskataster wurden wichtige Instrumente geschaffen, die eine bedarfsorientierte Aktivierung von Flächenpotenzialen ermöglichen. Die gezielte Identifikation von „Lupenräumen“ und die Konzeptskizzen zur Nachnutzung zeigen konkrete Entwicklungsperspektiven, insbesondere für gemeinschaftliches und barrierefreies (sowie öffentlich gefördertes) Wohnen mit sowohl städtebaulichen als auch Freiraum- und Aufenthaltsqualitäten.</p><p>Besonders hervorzuheben ist die kooperative Arbeitsweise zwischen Landkreis und Kommunen, die auf gegenseitigem Vertrauen, klarer Rollenverteilung und unterstützender Begleitung basiert. Die Vernetzung mit regionalen und überregionalen Partnern sowie der kontinuierliche Wissenstransfer stärken die regionale Entwicklung zusätzlich. Trotz der Herausforderungen, wie rechtliche Hürden oder dem sensiblen Umgang mit Leerstand, gelingt es dem Landkreis, durch transparente Kommunikation und Beteiligung der Eigentümer*innen die regionalen Potenziale zu aktivieren, ohne die kommunale Planungshoheit der Städte und Gemeinden zu tangieren.</p><p>Insgesamt steht der Landkreis Northeim beispielhaft für den vorausschauenden Umgang mit dem demografischen Wandel und den strukturellen Veränderungen in ländlichen Räumen. Durch strategische Planung, Vernetzung und partizipative Prozesse hat der Landkreis eine vielversprechende Grundlage geschaffen, um spezifische Bedarfe der kreisangehörigen Kommunen zu bedienen – und somit die regionale Entwicklung auf lange Sicht positiv zu gestalten.</p>								</div>
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									<h5><strong>Südniedersachsen</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Die Kleinstadt Herzberg am Harz stellt sich mutig und (teilweise) mit Hilfe von außen ihrem strukturellen Wandel</title>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2025 12:39:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Kleinstadt Herzberg am Harz stellt sich mutig und (teilweise) mit Hilfe von außen ihrem strukturellen Wandel Die Stadt Herzberg am Harz mit den vier zugehörigen Erholungsorten Lonau, Pöhlde, Scharzfeld und Sieber liegt am Südrand des Harzes. Der ehemalige Residenzort liegt zu Füßen des mehr als 950 Jahre alten Welfenschlosses. Die innerstädtische Fußgängerzone lässt erahnen, dass es dem Ort in früheren Zeiten an nichts gemangelt hat. Beim Schlendern über die Hauptstraße in Richtung des Marktplatzes offenbaren sich jedoch zunehmende Leerstände. Dass dieses Problem nicht von der Hand zu weisen ist, dessen ist sich die Stadtverwaltung und insbesondere Jörg Bremer von Stadtmarketing der Stadt Herzberg am Harz bewusst. „Es ist ein glücklicher Zufall, dass wir hier eine kritische Masse von jüngeren Menschen haben, die sich tatsächlich getraut haben, ihre Vorhaben zu starten.“ (Jörg Bremer) Simone Standhardt, Mitinitiatorin der neuen Schloss Apotheke, und Jörg Bremer, Initiator des Runden Tisches Herzberg, in der ehemaligen Schloss Apotheke Im Gespräch mit Jörg Bremer und der Simone Standhardt erfahren wir mehr darüber, welche Maßnahmen die Stadt und vor allem die Bürger*innen von Herzberg ergreifen und wo bereits Entwicklungen zu verzeichnen sind. Simone Standhardt, ist als Stadtjugendpflegerin tätig und gehört ehrenamtlich selbst zu den Gestalter*innen der Stadt und erzählt von der Umnutzung der alten Schloss Apotheke zu einem Ort, an dem sich Menschen unterschiedlichen Alters aus Herzberg und Umgebung treffen – und dass jetzt kalte Getränke über die Ladentheke gehen, wo einst Medikamente verkauft worden sind. Die Entwicklung einer Apotheke zu einer Bar mit besonderem Charme, wo gelegentlich auch kleinere Konzerte stattfinden, hat sich allgemein sehr positiv ausgewirkt. Es gibt jedoch Hindernisse, die es ungewiss machen, ob die Menschen auch noch länger hierherkommen können oder der Betrieb nur von kurzer Dauer ist. Auch knapp 100 Meter weiter in Richtung der Bundesstraße, die durch den Ort verläuft, hat sich im „Deutschen Kaiser“ in den vergangenen Jahren viel getan. Die Gaststätte ist zusammen mit der Schleiferei Zwei im Nachbarort Sieber ein weiteres Beispiel dafür, dass Herzberg am Harz eine Stadt ist, in der man nicht aufgibt, sondern alles versucht, um den Menschen ein lebenswertes Umfeld zu bieten. Innenstadtbelebung in Herzberg am Harz: Kultur, Beteiligung und neue Ideen – Bottom-up statt Stillstand Die Eisenbahn brachte Herzberg im späten 19. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung und machte die Kleinstadt zu einem bedeutenden Bahnknotenpunkt. Wirtschaftlich wurde und wird die Industrie durch Papierherstellung und Metallbearbeitung geprägt. Durch seine Lage fällt die Stadt ins ehemalige Gebiet der Zonenrand-Förderung. Aufgrund der günstigen Verkehrslage sowie der Bedeutung als Grundzentrum und Erholungsort zieht Herzberg – damals wie heute – auch Menschen aus der Umgebung an. Aktuell erhält die Stadt Fördergelder aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Niedersächsischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung. Wie der Name schon sagt, zielen die Maßnahmen dieser Förderung auf die Entwicklung und Belebung der Innenstadt. Für Herzberg bedeutet dies konkret die Anschaffung eines Kulturcontainers, welcher als mobile Bühne dient sowie kleinere Aufwertungen des Stadtbildes. In diesem Zusammenhang ist auch der „Runde Tisch“ Herzberg entstanden – ein Zusammenschluss von Bürger*innen und Gastronom*innen aus der Innenstadt, Vereinen und Initiativen sowie Vertreter*innen der Stadtverwaltung. Hierbei handelt es sich um ein Beteiligungsformat, welches in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Veranstaltungen und Entwicklungsprozesse angestoßen hat. „Die Leute haben durchgehalten und das ist aus meiner Sicht beachtlich und auch für andere sehr wichtig“(Jörg Bremer) Durch den „Runden Tisch“ wird ein glücklicher Umstand klar: Herzberg am Harz verfügt über eine kritische Masse von jüngeren Erwachsenen, zumeist mit einem Altersdurchschnitt zwischen 30-40 Jahren, die etwas an der Ausgangssituation ändern und die Lebensqualität vor Ort verbessern wollen. Auf deren Initiative ist die (geplante) Umnutzung der ehemaligen Schloss Apotheke zu einer Bar im Sinne eines klassischen Bottom-up-Ansatzes eingeleitet worden. Die Stadtverwaltung und Lokalpolitik in Herzberg begrüßen solche Projekte, die der Stadtentwicklung dienen und Leerstände wiederbeleben. Von öffentlicher Seite werden solche Initiativen nach Kräften unterstützt, um die vorhandenen Entwicklungspotenziale gemeinschaftlich zu heben. Die gute Vernetzung der Gestalter*innen vor Ort sowie der enge Dialog mit der Stadt und den Herzberger Bürger*innen bilden eine wichtige Grundlage, um entsprechende Projekte voranzubringen. Im Gespräch wird immer wieder betont, dass kein Konkurrenzdenken unter den Akteur*innen herrscht und alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Darüber hinaus verweist Jörg Bremer auf die Verbindungen zum Referat Demografie und Sozialplanung des Landkreises Göttingen unter der Leitung von Regina Meyer, die seiner Meinung nach eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Region spielen würde. Viele Apotheken, zu wenig Kneipen – eine neue Nutzung für die ehemalige Schloss Apotheke Das Gebäude in der Fußgängerzone von Herzberg am Harz war anfangs eine Druckerei, ist zwischendurch noch anderweitig genutzt worden und war danach jahrelang die Schloss Apotheke. Insofern hat das aus dem späten 19. Jahrhundert stammende Haus eine bewegte Vergangenheit. Ende des Jahres 2023 beschloss der „Runde Tisch“ Herzberg das sog. „Winterglühen“ zu veranstalten. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltungsreihe in der Innenstadt, die von Herzberger Bürger*innen, Gastronom*innen und der Stadtverwaltung ins Leben gerufen wurde. In diesem Rahmen öffnete die neue Bar in der ehemaligen Schloss Apotheke erstmals ihre Türen. Der Eigentümer des Gebäudes, der selbst im Obergeschoss wohnt, wollte schon immer eine Kneipe im eigenen Haus haben. Dieser Wunsch wurde an den Vorsitzenden des Vereins ehrenhafter verein e.V. – mit dem Zweck der Förderung von Kunst und Kultur sowie gemeinnützig soziokulturellen Leben und Veranstaltungen im ländlichen Südharz – herangetragen, der selbst Erfahrungen in der Gastronomie hat. Dadurch kamen Eigentümer und Verein zusammen. Der Verein kümmert sich um den neuen Betrieb der Schloss Apotheke, mietet die Gewerbefläche aber lediglich für die geöffneten Tage an. Hierdurch entstehen keine dauerhaften Kosten für den Verein, der nicht über viele finanzielle Mittel verfügt. In den Sommermonaten ist der Barbetrieb in der Schloss Apotheke eingestellt und zu Beginn war sie nur freitags geöffnet. Seitdem ist die neue Bar zu einem regelmäßigen Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Hier treffen sich Menschen jeglicher Couleur, beispielsweise junge Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund oder auch Frauengruppen. Die Bar zieht nicht nur Menschen aus Herzberg an, sondern auch aus der Umgebung. Was mit dem „Winterglühen“ 2023 und dem „SpringSwing“ 2024 – zwei]]></description>
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									<h3><strong>Die Kleinstadt Herzberg am Harz stellt sich mutig und (teilweise) mit Hilfe von außen ihrem strukturellen Wandel</strong></h3><p>Die Stadt Herzberg am Harz mit den vier zugehörigen Erholungsorten Lonau, Pöhlde, Scharzfeld und Sieber liegt am Südrand des Harzes. Der ehemalige Residenzort liegt zu Füßen des mehr als 950 Jahre alten Welfenschlosses. Die innerstädtische Fußgängerzone lässt erahnen, dass es dem Ort in früheren Zeiten an nichts gemangelt hat. Beim Schlendern über die Hauptstraße in Richtung des Marktplatzes offenbaren sich jedoch zunehmende Leerstände. Dass dieses Problem nicht von der Hand zu weisen ist, dessen ist sich die Stadtverwaltung und insbesondere Jörg Bremer von Stadtmarketing der Stadt Herzberg am Harz bewusst.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es ist ein glücklicher Zufall, dass wir hier eine kritische Masse von jüngeren Menschen haben, die sich tatsächlich getraut haben, ihre Vorhaben zu starten.“ <br />(Jörg Bremer)</em></p>								</div>
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									<p>Im Gespräch mit Jörg Bremer und der Simone Standhardt erfahren wir mehr darüber, welche Maßnahmen die Stadt und vor allem die Bürger*innen von Herzberg ergreifen und wo bereits Entwicklungen zu verzeichnen sind. Simone Standhardt, ist als Stadtjugendpflegerin tätig und gehört ehrenamtlich selbst zu den Gestalter*innen der Stadt und erzählt von der Umnutzung der alten Schloss Apotheke zu einem Ort, an dem sich Menschen unterschiedlichen Alters aus Herzberg und Umgebung treffen – und dass jetzt kalte Getränke über die Ladentheke gehen, wo einst Medikamente verkauft worden sind. Die Entwicklung einer Apotheke zu einer Bar mit besonderem Charme, wo gelegentlich auch kleinere Konzerte stattfinden, hat sich allgemein sehr positiv ausgewirkt. Es gibt jedoch Hindernisse, die es ungewiss machen, ob die Menschen auch noch länger hierherkommen können oder der Betrieb nur von kurzer Dauer ist. Auch knapp 100 Meter weiter in Richtung der Bundesstraße, die durch den Ort verläuft, hat sich im „Deutschen Kaiser“ in den vergangenen Jahren viel getan. Die Gaststätte ist zusammen mit der Schleiferei Zwei im Nachbarort Sieber ein weiteres Beispiel dafür, dass Herzberg am Harz eine Stadt ist, in der man nicht aufgibt, sondern alles versucht, um den Menschen ein lebenswertes Umfeld zu bieten.</p><h4>Innenstadtbelebung in Herzberg am Harz: Kultur, Beteiligung und neue Ideen – Bottom-up statt Stillstand</h4><p>Die Eisenbahn brachte Herzberg im späten 19. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung und machte die Kleinstadt zu einem bedeutenden Bahnknotenpunkt. Wirtschaftlich wurde und wird die Industrie durch Papierherstellung und Metallbearbeitung geprägt. Durch seine Lage fällt die Stadt ins ehemalige Gebiet der Zonenrand-Förderung. Aufgrund der günstigen Verkehrslage sowie der Bedeutung als Grundzentrum und Erholungsort zieht Herzberg – damals wie heute – auch Menschen aus der Umgebung an. Aktuell erhält die Stadt Fördergelder aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Niedersächsischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.</p>								</div>
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									<p>Wie der Name schon sagt, zielen die Maßnahmen dieser Förderung auf die Entwicklung und Belebung der Innenstadt. Für Herzberg bedeutet dies konkret die Anschaffung eines Kulturcontainers, welcher als mobile Bühne dient sowie kleinere Aufwertungen des Stadtbildes. In diesem Zusammenhang ist auch der „Runde Tisch“ Herzberg entstanden – ein Zusammenschluss von Bürger*innen und Gastronom*innen aus der Innenstadt, Vereinen und Initiativen sowie Vertreter*innen der Stadtverwaltung. Hierbei handelt es sich um ein Beteiligungsformat, welches in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Veranstaltungen und Entwicklungsprozesse angestoßen hat.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die Leute haben durchgehalten und das ist aus meiner Sicht <br />beachtlich und auch für andere sehr wichtig“<br />(</em><em>Jörg Bremer)</em></p><p>Durch den „Runden Tisch“ wird ein glücklicher Umstand klar: Herzberg am Harz verfügt über eine kritische Masse von jüngeren Erwachsenen, zumeist mit einem Altersdurchschnitt zwischen 30-40 Jahren, die etwas an der Ausgangssituation ändern und die Lebensqualität vor Ort verbessern wollen. Auf deren Initiative ist die (geplante) Umnutzung der ehemaligen Schloss Apotheke zu einer Bar im Sinne eines klassischen Bottom-up-Ansatzes eingeleitet worden. Die Stadtverwaltung und Lokalpolitik in Herzberg begrüßen solche Projekte, die der Stadtentwicklung dienen und Leerstände wiederbeleben. Von öffentlicher Seite werden solche Initiativen nach Kräften unterstützt, um die vorhandenen Entwicklungspotenziale gemeinschaftlich zu heben. Die gute Vernetzung der Gestalter*innen vor Ort sowie der enge Dialog mit der Stadt und den Herzberger Bürger*innen bilden eine wichtige Grundlage, um entsprechende Projekte voranzubringen. Im Gespräch wird immer wieder betont, dass kein Konkurrenzdenken unter den Akteur*innen herrscht und alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Darüber hinaus verweist Jörg Bremer auf die Verbindungen zum Referat Demografie und Sozialplanung des Landkreises Göttingen unter der Leitung von Regina Meyer, die seiner Meinung nach eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Region spielen würde.</p>								</div>
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									<h4>Viele Apotheken, zu wenig Kneipen – eine neue Nutzung für die ehemalige Schloss Apotheke</h4><p>Das Gebäude in der Fußgängerzone von Herzberg am Harz war anfangs eine Druckerei, ist zwischendurch noch anderweitig genutzt worden und war danach jahrelang die Schloss Apotheke. Insofern hat das aus dem späten 19. Jahrhundert stammende Haus eine bewegte Vergangenheit. Ende des Jahres 2023 beschloss der „Runde Tisch“ Herzberg das sog. „Winterglühen“ zu veranstalten. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltungsreihe in der Innenstadt, die von Herzberger Bürger*innen, Gastronom*innen und der Stadtverwaltung ins Leben gerufen wurde. In diesem Rahmen öffnete die neue Bar in der ehemaligen Schloss Apotheke erstmals ihre Türen.</p><p>Der Eigentümer des Gebäudes, der selbst im Obergeschoss wohnt, wollte schon immer eine Kneipe im eigenen Haus haben. Dieser Wunsch wurde an den Vorsitzenden des Vereins ehrenhafter verein e.V. – mit dem Zweck der Förderung von Kunst und Kultur sowie gemeinnützig soziokulturellen Leben und Veranstaltungen im ländlichen Südharz – herangetragen, der selbst Erfahrungen in der Gastronomie hat. Dadurch kamen Eigentümer und Verein zusammen. Der Verein kümmert sich um den neuen Betrieb der Schloss Apotheke, mietet die Gewerbefläche aber lediglich für die geöffneten Tage an. Hierdurch entstehen keine dauerhaften Kosten für den Verein, der nicht über viele finanzielle Mittel verfügt. In den Sommermonaten ist der Barbetrieb in der Schloss Apotheke eingestellt und zu Beginn war sie nur freitags geöffnet. Seitdem ist die neue Bar zu einem regelmäßigen Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Hier treffen sich Menschen jeglicher Couleur, beispielsweise junge Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund oder auch Frauengruppen. Die Bar zieht nicht nur Menschen aus Herzberg an, sondern auch aus der Umgebung.</p><p>Was mit dem „Winterglühen“ 2023 und dem „SpringSwing“ 2024 – zwei Veranstaltungen mit Livemusik in der Herzberger Fußgängerzone sowie dem Deutschen Kaiser und der Schloss Apotheke – begann, soll sich jetzt dauerhaft etablieren. Nicht nur der Kneipenbetrieb, sondern auch Veranstaltungen (z.B. Konzerte, Partys) werden von der Bevölkerung bereits gut angenommen. Auch eine anfängliche Skepsis, dass sich in der Schloss Apotheke etwas entwickelt, das nicht zu Herzberg passt, konnte aus dem Weg geräumt werden. Die Stadtjugendpflegerin Simone Standhardt sieht zudem einen weiteren Vorteil der neuen Kneipe: Sie begegnet ihrer Zielgruppe – den Jugendlichen und jungen Erwachsenen – in einem anderen Kontext, was sehr spannend sei. Hierdurch kann sie die Jugendlichen auf Augenhöhe kennen lernen und einen anderen Blick auf die sozialen Strukturen bekommen.</p><p>Perspektivisch soll mit dem Verein als Betreiber ein Gewerbe angemeldet werden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg für Simone Standhardt und die anderen Vereinsmitglieder. Für die Apotheke gibt es bislang keine allgemeine Förderung. Über einzelne Kleinstförderungen aus dem Quartiersbudget, der städtischen Kulturförderung oder aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie Leben“ können jedoch Veranstaltungen und Konzerte finanziert werden. Grundlegend für den Betrieb sind daher ehrenamtliches Engagement und Arbeiten in Eigenregie. Einnahmen aus dem Betrieb fließen direkt zurück in die Renovierung der Räume oder in die Erweiterung des (Getränke)Angebots. Zusätzlich hilft das lokale Netzwerk und unterstützt, wo immer Hilfe benötigt wird. So stammt ein Großteil der Bestuhlung beispielsweise aus dem „Deutschen Kaiser“. Zudem sind die Verbindungen zur Stadtverwaltung und hier insbesondere zu Jörg Bremer klar hervorzuheben. So konnten kleinere Hürden immer schnell und unkompliziert im engen Austausch geklärt werden.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ich glaube nicht, dass Leerstandsbelebung oder -umnutzung <br />im Sachbearbeite-Modus einer Verwaltung verankert sind. <br />Das sind immer einzelne Projekte und das steht in keinem Lehrbuch <br />oder in irgendeiner Dienstanweisung.“ <br />(</em><em>Jörg Bremer)</em></p><p>Ein wesentliches Hindernis für die Sicherung des Kneipenbetriebs stellt der Antrag auf Umnutzung dar. Ein solcher Umnutzungsantrag ist absolutes Neuland für den Verein und Simone Standhardt. Aber auch für die beteiligten Stellen der Stadt- und Kreisverwaltung gibt es hierfür keine Blaupause. Für die Bearbeitung des Vorgangs werden alte Bauzeichnungen aus dem Archiv in Osterode am Harz benötigt. Diese Zeichnungen, die ungefähr aus dem Jahr 1900 stammen, sind wichtig für die Genehmigung der Umnutzung. Es ist jedoch unklar, ob sie ausreichend sind oder noch einmal durch einen Architekten nachgearbeitet werden muss. Die Kosten, die hierbei entstehen würden, wären zu hoch und können vom Verein nicht getragen werden. Dies könnte schlechtesten Falls das „Aus“ für die neue Nutzung der Schloss Apotheke sein. Vielleicht ergibt sich aber eine Lösung im Austausch mit dem Bauamt und ggf. weiteren Behörden, die für alle Beteiligten tragbar ist.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es ist ja auch in Ordnung, dass es mal länger dauert. <br />Man muss sich ja immer an Regeln und Gesetze halten <br />und wenn eine Vorschrift so ist, dann ist sie so.“ <br />(</em><em>Simone Standhardt)</em></p><p>Eine Bewilligung der Umnutzung würde im nächsten Schritt die gewerbliche Nutzung veranlassen. Im Zuge dessen könnten ebenfalls Mittel aus der Wirtschaftsförderung als Anschubfinanzierung und zur Instandsetzung des Lokals beantragt werden. Wie es auch ausgeht – bereits jetzt steht fest, dass in der ehemaligen Schloss Apotheke etwas entstanden ist, das sinnbildlich für den Kampf der kleinen Stadt Herzberg am Harz gegen den strukturellen Wandel steht: ein neuer Ort von Bürger*innen für Bürger*innen, der den Gemeinschaftssinn stärkt und hoffentlich langfristig zur Belebung der Innenstadt beiträgt.</p>								</div>
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									<h4>Sanierung des Deutscher Kaisers – Ein Projekt mit Geschichte und Zukunft</h4><p>Kimberley Schröder zeigte uns den ebenfalls in Herzberg am Harz gelegenen <strong>Deutschen Kaiser</strong> und führt uns durch ein geschichtsträchtiges Fachwerkgebäude. Schon die Eingangstür zum Gasthaus und die dahinterliegende Diele mit der imposanten Eichentreppe waren ein besonderer Blickfang. Ebenso eindrucksvoll war jedoch,mehr über die Geschichte des <strong>Deutschen Kaisers</strong> und was aus ihm geworden ist. Sowohl die Begehung der Innenräume als auch der Blick auf die Fachwerkfassaden, ob von der Fußgängerzone aus oder aus dem Innenhof des Gasthauses, machten klar, mit welcher Liebe zum Detail und dem Erhalt der alten Bausubstanz hier restauriert wurde.</p><p>Das großvolumige Gebäude liegt unweit vom Herzberger Schloss, am Ende der Fußgängerzone, welche zum Marktplatz, dem Juessee oder dem Kurpark führt. Der imposante Fachwerkbau stammt aus dem Jahr 1654 wurde somit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut. Er steht im Vorwerk des Schlosses und war einst das Zuhause der fürstlichen Mundköche. Zudem diente er als Herberge für die Entourage der fürstlichen Besucher*innen. Beim <strong>Deutschen Kaiser</strong> handelt es sich um ein stark ortsbildprägendes Gebäude, welches sich seit 2010 im Besitz der Familie Schröder befindet. Bevor diese es erwarb stand es circa 25 Jahre leer. Mit Hilfe einer breiten Finanzierung haben Kimberley und Stefan Schröder den Ort wiederbelebt und neben einer Gastronomie einen vielseitigen Veranstaltungsort für die Stadt Herzberg am Harz geschaffen. Für die Zukunft ist eine Werkstatt im Haus geplant, in der traditionelle handwerkliche Workshops stattfinden sollen. Zur Finanzierung der umfangreichen Sanierung des Ausbaus erhält Familie Schröder zusätzlich zu ihrem Eigenkapital eine Vielzahl von Förderungen. Ein bedeutender und der wohl größte Anteil stammt aus dem LEADER-Programm. Zusätzlich flossen Mittel aus der Kommune, der Kulturförderung sowie eine KfW-Förderung in das Projekt. Was besonders zu bemerken und Kimberley und Stefan Schröder bestimmt auch mit Blick auf die Finanzen in die Karten spielte ist, dass viele Materialien, vor allem die alten Eichenbalken, wiederverwertet werden konnten. Die hierdurch eingesparte sog. graue Energie stellt einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt darstellt.</p><p>Gute Verbindungen zur Stadt Herzberg am Harz, der Unteren Denkmalschutzbehörde in Osterode am Harz und der LEADER-Region Osterode am Harz waren für die Entwicklung des <strong>Deutschen Kaisers</strong> von großer Bedeutung. In Bezug auf die Akquise von Fördermitteln war der Kontakt zur Regionalmanagerin Anja Kreye und Jörg Bremer vom Stadtmarketing der Stadt Herzberg am Harz besonders hilfreich. Ein großes Projekt wie der <strong>Deutsche Kaiser</strong> wäre ohne die Unterstützung in der Region und durch Fördergelder nur schwer zu realisieren. Ein guter Austausch und eine starke regionale Zusammenarbeit sind in der Regel der Schlüssel für gelingende Orts- und Regionalentwicklung.</p><p>Der Deutsche Kaiser steht für gelungene Stadt- und Innenentwicklung in Herzberg am Harz. Eine Parallele zur <strong>Schleiferei Zwei</strong> in Sieber kann darin gesehen werden, dass es Kimberley und Stefan Schröder zurück in die Heimatstadt führte und auch hier ein frischer Impuls von außerhalb zu einer Entwicklung in der Stadt führte, zu der es sonst vielleicht nicht gekommen wäre. Mit einer Vision, Beharrlichkeit, gewissem Mut zum Wagnis und einem Blick für die regionale Baukultur und Tradition, haben sich zwei junge Menschen der Aufgabe gestellt, ein Stück Geschichte der Stadt Herzberg am Harz zu erhalten und das Gebäude wiederzubeleben und somit auch die Lebensqualität vor Ort ein Stück weit zu steigern.</p><p><strong>Deutscher Kaiser<br /></strong>Kimberley und Stefan Schröder<br />Hauptstraße 1<br />37412 Herzberg am Harz<br />+49 (0) 5521 9988200<br /><a href="mailto:info@deutscherkaiser-herzberg.de">info@deutscherkaiser-herzberg.de</a><br /><a href="https://www.deutscherkaiser-herzberg.de/" target="_blank" rel="noopener">www.deutscherkaiser-herzberg.de</a></p>								</div>
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									<h4>Ein Industriedenkmal wird zum Ferienort – Die neue Schleiferei Zwei</h4><p>Im Gespräch mit Hartmut Windels haben wir uns die <strong>Schleiferei Zwei</strong> in Sieber zeigen lassen. Der Hamburger Architekt führte uns durch das historische Industriegebäude. Er und seine Frau Friederike sind für einen Urlaub aus Hamburg in den Harz gekommen und haben sich dazu entschlossen Verantwortung in der Region zu übernehmen.</p><p>Die Schleiferei II wurde im Jahr 1896 erbaut und war eine von drei Holzschleifereien entlang des Bachs Sieber, die Holzstoff für die nahegelegene Papierindustrie in Herzberg herstellten. Sie besteht aus dem Hauptgebäude, in dem die Produktion stattfand, und einem Kesselhaus. Eine alte Wasserturbine befindet sich noch immer in einem bachseitigen Anbau des Hauptgebäudes, kann aber leider aufgrund des fehlenden Wassernutzungsrechts nicht mehr genutzt werden.</p><p>Während eines Urlaubs im Harz entdeckten Friederike und Hartmut Windels das zum Teil verfallene Industriedenkmal. Mitte 2021 erwarben sie das Gebäude samt Grundstück, entwickelten die Teilruine und brachten Leben zurück in die historischen Gebäude. Es entstanden insgesamt sechs Ferienwohnungen, wovon sich eine im ehemaligen Kesselhaus befindet, sowie eine Eventfläche. Es war dem Ehepaar Windels wichtig, den industriellen Charme des Gebäudes in Teilen zu erhalten und dass sich sowohl Altes als auch Neues wiederfinden lassen. Dies lässt sich an der Fassade des Gebäudes, in der Gestaltung der Innenräume, aber auch bei der Betrachtung des Gesamtensembles erkennen. Angrenzend an die Eventfläche befindet sich ein Innenhof, der von den Außenmauern eines ehemaligen Gebäudeteils umgeben ist. Hierbei wurde sich bewusst dafür entschieden, die Ruinenteile stehen zu lassen, um daran zu erinnern, in welchem Zustand das gesamte Gebäude war. Die Finanzierung setzte sich hauptsächlich aus Eigenmitteln, mit einer kleineren Förderung aus dem Programm „Bergdörfer-Region“ (ZILE) und einer KfW-Förderung zusammen. Nach Abschluss der Sanierung im Sommer 2023 öffneten Friederike und Hartmut Windels die <strong>Schleiferei Zwei</strong> erstmals für Tourist*innen. Der Göttinger Literaturherbst 2024 entdeckte diesen besonderen Ort direkt an der Sieber und veranstaltete hier eine Lesung.</p><p>Durch das Engagement der Familie Windels wurde ein seit bereits langer Zeit leerstehendes Industriegebäude vor dem weiteren Verfall bewahrt und wiederbelebt. Damit haben sie einen Beitrag zur Entwicklung der Region geleistet und ein Stück Geschichte der Stadt Herzberg am Harz gerettet. Durch den Tourismus und die Veranstaltungen wird das Gebäude, mit seinem Mix aus Altem und Neuem, für die Menschen aus der Region und von außerhalb erlebbar gemacht. Zudem zeigt sich am Beispiel der <strong>Schleiferei Zwei</strong> welch positiver Einfluss durch Menschen und Engagement von außerhalb in eine Region getragen werden kann. Manchmal braucht es frische Impulse für ländliche Räume, die sich in einer strukturellen Veränderung oder sogar einer Krise befinden.</p><p><strong>Schleiferei Zwei<br /></strong>Friederike und Hartmut Windels<br />An der Sieber 1<br />37412 Herzberg am Harz<br />+49 (0) 175 4119429<br /><a href="mailto:info@schleiferei-zwei.de">info@schleiferei-zwei.de</a><br /><a href="https://www.schleiferei-zwei.de/de" target="_blank" rel="noopener">www.schleiferei-zwei.de</a></p>								</div>
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									<h4>Zu groß zum Beleben? Die Innenstadt von Herzberg am Harz auf dem Prüfstand</h4><p>Laut Jörg Bremer ist die Innenstadt für das heutige Herzberg eigentlich zu groß und dieser Umstand mache es schwer bis unmöglich, sie vollständig wiederzubeleben. Kurz gesagt: Es gibt zu viel Raum für zu wenige Menschen. Bei der Entwicklung sollte vermehrt über Alternativen wie z.B. „Insellösungen“ nachgedacht werden, was derzeit schon praktiziert wird. Hieraus ergibt sich das Problem, dass die einzelnen Inseln in der Innenstadt – wie beispielsweise der „Deutsche Kaiser“ oder die ehemalige Schloss Apotheke –  zwar für sich funktionieren, sich aber kein großes Gesamtgefüge ergibt. Einerseits brauche es ein neues Konzept für die Innenstadt. Andererseits seien einige rechtliche und strukturelle Stellschrauben zu drehen, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. So sieht die Bausatzung für den Innenstadtbereich seit jeher vor, dass für Gebäude eine doppelte Nutzung mit Gewerbe im EG und Wohnraum in den darüber liegenden Stockwerken verpflichtend ist. Eine Änderung dieses planerischen Grundsatzes wäre zeitgemäß und würde die Belebung der Innenstadt deutlich vereinfachen. Zudem kommt Jörg Bremer auf die Vereinslandschaften zu sprechen, die neu gedacht werden müsste. Denn Vereine, wie der ehrenhafte verein e.V. in Herzberg, schätzt er für die ländlichen Räume und deren Entwicklung besonders wichtig, auch wenn sie eher untypisch sind. Jedoch engagieren sich immer weniger Menschen in Vereinen. Hier sollten flexibilisierte Strukturen oder angepasste Vereinsziele in Richtung Gemeinwohlorientierung und Verbesserung der Lebensqualität Einzug halten, um mehr Nachwuchs für ein Engagement zu motivieren.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das Thema Innenstadtbelebung klingt <br />auf dem Papier immer schlüssig. Da ist ganz viel Raum, <br />da sind vielleicht noch viele Menschen, <br />das muss man ja einfach nur zusammenbringen. <br /><br />Dafür kann man Fördermittel akquirieren und Projekte starten, <br />aber am Ende hängt es an der Bereitschaft der Einwohner, <br />das alles mit Leben zu füllen.“ <br />(</em><em>Jörg Bremer)</em></p>								</div>
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									<p>Leider lässt sich erkennen, dass nicht alle Bürger*innen Interesse an der Wiederbelebung ihrer Innenstadt zeigen. Durch die Förderung im Rahmen von Perspektive Innenstadt wurde dies zuletzt deutlich. Eigentümer*innen hatten die Möglichkeit, für ihre Immobilien Architektenleistungen in Anspruch zu nehmen. Hierzu zählten die Begutachtung und das Anfertigen einer Entwurfszeichnung für ihre Gebäude. Diese Leistungen sind im gesamten Innenstadtbereich lediglich dreimal in Anspruch genommen worden. Den Verantwortlichen der Stadt wurde dadurch klar, dass die Eigentümer*innen im Grunde ihre Ruhe haben wollen. Ein Problem kann aber auch in der mangelnden Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Bürger*innen gesehen werden. Auch das zum Teil hohe Alter der Eigentümer*innen ist ein Hindernis, da sie nicht mehr unbedingt bereit sind, selbst Teil eines neuen Entwicklungsprozesses zu werden. Wie bereits erwähnt, ist die Stadt um aktive Unterstützung für Initiativen und Einzelpersonen bemüht. Manche Prozesse können durch bürokratische Hürden und mangelnde Kompetenzen aber auch ausgebremst werden, wie einzelne Gestalter*innen berichteten.</p><h4>Kreative Impulse für die Stadtentwicklung – lebendig durch neue Ideen, Engagement und Zusammenhalt</h4><p>Herzberg am Harz steht exemplarisch für viele kleinere Städte in ländlichen Räumen, die sich dem strukturellen Wandel stellen müssen. Trotz sichtbarer Herausforderungen, wie Leerstände, einer zu groß dimensionierten Innenstadt und teils schleppender Verwaltungsprozesse, zeigt die Stadt vielfach Mut zur Veränderung. Es ist vor allem das Engagement einer kritischen Masse junger Erwachsener, die – unterstützt von Förderprogrammen und einer grundsätzlich offenen Stadtverwaltung – neue Impulse setzen. Projekte wie die Umnutzung der Schloss Apotheke oder die Wiederbelebung historischer Gebäude wie dem „Deutschen Kaiser“ und der Schleiferei Zwei zeigen, dass kreative Ideen und zivilgesellschaftliche Beteiligung Wirkung zeigen können. Gleichzeitig wird deutlich, dass erfolgreiche Stadtentwicklung langfristiges Denken, flexiblere Strukturen und vor allem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert. Herzberg am Harz ist dabei auf einem guten Weg – aber noch lange nicht am Ziel.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es hängt am Ende doch viel an einzelnen Personen, <br />sei es in der Verwaltung oder im Verein, <br />dass entweder das richtige Know-How da ist <br />oder dass man es finden kann.“ <br />(</em><em>Simone Standhardt)</em></p><p>Die vielen kleinen, meist ehrenamtlich getragenen Initiativen stehen sinnbildlich dafür, dass Aufbruch mitunter kreative Lösungen braucht. Sie schaffen neue Begegnungsräume, stärken das Gemeinschaftsgefühl und geben der Stadt ein frisches Gesicht. Wenn dieser Geist der Zusammenarbeit weiterhin erhalten bleibt und gezielt unterstützt wird, kann Herzberg am Harz nicht nur Leerstände füllen, sondern auch Zukunft gestalten – lebendig, vielfältig und gemeinschaftlich.</p>								</div>
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									<h5><strong>Südniedersachsen</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Leerstände in historischen Altstädten im Fokus – Die Arbeit des Fachwerk5Eck in Südniedersachsen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 May 2025 13:04:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesländer]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
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					<description><![CDATA[Leerstände in historischen Altstädten im Fokus – Die Arbeit des Fachwerk5Eck in Südniedersachsen Mit unserem Besuch in Northeim bei Juliane Hofmann und Imke Heyen vom Fachwerk5Eck haben wir ein sehr spannendes, interkommunales Projekt kennen gelernt. Juliane Hofmann ist studierte Geografin und PR-Beraterin und von Beginn an im Projekt aktiv. Imke Heyen studierte Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung an der HAWK in Göttingen und unterstützt ihre Kollegin seit 2020. Beide berichteten über ihre Arbeit, ihre Ansätze und Ziele sowie die Besonderheiten des Fachwerk5Eck. Mit Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim und Osterode am Harz umfasst die Initiative fünf ländliche Kleinstädte und agiert dabei sogar über Landkreisgrenzen hinweg. Das Fachwerk5Eck hat sich zum Ziel gesetzt, das einzigartige Fachwerk‑Erbe der fünf Städte – sowohl für Bewohner*innen, Bauherr*innen als auch Besucher*innen – regionsübergreifend zu erhalten, wiederzubeleben und zukunftsfähig zu entwickeln. Die Kerninstrumente sind Sanierungsberatung, multimediale Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung. „Die Städte haben vor vielen Jahren festgestellt, dass sie ähnliche Voraussetzungen haben: Sie sind alle in Südniedersachsen und haben einen hohen Anteil anFachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten mit einem hohen Denkmalbestand. Sie haben aber auch gleiche Herausforderungen durch beginnenden Leerstand und brauchen dadurch Impulse in der Innenentwicklung.“ (Juliane Hofmann) Juliane Hofmann und Imke Heyen vom Fachwerk5Eck vor dem historischen Gebäude des Heimatmuseums Northeim Das Fachwerk5Eck gründete sich im November 2013 im Rahmen des 4. Südniedersächsischen Fachwerktags durch einen formalen Zusammenschluss der fünf Städte. Ein Thema eint die Beteiligten: Die historische Fachwerkarchitektur, welche für Südniedersachsen typisch ist. Sie stellt für die historischen Stadtkerne der fünf Städte nicht nur eine typische Bauweise dar, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Identität und lockt Besucher*innen in die Region. Umso wichtiger ist es, die Altstädte zu pflegen und zu erhalten, denn die Stadtkerne im Fachwerk5Eck sind allesamt von Leerstand bedroht. Dazu kommt, dass sich die meist historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in Privatbesitz befinden und nicht alle Eigentümer*innen in der Lage sind, ihre Immobilien zu erhalten. Somit kommt es an vielen Stellen zum Sanierungsstau. Hier setzen die Kommunen an, um Hausbesitzer*innen zu unterstützen und entsprechende Angebote zu entwickeln. Nach erfolgreicher Beantragung von Fördermitteln aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ konnte die Arbeit der Geschäftsstelle des Fachwerk5Eck im Jahr 2015 beginnen. Impulse für Innenstädte – Historisches nutzen, Zukunft sichern Die wesentlichen Ziele der Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen liegen in der Stärkung der Innen- bzw. Altstädte als wesentliches Element der Stadt- und Regionalentwicklung. In diesem Kontext besteht eine bedeutende Aufgabe darin, das historische Fachwerk als Ausdruck der regionstypischen Baukultur zu schützen und wertzuschätzen. Dadurch kann ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der regionalen Identität geleistet werden. Für den Erhalt der historischen Bausubstanz müssen die entsprechenden Objekte jedoch langfristig genutzt werden, z.B. als Wohn-, Arbeits- oder Begegnungsort, was vielfach eine Herausforderung darstellt. Da es sich beim Fachwerk5Eck um einen Zusammenschluss mehrerer Städte handelt, liegt ein wesentlicher Fokus auf der interkommunalen Zusammenarbeit. Kooperationen über die Stadtgrenzen hinweg sollen die nachhaltige Entwicklung der Region fördern und neue Impulse für Tourismus, Wirtschaft und Stadtentwicklung setzen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen möglichst viele Akteur*innen in die Planungen einbezogen werden. Durch die Beteiligung verschiedener Zielgruppen (z.B. Bürger*innen, Vereine, Initiativen) soll eine kommunikative Stadtentwicklung umgesetzt werden. Auch die Aktivierung der Nachbarschaften wird bei der Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen stets berücksichtigt und als wesentlich für eine gelungene Entwicklung angesehen. Viele Angebote richten sich explizit an Eigentümer*innen und (potenziellen) Käufer*innen historischer Gebäude. Diese sollen untereinander wie auch mit weiteren Akteur*innen vernetzt werden und zu relevanten Themen Beratung erhalten. Ein weiterer Fokus liegt auf der Einbindung von einschlägigen Expert*innen und Architekturinteressierten. Diese erweitern zusätzlich das Netzwerk der Geschäftsstelle und liefern fachspezifisches Wissen beispielsweise zu Fachwerkstilen, möglichen Sanierungstechniken oder generell zur Baukultur. Zu dieser Gruppe können sowohl Privatpersonen als auch ehrenamtliche Akteure und Initiativen zählen. „Unser Grundgedanke ist, die Baukultur der gesamten Region zu erhalten, indem wir durch unsere Beratung weiterhelfen.“ (Imke Heyen) Weitere Zielgruppen sind Tourist*innen und Interessierte von außerhalb der fünf Städte. Durch gezieltes Marketing zu kulturellen Highlights und Freizeitangeboten in den Städten und der Region sollen Menschen angezogen und Begeisterung für Südniedersachsen geschaffen werden. Bei einem Spaziergang durch die Northeimer Altstadt begegnet man vielen eindrucksvollen Fachwerkhäusern, beispielsweise am historischen Entenmarkt &#8230; &#8230; oder in der Hagenstraße Das Gerodesche Haus in der Marktstraße von Duderstadt beheimatet seit seiner Sanierung eine Kindertagesstätte und bietet darüber Raum für Büros und Mikro-Appartements für junge Menschen (2021 Iris Blank) Maßnahmen zur Stärkung und Nutzung historischer Bausubstanz im Fachwerk5Eck – informieren, fördern und vernetzen Generell wird die Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen sehr gut angenommen. Es ist mittlerweile in den Städten und auch in der Region bekannt, dass es die Geschäftsstelle gibt, wofür sie stehen und wie sie weiterhelfen können. „Seitdem wir bekannt dafür geworden sind, kommen auch Menschen aus den Dörfern auf uns zu. Sie haben es manchmal in Bezug auf Fördermöglichkeiten etwas schwerer, aber wir beraten sie auch gerne. Es geht dann oft um Experten, die wir empfehlen können.“(Juliane Hofmann) Das Fachwerk5Eck bietet eine Vielzahl von Angeboten und Maßnahmen an. Hierzu zählen neben den Aufgaben des Tagesgeschäfts immer wieder spezifische Projekte. Mit dem Projekt Wohnraum5Eck wurde beispielsweise eine Informationsplattform für Sanierungsprojekte geschaffen: Sie dient zur Information und zum fachlichen Austausch in Bezug auf z.B. Sanierungsideen, Fördermittel oder Baukultur im Allgemeinen. Nach der Projektphase ist das Wohraum5Eck zum festen Bestandteil der Arbeit und des Angebots des Fachwerk5Eck geworden. Weitere Projekte werden im nachfolgenden Abschnitt vorgestellt. An dieser Stelle folgt eine kleine Übersicht über die Arbeitsschwerpunkte der Geschäftsstelle: Fachwerksprechstunden: Sie finden in allen fünf Städten des Fachwerk5Eck statt und liefern eine kostenlose Erstberatung zu Sanierungs- und Fördermöglichkeiten durch persönliche Ansprechpersonen. Anfangs fanden die offenen Sprechstunden in regelmäßigen Abständen statt. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, sie nach Vereinbarung und auf Nachfrage abzuhalten, um eine bessere Planung und Flexibilität zu haben. Projekt- und Fördermittelberatung: Neben der Beratung zu möglichen Förderprogrammen – wie der LEADER-Förderung, der Städtebauförderung, aber auch kleineren Landesförderungen – wurden im Rahmen einer Förderung Modernisierungsideen durch Architekt*innen gewährt. Öffentlichkeitsarbeit und niedrigschwellige Weiterbildungsangebote: Hierzu zählen insbesondere Social-Media-Marketing sowie regelmäßige Informationen über die Angebote im Fachwerk5Eck durch einen Newsletter; aber auch]]></description>
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									<h3><strong>Leerstände in historischen Altstädten im Fokus – Die Arbeit des Fachwerk5Eck in Südniedersachsen</strong></h3><p>Mit unserem Besuch in Northeim bei Juliane Hofmann und Imke Heyen vom <a href="https://www.fachwerk5eck.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Fachwerk5Eck</strong></a> haben wir ein sehr spannendes, interkommunales Projekt kennen gelernt. Juliane Hofmann ist studierte Geografin und PR-Beraterin und von Beginn an im Projekt aktiv. Imke Heyen studierte Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung an der HAWK in Göttingen und unterstützt ihre Kollegin seit 2020. Beide berichteten über ihre Arbeit, ihre Ansätze und Ziele sowie die Besonderheiten des <strong>Fachwerk5Eck</strong>. Mit Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim und Osterode am Harz umfasst die Initiative fünf ländliche Kleinstädte und agiert dabei sogar über Landkreisgrenzen hinweg. Das <strong>Fachwerk5Eck</strong> hat sich zum Ziel gesetzt, das einzigartige Fachwerk‑Erbe der fünf Städte – sowohl für Bewohner*innen, Bauherr*innen als auch Besucher*innen – regionsübergreifend zu erhalten, wiederzubeleben und zukunftsfähig zu entwickeln. Die Kerninstrumente sind Sanierungsberatung, multimediale Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die Städte haben vor vielen Jahren festgestellt, <br />dass sie ähnliche Voraussetzungen haben: <br />Sie sind alle in Südniedersachsen und haben einen hohen Anteil an<br />Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten mit einem hohen Denkmalbestand. <br />Sie haben aber auch gleiche Herausforderungen durch beginnenden Leerstand <br />und brauchen dadurch Impulse in der Innenentwicklung.“ <br />(</em><em>Juliane Hofmann)</em></p>								</div>
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									<p>Das <strong>Fachwerk5Eck</strong> gründete sich im November 2013 im Rahmen des 4. Südniedersächsischen Fachwerktags durch einen formalen Zusammenschluss der fünf Städte. Ein Thema eint die Beteiligten: Die historische Fachwerkarchitektur, welche für Südniedersachsen typisch ist. Sie stellt für die historischen Stadtkerne der fünf Städte nicht nur eine typische Bauweise dar, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Identität und lockt Besucher*innen in die Region. Umso wichtiger ist es, die Altstädte zu pflegen und zu erhalten, denn die Stadtkerne im <strong>Fachwerk5Eck</strong> sind allesamt von Leerstand bedroht. Dazu kommt, dass sich die meist historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in Privatbesitz befinden und nicht alle Eigentümer*innen in der Lage sind, ihre Immobilien zu erhalten. Somit kommt es an vielen Stellen zum Sanierungsstau. Hier setzen die Kommunen an, um Hausbesitzer*innen zu unterstützen und entsprechende Angebote zu entwickeln. Nach erfolgreicher Beantragung von Fördermitteln aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ konnte die Arbeit der Geschäftsstelle des <strong>Fachwerk5Eck</strong> im Jahr 2015 beginnen.</p><h4>Impulse für Innenstädte – Historisches nutzen, Zukunft sichern</h4><p>Die wesentlichen Ziele der Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen liegen in der Stärkung der Innen- bzw. Altstädte als wesentliches Element der Stadt- und Regionalentwicklung. In diesem Kontext besteht eine bedeutende Aufgabe darin, das historische Fachwerk als Ausdruck der regionstypischen Baukultur zu schützen und wertzuschätzen. Dadurch kann ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der regionalen Identität geleistet werden. Für den Erhalt der historischen Bausubstanz müssen die entsprechenden Objekte jedoch langfristig genutzt werden, z.B. als Wohn-, Arbeits- oder Begegnungsort, was vielfach eine Herausforderung darstellt.</p><p>Da es sich beim <strong>Fachwerk5Eck</strong> um einen Zusammenschluss mehrerer Städte handelt, liegt ein wesentlicher Fokus auf der interkommunalen Zusammenarbeit. Kooperationen über die Stadtgrenzen hinweg sollen die nachhaltige Entwicklung der Region fördern und neue Impulse für Tourismus, Wirtschaft und Stadtentwicklung setzen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen möglichst viele Akteur*innen in die Planungen einbezogen werden. Durch die Beteiligung verschiedener Zielgruppen (z.B. Bürger*innen, Vereine, Initiativen) soll eine kommunikative Stadtentwicklung umgesetzt werden. Auch die Aktivierung der Nachbarschaften wird bei der Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen stets berücksichtigt und als wesentlich für eine gelungene Entwicklung angesehen. Viele Angebote richten sich explizit an Eigentümer*innen und (potenziellen) Käufer*innen historischer Gebäude. Diese sollen untereinander wie auch mit weiteren Akteur*innen vernetzt werden und zu relevanten Themen Beratung erhalten.</p><p>Ein weiterer Fokus liegt auf der Einbindung von einschlägigen Expert*innen und Architekturinteressierten. Diese erweitern zusätzlich das Netzwerk der Geschäftsstelle und liefern fachspezifisches Wissen beispielsweise zu Fachwerkstilen, möglichen Sanierungstechniken oder generell zur Baukultur. Zu dieser Gruppe können sowohl Privatpersonen als auch ehrenamtliche Akteure und Initiativen zählen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Unser Grundgedanke ist, die Baukultur der gesamten Region zu erhalten, <br />indem wir durch unsere Beratung weiterhelfen.“ <br />(</em><em>Imke Heyen)</em></p><p>Weitere Zielgruppen sind Tourist*innen und Interessierte von außerhalb der fünf Städte. Durch gezieltes Marketing zu kulturellen Highlights und Freizeitangeboten in den Städten und der Region sollen Menschen angezogen und Begeisterung für Südniedersachsen geschaffen werden.</p>								</div>
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										<img loading="lazy" decoding="async" width="641" height="428" src="https://leerstand-aktivieren.de/wp-content/uploads/Marktstr-2_Duderstadt.jpg" class="attachment-full size-full wp-image-19789" alt="" srcset="https://leerstand-aktivieren.de/wp-content/uploads/Marktstr-2_Duderstadt.jpg 641w, https://leerstand-aktivieren.de/wp-content/uploads/Marktstr-2_Duderstadt-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 641px) 100vw, 641px" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Das Gerodesche Haus in der Marktstraße von Duderstadt beheimatet seit seiner Sanierung eine Kindertagesstätte und bietet darüber Raum für Büros und Mikro-Appartements für junge Menschen (2021 Iris Blank)</figcaption>
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												<figure class="wp-caption">
										<img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="439" src="https://leerstand-aktivieren.de/wp-content/uploads/Marktstr-3_Duderstadt.jpg" class="attachment-full size-full wp-image-19788" alt="" />											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text"></figcaption>
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									<h4>Maßnahmen zur Stärkung und Nutzung historischer Bausubstanz im Fachwerk5Eck – informieren, fördern und vernetzen</h4><p>Generell wird die Arbeit von Juliane Hofmann und Imke Heyen sehr gut angenommen. Es ist mittlerweile in den Städten und auch in der Region bekannt, dass es die Geschäftsstelle gibt, wofür sie stehen und wie sie weiterhelfen können.</p><p style="text-align: center;"><em>„Seitdem wir bekannt dafür geworden sind, kommen auch Menschen aus den Dörfern auf uns zu. <br />Sie haben es manchmal in Bezug auf Fördermöglichkeiten etwas schwerer, aber wir beraten sie auch gerne. <br />Es geht dann oft um Experten, die wir empfehlen können.“<br /></em><em>(Juliane Hofmann)</em></p><p>Das <strong>Fachwerk5Eck</strong> bietet eine Vielzahl von Angeboten und Maßnahmen an. Hierzu zählen neben den Aufgaben des Tagesgeschäfts immer wieder spezifische Projekte. Mit dem Projekt <a href="https://www.wohnraum5eck.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Wohnraum5Eck</strong></a> wurde beispielsweise eine Informationsplattform für Sanierungsprojekte geschaffen: Sie dient zur Information und zum fachlichen Austausch in Bezug auf z.B. Sanierungsideen, Fördermittel oder Baukultur im Allgemeinen. Nach der Projektphase ist das <strong>Wohraum5Eck</strong> zum festen Bestandteil der Arbeit und des Angebots des <strong>Fachwerk5Eck</strong> geworden. Weitere Projekte werden im nachfolgenden Abschnitt vorgestellt. An dieser Stelle folgt eine kleine Übersicht über die Arbeitsschwerpunkte der Geschäftsstelle:</p>								</div>
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									<p><strong>Fachwerksprechstunden:</strong> Sie finden in allen fünf Städten des Fachwerk5Eck statt und liefern eine kostenlose Erstberatung zu Sanierungs- und Fördermöglichkeiten durch persönliche Ansprechpersonen. Anfangs fanden die offenen Sprechstunden in regelmäßigen Abständen statt. Mittlerweile ist man dazu übergegangen, sie nach Vereinbarung und auf Nachfrage abzuhalten, um eine bessere Planung und Flexibilität zu haben.</p><p><strong>Projekt- und Fördermittelberatung:</strong> Neben der Beratung zu möglichen Förderprogrammen – wie der LEADER-Förderung, der Städtebauförderung, aber auch kleineren Landesförderungen – wurden im Rahmen einer Förderung Modernisierungsideen durch Architekt*innen gewährt.</p><p><strong>Öffentlichkeitsarbeit und niedrigschwellige Weiterbildungsangebote:</strong> Hierzu zählen insbesondere Social-Media-Marketing sowie regelmäßige Informationen über die Angebote im Fachwerk5Eck durch einen Newsletter; aber auch Infoveranstaltungen, Workshops und Seminare zu unterschiedlichen Themen, wie z.B. Lehmbau oder energetischer Altbausanierung.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Wir sind immer auf der Suche und haben auch Ideen im Kopf, <br />wie wir vorgehen und was wir als nächstes Thema anstoßen wollen. <br />Wir versuchen immer, unser Angebot besser zu machen und auszuweiten.“<br /></em><em>(Juliane Hofmann)</em></p><p>Dieses grundlegende Angebot ist seit Beginn relativ gleich geblieben, aber es wird stets an die aktuellen Bedarfe und Anforderungen angepasst. Einzelne Leistungen existieren in abgewandelter Form weiter; es gibt Ergänzungen durch weitere oder zum Teil auch temporäre Angebote. Dabei legen Juliane Hofmann und Imke Heyen stets Wert auf qualitative Verbesserungen und eine enge Orientierung an den Bedarfen der Zielgruppen.</p><h4>Projekte mit Profil: Wohnraumentwicklung, Storytelling und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Fachwerkkultur</h4><p>Zusätzlich zu den Angeboten, die zum Tagesgeschäft von Juliane Hofmann und Imke Heyen gehören, werden auch immer wieder Ideen und Konzepte für neue Projekte entwickelt und umgesetzt. Zum Teil handelt es sich dabei um zeitlich begrenzte Vorhaben. Einzelne Projekte gehen aber nach Ablauf ihrer Laufzeit in die allgemeine Arbeit im Fachwerk5Eck über. So hat sich das bereits erwähnte Wohnraum5Eck mittlerweile zu einer dauerhaften Ergänzung des Angebots entwickelt. Es handelt sich überdies um ein Teilprojekt des Forums WohnRaum, welches über das Programm <a href="https://www.mb.niedersachsen.de/zukunftsraeume-niedersachsen/zentrale-orte-in-landlichen-raumen-starken-178270.html" target="_blank" rel="noopener">„Zukunftsräume Niedersachsen“</a> des Niedersächsischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung gefördert wurde. Im Rahmen der <a href="https://www.fachwerk-triennale.de/Fachwerktriennale-2022.html" target="_blank" rel="noopener">Fachwerktriennale 2022</a> wurde das Projekt inklusive der Plattform mit ausgewählten Sanierungsbeispielen sowie der Hausbörse vorgestellt. Weitere Projekte des Fachwerk5Eck sind in der folgenden Übersicht aufgeführt:</p>								</div>
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									<p><strong>Wohnraum5Eck:</strong> Das Projekt für Sanierungswillige! Die Internetplattform <a href="http://www.wohnraum5eck.de">www.wohnraum5eck.de</a> gibt Informationen rund um die Sanierungsthemen, wie vorfügbare Fördermittel und ihre Antragsstellung, Experten, Ansprechpartner, Baustoffe, gute Sanierungsbeispiele und Modernisierungsvorschläge und aktive Bürgergruppen. Für Interessierte steht eine persönliche Beratung zur Verfügung. Wer eine praktische, unabhängige und kostengünstige Hilfe zur Einschätzung des Sanierungsbedarfes möchte, kann den Baukulturdienst hinzuziehen.</p><p><strong>Tourismus:</strong> Die Website des Fachwerk5Ecks <a href="http://www.fachwerk5eck.de">www.fachwerk5eck.de</a> ist touristisch ausgelegt und zeigt die Attraktionen der Region, gibt Tipps für Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, Rad- und Wanderwege. Mit Haus- und Stadtgeschichten werden Einblicke in die Historie der rund 600 Jahre alten Altstädte gegeben. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der weitere Potenziale für Südniedersachsen birgt. Daher werben die Tourismussparten der Partnerstädte gemeinsam für die Region. Interessierte erhalten einen Reiseführer, einen Architekturführer und eine Städtebauliche Broschüre. Gemeinsame Auftritte auf Messen und Veranstaltungen werben für weitere Gäste.</p><p><strong>Öffentlichkeitsarbeit</strong>: Es gibt viel zu berichten aus Südniedersachsen. Insbesondere die Themen aus Wohnraum5Eck und Tourismus werden nachrichtlich für Printmedien, emotional für Social Media und informativ für die Websites und den Newsletter aufbereitet.</p><p><strong>Eine starke Partnerschaft:</strong> viele weitere Themen, die interkommunal von Bedeutung sind, werden unter den bewährten Partnern gemeinschaftlich diskutiert und organisiert, beispielsweise aktuelle Themen wie die kommunale Wärmeplanung, Innenentwicklung, politische Forderungen oder Kulturelles.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Im Antrag war ein Tourismuskonzept vorgesehen <br />und wir haben uns überlegt, dass wir noch einen <br />Reiseführer dazu machen, so dass am Ende noch <br />ein Produkt da ist, das man den Bürgern mitgeben kann; <br />etwas, das weiterreicht als ein <br />bloßes Konzept und was Praktisches ist.“<br /></em><em>(Juliane Hofmann)</em></p><p>Bei der Betrachtung der Projekte wird schnell klar, dass der Praxisbezug und der Umsetzungsgedanke eine große Rolle spielen. Für Juliane Hofmann und Imke Heyen ist es wichtig, Ergebnisse zu erzielen, die nicht nur nützlich, sondern auch sichtbar und greifbar sind. Hieraus ergibt sich eine besondere Außenwirkung, die für die Arbeit in der Stadt- und Regionalentwicklung von großer Bedeutung ist.</p><p><strong>Interkommunale Zusammenarbeit als Schlüssel der Stadt- und Regionalentwicklung</strong></p><p>Den Kern des Netzwerks vom <strong>Fachwerk5Eck</strong> bilden die fünf Städte Duderstadt, Einbeck, Hann. Münden, Northeim und Osterode am Harz. Insbesondere die Beziehungen zu den Fachbereichen Bauen und Stadtentwicklung sind für die Arbeit des <strong>Fachwerk5Eck</strong> entscheidend. Über den Austausch mit eben diesen Fachbereichen der Städte werden verschiedene Schwerpunkte an Juliane Hofmann und Imke Heyen herangetragen. Sie erfahren Hintergründe zu den aktuellen Ausgangslagen und Handlungsbedarfen, die oftmals einen unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung von Angeboten oder kommenden Projekten haben. Auf der Verwaltungsebene ist ebenfalls der Kontakt zu den Landkreisen von Bedeutung. Das <strong>Fachwerk5Eck</strong> erstreckt sich über zwei Landkreise: dem Landkreis Göttingen – zu dem seit Ende 2016 auch der Altkreis Osterode am Harz gehört – und dem Landkreis Northeim. Eine wichtige Zusammenarbeit besteht mit den Referaten Demografie und Sozialplanung sowie nachhaltige Regionalentwicklung des Landkreises Göttingen, ebenso mit dem Dezernat Bauen und Umwelt des Landkreises Northeim. Die Geschäftsstelle des <strong>Fachwerk5Eck</strong> spielt für die direkte Kommunikation mit den Bürger*innen eine wichtige Rolle, denn der Besuch oder Anruf bei Juliane Hofmann und Imke Heyen fällt vielen Menschen leichter als der direkte Kontakt zu den Verwaltungen.</p>								</div>
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										</figure>
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										</figure>
									</div>
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										</figure>
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												<figure class="wp-caption">
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										</figure>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Es ist gut, dass es uns als Stelle zwischen den Privatpersonen <br />und der Verwaltung gibt. Eine ähnliche Stelle gibt es auch <br />im Landkreis nicht und wir haben keine Konkurrenz. <br />Wir sind ein Ansprechpartner ohne große Barrieren <br />und vielen fällt es leichter sich erst an uns zu wenden.“<br />(</em><em>Imke Heyen)</em></p><p>Darüber hinaus bestehen auch gefestigte Verbindungen zur Wissenschaft. Hier wird insbesondere die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) mit Standorten in Göttingen, Holzminden und Hildesheim genannt. Diese ist allein aufgrund ihres Studienangebots mit Studiengängen wie Architektur, Bauingenieurwesen und -management, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen, Konservierung und Restauration oder Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung von großem Interesse. Aber auch die Forschungsarbeit und Beratungstätigkeiten der verschiedenen Fachbereiche bieten einen wertvollen Gewinn für das <strong>Fachwerk5Eck</strong>. Im Gegenzug dafür stellen die fünf Städte und die Region Südniedersachsen für die HAWK ein spannendes „Reallabor“ für innovative Forschungsvorhaben dar.</p><p>Darüber hinaus gilt der Baukulturdienst Weser-Leine-Harz als wichtiger Netzwerk- und Kooperationspartner für das <strong>Fachwerk5Eck</strong>. Dieser bietet Eigentümer*innen und Bewohner*innen von historischen Gebäuden die Möglichkeit einer unabhängigen Erstberatung in Bezug auf Sanierungsbedarfe. Dabei geht es u.a. um die energetische Sanierung, Denkmalschutz oder die Bewertung der Bausubstanz. Juliane Hofmann und Imke Heyen verweisen in ihrem Arbeitsalltag immer wieder auf die fachgerechten Beratungen des Baukulturdienstes und stellen den Kontakt zu Interessierten her. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit kleineren Initiativen und Projekten aus der Region. Diese sind in der Regel ehrenamtlich organisiert und widmen sich auf einer kleinräumigen Ebene spezifischen Themen. Hierzu zählen beispielsweise die „Fachwerkfreunde“ aus Osterode am Harz oder die „Aktivitäter“ in Einbeck. Auf der Webseite des Fachwerk5Eck werden solche Initiativen beworben und somit für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies gilt auch für Bürgergenossenschaften wie in Hann. Münden und der Bergstadt Bad Grund.</p><p><strong>Finanzielle und rechtliche Stolpersteine beim Erhalt von Fachwerkhäusern – Herausforderungen und Erschwernisse im Fachwerk5Eck</strong></p><p>Die Herausforderungen für die Arbeit des <strong>Fachwerk5Eck</strong> liegen in verschiedenen Bereichen. Zum einen ist hier die Finanzierung zu nennen. Die finanzielle Ausstattung der Geschäftsstelle erfolgt derzeit anteilig durch die fünf Städte, die sich die laufenden Kosten des Alltagsgeschäfts teilen. Für gezielte Projekte und Maßnahmen müssen jedoch Förder- und Drittmittel eingeworben werden. Bislang war dies immer durch die gute und erfolgreiche Akquisearbeit sichergestellt.</p>								</div>
				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p style="text-align: center;"><em>„Eines der großen Probleme ist, dass ein Großteil der Gebäude <br />im Privateigentum ist und die Kommune den Eigentümer nicht <br />dazu verpflichten kann, eine Sanierung durchzuführen. <br />Da sind Gebäude, die sind seit 50-60 Jahren nicht mehr saniert worden.“ <br />(</em><em>Juliane Hofmann)</em></p><p>In der mangelnden Handhabe von Kommunen, die Privateigentümer*innen zur Instandhaltung ihrer Immobilien zu verpflichten, liegt wohl eine der größten Herausforderungen. Es muss nicht immer der fehlende Wille sein, das eigene alte Fachwerkhaus zu sanieren. Viele Gebäude sind im Besitz älterer Menschen, die kaum mehr die Möglichkeit haben, die notwendige Finanzierung z.B. über die Aufnahme eines Kredites zu stemmen. Weitere Probleme lassen sich bei Hausübergaben nach einem Todesfall erkennen. Hierzu kann beispielsweise eine ungeklärte Erbfolge zählen. In diesem Fall ist nicht eindeutig zu bestimmen, an wen ein Gebäude überschrieben wird oder die Erben sind schlicht nicht greifbar. Problematisch kann es auch sein, wenn ein Haus von einer Erbengemeinschaft verwaltet wird und diese sich nicht einig ist, was mit dem Objekt geschehen soll. In manchen Fällen kann auch eine Wohnrechtsvereinbarung einer Sanierung im Wege stehen. Durch Beratung, beispielsweise zu Finanzierungsmöglichkeiten, oder die Hausbörse versuchen Juliane Hofmann und Imke Heyen entsprechende Hilfen anzubieten und die beschriebenen Herausforderungen anzugehen.</p><h4>Die Arbeit des Fachwerk5Eck: Motor für den Erhalt regionaler Baukultur und Identität</h4><p>Mit dem Fachwerk5Eck leisten Juliane Hofmann und Imke Heyen einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für die historische, ortstypische Fachwerkarchitektur und deren Bedeutung für die Innen- und Altstädte der Region Südniedersachsen. Auch wenn es verschiedene Herausforderungen gibt, schaffen sie es immer wieder, bedarfsgerechte Projekte zu initiieren und diese meistens auch zu verstetigen. Die Altstädte im Fachwerk5Eck profitieren ungemein durch das dargebrachte Engagement. Der Blick über den Tellerrand und die Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen, zu denen auch explizit Menschen von außerhalb und Tourist*innen gezählt werden, sind nicht nur für die fünf Städte, sondern für die gesamte Region ein Zugewinn. Durch die weitreichende Vernetzung – vor allem innerhalb der Region – hat sich das Fachwerk5Eck zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den Stadt- und Kreisverwaltungen, ehrenamtlichen Initiativen, Vereinen, Architektur- und Planungsbüros, spezialisierten Handwerksbetrieben sowie zahlreichen privaten Akteur*innen etabliert. Ihr interkommunaler und kooperativer Ansatz ist vorbildlich und trägt sowohl zum Erhalt des Zusammenhalts als auch zur Stärkung der regionalen Identität bei. Ein Besuch in den fünf (Alt-) Städten im Fachwerk5Eck lohnt sich in jedem Fall &#8211; quasi ein Pflichtprogramm für alle Fachwerkfreunde.</p><p><strong>Geschäftsstelle Fachwerk5Eck<br /></strong>Juliane Hofmann und Imke Heyen<br />Am Münster 9-11<br />37154 Northeim<br />+49 (0) 5551 966371<br /><a href="mailto:info@fachwerk5eck.de">info@fachwerk5eck.de</a><br /><a href="https://www.fachwerk5eck.de/" target="_blank" rel="noopener">www.fachwerk5eck.de</a></p>								</div>
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									<h5><strong>Südniedersachsen</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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