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	<title>Sachsen-Anhalt &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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	<description>Potenziale der Innenentwicklung und Leerstandsaktivierung: Leerstand überwinden, Baukultur erhalten, lebendige Orte schaffen</description>
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		<title>Miteinander.Deersheim! – Wie aus einem Slogan eine Identität für den Ort geworden ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 09:30:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Miteinander.Deersheim! – Wie aus einem Slogan eine Identität für den Ort geworden ist In der kleinen Ortschaft Deersheim, die als Teil der Stadt Osterwieck im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) liegt, öffnete im Jahr 2016 der neue Dorfladen seine Türen – als Reaktion auf die Schließung der Kaufhalle Ende des Jahres 2012, womit seinerzeit der letzte Nahversorger der Ortschaft wegbrach. Dies stellte insbesondere die ältere Bevölkerung Deersheims vor eine große Herausforderung. Im Rahmen des Forschungsprojektes „ZukunftsWerkStadt – Vision 20Plus – Gemeinsam mehr bewegen“ der Hochschule Harz und des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IEE) wurden damals erste Überlegungen angestellt, um die entstandene Versorgungslücke zu schließen. In der Ortsmitte ließ sich mit dem Geländekomplex „Edelhof“ schnell ein geeigneter Standort finden. Hierbei handelt es sich um einen aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gutshof mit angrenzendem Herrenhaus, in dem lange die kommunale Verwaltung Deersheims ihren Sitz hatte und inzwischen die Kindertagesstätte beheimatet ist. Dieses ortsbildprägende Ensemble mit seiner kleinen Park- und Teichanlage war in der DDR-Zeit eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und stand nach der Wende größtenteils leer. Anknüpfend an das Forschungsprojekt „ZukunftsWerkStadt“ wurde von den Bürger*innen Deersheims die Initiative „Miteinander.Deersheim!“ ins Leben gerufen. Diese erarbeitete das Konzept für das weitere Vorgehen im Ort und für den Aufbau eines Dorfladens. Auch die Gründung der Dorfladen-Genossenschaft im Jahr 2014 mit anfangs 89 Mitgliedern ist somit auf diese Initiative zurückzuführen. Die Deersheimer Bürgermeisterin Melanie Huchel zusammen mit Hans-Jürgen Müller „Dann hat unser damaliger Ortsbürgermeister gesagt: Weißt du was, jedes Neugeborene in diesem Ort bekommt sofort eine Genossenschaftsmitgliedschaft und ich zahle die 50 Euro.Wir haben jetzt 182 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt vonunter 60 Jahren und das, obwohl das Dorf sicherlich älter ist.“(Hans-Jürgen Müller) Die amtierende Bürgermeisterin des Ortes Melanie Huchel sowie Hans-Jürgen Müller, ehemaliger Gewerkschaftssekretär, waren treibende Kräfte, die sich maßgeblich für den Dorfladen engagierten. Beide sind eng mit dem Ort verbunden. Melanie Huchel fühlt sich seit früher Kindheit in Deersheim verwurzelt; Hans-Jürgen Müller wohnt bereits seit 40 Jahren in der Ortschaft. Im Gespräch gaben sie Einblicke in die Entstehung und die aktuelle Situation des Dorfladens. Sie berichten, wie sich aus dem Slogan „Miteinander.Deersheim!“ ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat, welches sich im alltäglichen Betrieb des Mehrfunktionshauses deutlich beobachten lässt. Innenansichten des Dorfladens: Verkaufstheke &#8230; &#8230; Ladenfläche &#8230; &#8230; das Café &#8230; &#8230; und die Mitmachküche Die 300 Quadratmeter große Fläche des Dorfladens – mit Café, Galerie, kleinem Bücherflohmarkt, Mitmachküche und multifunktionalem Beratungsraum – erfüllt mittlerweile deutlich mehr Funktionen als die bloße Abdeckung der örtlichen Nahversorgung. Im angrenzenden Gebäude des Komplexes, der Markthalle – einem ehemaligen und mittlerweile sanierten Ochsenstall – ist auf einer Fläche von 600 Quadratmetern sehr viel Platz für Veranstaltungen jeglicher Art. Beispielsweise finden hier Flohmärkte sowie die jährlichen Frühlings- und Herbstmärkte statt. Aber auch öffentliche Liveübertragungen von Fußballspielen hat es schon gegeben. Darüber hinaus ist es möglich, die Markthalle für Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten anzumieten. Platz für Veranstaltungen in der Markthalle: Außenansicht &#8230; &#8230; und Innenansicht „Im Januar 2016 haben wir auf der Grünen Woche die Förderung gekriegt und im November wurde dieses Objekt eingeweiht. Das wurde sogar vom Ministerpräsidenten eröffnet mit den markigen Worten: Liebe Genossinnen und Genossen! Das war wirklich eine schöne Zeit und wir haben uns alle viel Mühe gegeben.“ (Hans-Jürgen Müller) Ein Projekt mit Rückenwind: Förderprogramme für Deersheim im Überblick Im Gespräch wurde über die Impulse und den Prozess – von der Projektidee bis hin zur Eröffnung im Jahr 2016 unter Anwesenheit des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff – gesprochen. Im Vordergrund standen darüber hinaus die Finanzierung des Vorhabens und des gesellschaftlichen Engagements, ohne welches der Dorfladen so nicht existieren würde. Aber auch in einer solchen „Cinderella-Story“ laufen nicht immer alle Dinge reibungslos. Es wurden auch aktuelle Probleme und Herausforderungen thematisiert, insbesondere was den Betrieb des Dorfladens betrifft. Die Förderung des Projektes „Miteinander.Deersheim!“ und des Dorfladens setzte sich aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. Die Gelder kamen aus dem LEADER-Programm, aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten (MWL) und dem heutigen Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt (MWU). Eine weitere finanzielle Basis bilden die Genossenschaftsanteile der Dorfladen eG. Diese kosten 50 Euro pro Anteil und jedes Mitglied der Genossenschaft muss mindestens einen Anteil zeichnen. Es können aber beliebig viele Anteile gezeichnet werden, um die Unterstützung zu erhöhen. Insbesondere diese finanziellen Mittel spielen eine bedeutende Rolle, vor allem für den laufenden Betrieb, aber auch für die Umsetzungsphase des Projekts. Ohne die zuvor genannten Fördermittel wäre die Realisierung jedoch nicht möglich gewesen. Zwischen 2011 und 2013 flossen erstmals Fördergelder in Form von LEADER-Mitteln, vergeben an die Stadt Osterwieck, für die Sanierung des Gebäudekomplexes „Edelhof“. Mit einer Förderung von insgesamt 240.000 Euro konnte zum einen die historische Bausubstanz erhalten werden. Zum anderen ist hierdurch auch der Ortskern aufgewertet worden. Im Zuge dieser Sanierung wurde die Edelhofhalle, als großer Veranstaltungsort für den Ort, geschaffen, aber auch die Gebäudeteile für den späteren Dorfladen und die Markthalle profitierten davon. Rückblickend stellte diese Instandsetzung des Gebäudekomplexes deshalb die Grundlage für die zukünftige Standortentscheidung für den Dorfladen dar, da eine bedeutende Investition somit schon im Vorfeld getätigt worden ist. Das BMEL würdigte das Engagement in Deersheim und wählte „Miteinander.Deersheim!“ als Leuchtturm-Projekt aus. Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) 2016 in Berlin wurde die Deersheimer Initiative vorgestellt und eine Förderung in Höhe von 150.000 Euro an die Verantwortlichen überreicht. Diese Gelder leisteten einen maßgeblichen Beitrag zum Ausbau und zur Umgestaltung des denkmalgeschützten Gebäudes. Zudem rückte die Würdigung auf der Grünen Woche das Projekt in ein öffentliches Licht und verschaffte ihm große Aufmerksamkeit. Wie bereits erwähnt kamen die initialen Fördermittel, im Rahmen des Forschungsprojektes „ZukunftsWerkStadt“, im Jahr nach der Schließung der örtlichen Kaufhalle. Hierbei handelte es sich um eine Förderung auf Landesebene, die durch das MWL vergeben worden ist. Weitere Fördergelder gewährte 2020 das MWU im Rahmen des Modellprogramms „DorfGemeinschaftsladen“. In diesem Programm ist der Dorfladen Deersheim mit zusätzlichen 91.000 Euro unterstützt worden. Bei der Finanzierung der Initiative und des Dorfladens lässt sich ein Dreiklang aus Kreditfinanzierung, öffentlichen Geldern und Genossenschaftsanteilen erkennen.]]></description>
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									<h3>Miteinander.Deersheim! – Wie aus einem Slogan eine Identität für den Ort geworden ist</h3><p>In der kleinen Ortschaft Deersheim, die als Teil der Stadt Osterwieck im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) liegt, öffnete im Jahr 2016 der neue Dorfladen seine Türen – als Reaktion auf die Schließung der Kaufhalle Ende des Jahres 2012, womit seinerzeit der letzte Nahversorger der Ortschaft wegbrach. Dies stellte insbesondere die ältere Bevölkerung Deersheims vor eine große Herausforderung. Im Rahmen des Forschungsprojektes „ZukunftsWerkStadt – Vision 20Plus – Gemeinsam mehr bewegen“ der Hochschule Harz und des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IEE) wurden damals erste Überlegungen angestellt, um die entstandene Versorgungslücke zu schließen. In der Ortsmitte ließ sich mit dem Geländekomplex „Edelhof“ schnell ein geeigneter Standort finden. Hierbei handelt es sich um einen aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gutshof mit angrenzendem Herrenhaus, in dem lange die kommunale Verwaltung Deersheims ihren Sitz hatte und inzwischen die Kindertagesstätte beheimatet ist. Dieses ortsbildprägende Ensemble mit seiner kleinen Park- und Teichanlage war in der DDR-Zeit eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) und stand nach der Wende größtenteils leer. Anknüpfend an das Forschungsprojekt „ZukunftsWerkStadt“ wurde von den Bürger*innen Deersheims die Initiative „Miteinander.Deersheim!“ ins Leben gerufen. Diese erarbeitete das Konzept für das weitere Vorgehen im Ort und für den Aufbau eines Dorfladens. Auch die Gründung der Dorfladen-Genossenschaft im Jahr 2014 mit anfangs 89 Mitgliedern ist somit auf diese Initiative zurückzuführen.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em><span style="color: #50b428;">„Dann hat unser damaliger Ortsbürgermeister gesagt: <br />Weißt du was, jedes Neugeborene in diesem Ort bekommt sofort <br />eine Genossenschaftsmitgliedschaft und ich zahle die 50 Euro.<br /></span></em><em><span style="color: #50b428;">Wir haben jetzt 182 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von<br /></span></em><em><span style="color: #50b428;">unter 60 Jahren und das, obwohl das Dorf sicherlich älter ist.“<br />(Hans-Jürgen Müller)</span></em></p>								</div>
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									<p>Die amtierende Bürgermeisterin des Ortes Melanie Huchel sowie Hans-Jürgen Müller, ehemaliger Gewerkschaftssekretär, waren treibende Kräfte, die sich maßgeblich für den Dorfladen engagierten. Beide sind eng mit dem Ort verbunden. Melanie Huchel fühlt sich seit früher Kindheit in Deersheim verwurzelt; Hans-Jürgen Müller wohnt bereits seit 40 Jahren in der Ortschaft. Im Gespräch gaben sie Einblicke in die Entstehung und die aktuelle Situation des Dorfladens. Sie berichten, wie sich aus dem Slogan „Miteinander.Deersheim!“ ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat, welches sich im alltäglichen Betrieb des Mehrfunktionshauses deutlich beobachten lässt.</p>								</div>
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									<p style="text-align: center;"><em>„Im Januar 2016 haben wir auf der Grünen Woche die Förderung gekriegt und im November wurde dieses Objekt eingeweiht. Das wurde sogar vom Ministerpräsidenten eröffnet mit den markigen Worten: Liebe Genossinnen und Genossen! Das war wirklich eine schöne Zeit und wir haben uns alle viel Mühe gegeben.“ <br /></em><em>(Hans-Jürgen Müller)</em></p><h4><strong>Ein Projekt mit Rückenwind: Förderprogramme für Deersheim im Überblick</strong></h4><p>Im Gespräch wurde über die Impulse und den Prozess – von der Projektidee bis hin zur Eröffnung im Jahr 2016 unter Anwesenheit des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff – gesprochen. Im Vordergrund standen darüber hinaus die Finanzierung des Vorhabens und des gesellschaftlichen Engagements, ohne welches der Dorfladen so nicht existieren würde. Aber auch in einer solchen „Cinderella-Story“ laufen nicht immer alle Dinge reibungslos. Es wurden auch aktuelle Probleme und Herausforderungen thematisiert, insbesondere was den Betrieb des Dorfladens betrifft.</p><p>Die Förderung des Projektes „Miteinander.Deersheim!“ und des Dorfladens setzte sich aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. Die Gelder kamen aus dem LEADER-Programm, aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten (MWL) und dem heutigen Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt (MWU). Eine weitere finanzielle Basis bilden die Genossenschaftsanteile der Dorfladen eG. Diese kosten 50 Euro pro Anteil und jedes Mitglied der Genossenschaft muss mindestens einen Anteil zeichnen. Es können aber beliebig viele Anteile gezeichnet werden, um die Unterstützung zu erhöhen. Insbesondere diese finanziellen Mittel spielen eine bedeutende Rolle, vor allem für den laufenden Betrieb, aber auch für die Umsetzungsphase des Projekts. Ohne die zuvor genannten Fördermittel wäre die Realisierung jedoch nicht möglich gewesen.</p><p>Zwischen 2011 und 2013 flossen erstmals Fördergelder in Form von LEADER-Mitteln, vergeben an die Stadt Osterwieck, für die Sanierung des Gebäudekomplexes „Edelhof“. Mit einer Förderung von insgesamt 240.000 Euro konnte zum einen die historische Bausubstanz erhalten werden. Zum anderen ist hierdurch auch der Ortskern aufgewertet worden. Im Zuge dieser Sanierung wurde die Edelhofhalle, als großer Veranstaltungsort für den Ort, geschaffen, aber auch die Gebäudeteile für den späteren Dorfladen und die Markthalle profitierten davon. Rückblickend stellte diese Instandsetzung des Gebäudekomplexes deshalb die Grundlage für die zukünftige Standortentscheidung für den Dorfladen dar, da eine bedeutende Investition somit schon im Vorfeld getätigt worden ist.</p><p>Das BMEL würdigte das Engagement in Deersheim und wählte „Miteinander.Deersheim!“ als Leuchtturm-Projekt aus. Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) 2016 in Berlin wurde die Deersheimer Initiative vorgestellt und eine Förderung in Höhe von 150.000 Euro an die Verantwortlichen überreicht. Diese Gelder leisteten einen maßgeblichen Beitrag zum Ausbau und zur Umgestaltung des denkmalgeschützten Gebäudes. Zudem rückte die Würdigung auf der Grünen Woche das Projekt in ein öffentliches Licht und verschaffte ihm große Aufmerksamkeit.</p><p>Wie bereits erwähnt kamen die initialen Fördermittel, im Rahmen des Forschungsprojektes „ZukunftsWerkStadt“, im Jahr nach der Schließung der örtlichen Kaufhalle. Hierbei handelte es sich um eine Förderung auf Landesebene, die durch das MWL vergeben worden ist. Weitere Fördergelder gewährte 2020 das MWU im Rahmen des Modellprogramms „DorfGemeinschaftsladen“. In diesem Programm ist der Dorfladen Deersheim mit zusätzlichen 91.000 Euro unterstützt worden.</p><p>Bei der Finanzierung der Initiative und des Dorfladens lässt sich ein Dreiklang aus Kreditfinanzierung, öffentlichen Geldern und Genossenschaftsanteilen erkennen. In der Verstetigung kommen die laufenden Einnahmen des Dorfladens oder Einnahmen aus der Vermietung der Markthalle dazu. Laufende Kosten des Betriebs werden hieraus beglichen.</p><h4>Ohne Netzwerk kein Projekt: Der Dorfladen als Gemeinschaftswerk</h4><p>Die Bedeutung einer guten Vernetzung ist bereits in anderen Artikeln in diesem Blog deutlich geworden. Diese gestaltet sich sehr individuell und sieht in jeder Region und für jedes Projekt anders aus. Trotz dieser Unterschiede lässt sich erneut feststellen: Ohne ein engagiertes Netzwerk mit seinen verschiedenen Akteur*innen wird die Realisierung eines Vorhabens deutlich erschwert.</p><p>Die wohl relevanteste Gruppe an Personen im Netzwerk des Dorfladens stellt die Bevölkerung von Deersheim selbst dar. Bereits während des Forschungsprojektes „ZukunftsWerkStadt“, im Zeitraum von 2012 bis 2013, spielten die Bürger*innen eine wichtige Rolle. Durch den partizipativen Charakter des Projekts wurden die Menschen vor Ort bereits von Beginn an einbezogen. Anfangs erfolgte die Einbindung über eine groß angelegte Befragung, in der gezielt die Bedürfnisse der Bevölkerung abgefragt wurden. Später wurden Möglichkeiten geschaffen, sich aktiv in die Gestaltung der Markthalle und des Dorfladens einzubringen. Am Ende stand die Entscheidung, den Bürger*innen die Möglichkeit zu geben, selbst Genossenschaftsanteile zu zeichnen, um somit Teilhaber und Unterstützer des Dorfladens zu werden.</p><p style="text-align: center;"><em>„Da haben wir wieder das Ehrenamt, <br />denn ohne ehrenamtliches Engagement geht hier gar nichts.“ <br /></em><em>(Melanie Huchel)</em></p><p>Die Stadt Osterwieck wird im Gespräch als wichtiger Unterstützer genannt. Sie ist Eigentümer des Gebäudekomplexes und schloss 2015 mit der Genossenschaft einen Nutzungsvertrag über 25 Jahre bis 2040. Dieser legt unter anderem fest, dass die Genossenschaft lediglich die Nebenkosten zahlen und ansonsten die Räumlichkeiten mietfrei nutzen kann. Von Seiten der Stadt Osterwieck stellt dieses Entgegenkommen eine besondere Wertschätzung des Engagements in Deersheim dar – und zugleich eine enorme finanzielle Entlastung für den Dorfladen.</p>								</div>
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									<p>Weitere Unterstützung kam von verschiedenen Organisationen mit relevanter Expertise. Hierzu zählen beispielsweise die Hochschule Harz, eine Rechtsanwaltskanzlei sowie ein Architekturbüro. Letzteres half bei der Planung der Sanierung der Gebäude, in denen sich heute der Dorfladen und die Markthalle befinden. Die Kanzlei beriet die Projektverantwortlichen hinsichtlich der Gesellschaftsform, mit der „Miteinander.Deersheim!“ zukünftig agieren und der Dorfladen betrieben werden sollte. Anfänglich gab es Überlegungen, eine GmbH &amp; Co. KG zu gründen, da aber bereits viele Bürger*innen früher Mitglieder der Konsum-Genossenschaft gewesen waren, fiel die Wahl zugunsten der Genossenschaft (eG) als Rechtsform. Mit der Hochschule Harz hatten die Deersheimer bereits bei ihren ersten Überlegungen, im Rahmen des Forschungsprojekts „ZukunftsWerkStadt“, einen kompetenten Partner an ihrer Seite. Sie stellte einerseits die wissenschaftliche Begleitung und unterstützte bei der Konzeptionierung sowie der Durchführung der Bürgerbeteiligungsprozesse. Durch die Impulse dieser Begleitforschung ist aus „Miteinander.Deersheim!“ letztlich das erwachsen, was heute in Form des Dorfladens und der Markthalle noch immer Bestand hat.</p><p>Neben dem Architekturbüro waren auch die örtlichen und regionalen Handwerksbetriebe eine wichtige Säule. Sie führten die Sanierungsarbeiten durch und bauten die Räumlichkeiten des Dorfladens und der Markthalle um. Dabei kamen sie den Bauverantwortlichen preislich sehr entgegen, weil sie ihren Einsatz auch als Beitrag für ihren Ort bzw. ihre Region sahen. Dies kann als Zeichen der Verbundenheit mit ihrer Heimat oder als Würdigung des Engagements in Deersheim verstanden werden – und führte zu einer weiteren finanziellen Entlastung des Projektes.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wenn wir über Unterstützung sprechen: Das Eigentliche und Wertvollste, von dem, was damals alles passiert ist, das haben Frau Selke und Frau Eichloff gemacht.“<br />(</em><em>Hans-Jürgen Müller)</em></p><p>Entscheidend waren aus Sicht von Melanie Huchel und Hans-Jürgen Müller aber vor allem die Macher*innen im Ort, insbesondere zu Beginn des Projektes. Wie Hans-Jürgen Müller im Gespräch immer wieder betonte, waren insbesondere Elke Selke und Carola Eichloff maßgeblich für die Initiierung und das anfängliche Vorankommen verantwortlich. Elke Selke stammt selbst aus Wernigerode, setzte sich aber aufgrund ihrer Tätigkeit in der Wirtschaftsförderung sehr für Deersheim ein. Sie arbeitete zu dieser Zeit im Agenda 21-Büro des Landkreises Harz. Dieses war mit der Umsetzung der lokalen Agenda 21 befasst, welche sich Themen der nachhaltigen Entwicklung in den Kommunen widmete. Carola Eichloff, verheiratet mit einem örtlichen Bauunternehmer und gleichzeitig in dem Unternehmen tätig, brachte Expertise zu baulichen Fragen ein. Die beiden Frauen übernahmen federführend grundlegende Aufgaben, kümmerten sich um Fördermöglichkeiten und brachten von Anfang an ein großes Netzwerk mit. Auch der ehemalige Ortsbürgermeister Wolfgang Englert und die amtierende Bürgermeisterin Melanie Huchel fanden durch Hans-Jürgen Müller lobende Erwähnung. Herr Englert entschied seinerzeit, jedem neugeborenen Kind eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft zu schenken und bezahlte diese aus privaten Mitteln. Mit der Übernahme des Bürgermeisteramts behielt Melanie Huchel dies bei, beschenkt weiterhin die Kinder in Deersheim zu ihrer Geburt und begrüßt so die neuen Genoss*innen in der Dorfgemeinschaft.</p><h4>Zwischen Ideal und Realität: Die Herausforderungen des Dorfladens Deersheim</h4><p>Im Großen und Ganzen sei es immer ziemlich problemlos abgelaufen, erinnerte sich Hans-Jürgen Müller. Die Zustimmung sei durchweg sehr hoch und die Bürger*innen von Deersheim hätten stets hinter dem Vorhaben gestanden. Der damalige Bürgermeister und auch die amtierende Bürgermeisterin Melanie Huchel waren und sind große Unterstützer. Auch die Stadt Osterwieck, der Landkreis, die Landes- und Bundesebene standen dem Projekt wohlwollend gegenüber. Zwei Herausforderungen sind aus der Sicht von Hans-Jürgen Müller jedoch zu erkennen: Die finanzielle Situation des Dorfladens sowie die Gewinnung des Personals und der Engagierten, ohne die ein Betrieb nicht möglich wäre.</p><p>Im Falle des Dorfladens geht es nicht um das Erwirtschaften von Gewinnen. Wichtig ist es jedoch, dass die laufenden Kosten gedeckt werden. Die Miete entfällt zwar, Nebenkosten müssen jedoch bezahlt werden. Neue Waren müssen beschafft und die Angestellten bezahlt werden. So berichtete Hans-Jürgen Müller, dass der Dorfladen zum ersten Mal im Jahr 2020 schwarze Zahlen geschrieben habe. Seitdem ist es ein wirtschaftliches Auf und Ab, aber der Laden konnte Defizite bislang immer wieder ausgleichen und das Dorf weiterhin versorgen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die größten Herausforderungen sind die finanziellen und die personellen. <br />Wir brauchen für den Betrieb Fachpersonal und Leute, die sich engagieren. <br />Und wie bereits gesagt, im letzten Jahr haben wir ein Minus gemacht,<br />davor das Jahr war es ein Plus und dieses Jahr, wenn alles gut läuft,<br />machen wir auch wieder Gewinn. Das ist immer so ein Hin und Her.“<br />(</em><em>Hans-Jürgen Müller)</em></p><p>Eine weitere Herausforderung, die sich derzeit etwas entspannt, betrifft die personelle Ausstattung des Dorfladens. Ausschließlich über Ehrenamt und persönliches Engagement ist der Betrieb nicht zu bewerkstelligen. Dieser wird durch Fachpersonal und geringfügig Beschäftigte aufrechterhalten, wobei der gesetzlich geregelte Mindestlohn gezahlt wird. Einerseits ist es Hans-Jürgen Müller als ehemaligem Gewerkschafter wichtig, einen anständigen Lohn zu zahlen, zumal dies auch Anreize für Arbeitnehmer*innen schafft und die Personal-Akquise begünstigt. Andererseits bringt der rasche Anstieg des Mindestlohns auf nun bald 15 Euro mit sich, dass der Dorfladen Deersheim – wie viele andere Dorfläden auch – vor neuen finanziellen Herausforderungen steht, die möglicherweise aus eigener Kraft nicht bewältigt werden können.</p>								</div>
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									<h4>Miteinander statt Stillstand: Wie Deersheim sich aktiv gegen den Strukturwandel stellt</h4><p>Die Initiative „Miteinander.Deersheim!“ und der daraus hervorgegangene Dorfladen zeigen deutlich, wie sich eine engagierte Dorfgemeinschaft erfolgreich gegen die strukturellen Veränderungen im eigenen Ort stellen kann. Am Anfang stand die Ladenschließung der Kaufhalle in Deersheim. Daraufhin machte sich die Dorfgemeinschaft intensiv Gedanken über die Zukunft des Ortes. Im Zuge dessen wurden weitere Defizite der Daseinsvorsorge thematisiert, beispielsweise eine fehlende Arztpraxis oder fehlende Bank- und Postfilialen. Vieles wollte man angehen: Einen Friseursalon hätte man in einem Raum des Dorfladens unterbringen können und wollen. Eine Gemeindeschwester hätte einen Platz für ihre Behandlungen bekommen. Man war bereits mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und mit Krankenkassen im Gespräch und es wurde finanzielle Unterstützung in einem Modellprojekt zugesagt. Am Ende ließen sich jedoch weder Friseur*innen, noch eine Gemeindeschwester oder Ärzt*innen gewinnen. Dennoch zeigen diese Initiativen, dass die Deersheimer*innen bereit sind, ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen, was ihnen 2017 eine Auszeichnung mit dem Demografiepreis des Landes Sachsen-Anhalt und 2018 eine Nominierung für den Deutschen Engagementpreis einbrachte. Aus dem Slogan „Miteinander.Deersheim!“ hat sich eine zukunftsweisende Philosophie für den Ort entwickelt und der Dorfladen als Teil des Mehrfunktionshauses steht für das gelebte Engagement der Dorfgemeinschaft.</p>								</div>
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									<h5><strong>Landkreis Harz</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Ein Ort zum Mitmachen und Begreifen – der „heimatHOF“ Gut Ziegenberg in Ballenstedt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 13:04:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesländer]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Ort zum Mitmachen und Begreifen der „heimatHOF“ Gut Ziegenberg in Ballenstedt Mit unserem Besuch auf dem heimatHOF Gut Ziegenberg haben wir direkt zwei Beispiele guter Praxis kennen lernen dürfen. Der heimatHOF selbst gibt uns Einblicke in einen aktivierten Leerstand, während der dahinterstehende Verein heimatBEWEGEN für Initiative und Engagement in Ballenstedt steht. Im Gespräch mit Anneke Richter, einer der Initiator*innen, bekamen wir spannende Einblicke in das Wirken des Vereins und das Miteinander auf dem ehemaligen Gutshof und in der Stadt Ballenstedt. „Total viele Leute verbinden hiermit eine Geschichte. Nachdem das hier ein Gutshof war, nach dem zweiten Weltkrieg, wurde es zu einer LPG. Da haben viele der Leute gearbeitet oder gewohnt und die verbinden was mit diesem Hof, weil sie den persönlichen Bezug haben.“ Ballenstedt ist eine Kleinstadt im Landkreis Harz. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder leben aktuell rund 8.800 Menschen (Stand Juli 2024) in der Sachsen-Anhaltinischen Stadt. Aufgrund der engen Verbindung mit dem Adelsgeschlecht der Askanier wird Ballenstedt als „Wiege Anhalts“ bezeichnet. Der alte Glanz lässt sich noch heute erkennen, beispielsweise in Form des Residenzschlosses Ballenstedt, der Roseburg, des Oberhofs oder des Stadtparks. Auf der anderen Seite ist die Kleinstadt von zunehmendem Leerstand betroffen. Dieser Problematik haben sich die Hauptinitiator*innen Anneke Richter, Nicole Müller, Peggy Arlt und weitere Mitstreiter*innen angenommen, als sie im Jahr 2018 das Gut Ziegenberg pachteten. Dieses stand seit Anfang der 2000er Jahre leer und ist zum Teil noch immer von Verfall gezeichnet. Als ehemaliger Versorgungshof des alten Jagdschlosses auf dem großen Ziegenberg hat der Gutshof eine weit zurückreichende Geschichte, welche auch für Ballenstedt insgesamt von prägender Bedeutung ist. Im November 2017 wurde die Initiative heimatBEWEGEN gegründet. Diese hat sich in ihren Grundsätzen dem solidarischen Zusammenleben, -lernen und -arbeiten in Ballenstedt verschrieben. Mit der Pachtung des Gutshofes schufen Anneke Richter und ihre Mitstreiter*innen einen neuen Begegnungsort, an dem sie ihre Ziele umsetzen können. Es handelt sich um einen „Ort zum Hören, Fühlen, Begreifen und Mitmachen“, wie es die Initiator*innen selbst beschreiben. Klein- und Mitmachgarten auf dem Gelände des Gutes – kleine Installationen lassen sich überall finden Mitinitiatorin Anneke Richter und ehrenamtlicher Helfer Alexander auf Gut Ziegenberg Der Verein heimatBEWEGEN ist die übergeordnete Struktur hinter den nachfolgenden Angeboten. Somit dient die Initiative als Trägerin für die Durchführung von Projekten und Ausgangspunkt für jegliche Umsetzungen. Der heimatHOF stellt den physischen Ort dar, an dem die Visionen des Vereins hauptsächlich realisiert und greifbar gemacht werden. Die heimatHERBERGE ist ein Bed ‘n Breakfast und bietet Reisenden (z. B. Radfahrer*innen oder Wandertourist*innen) eine Unterkunft mit individuell gestalteten Zimmern. Zusätzlich finden sich auf dem Gelände auch Zelt- und Wohnmobilstellplätze. Das heimatLABOR stellt einen außerschulischen Lernort dar und bietet Raum für handwerkliche und künstlerische Entfaltung. Zudem fungiert sie als Ideenschmiede zu Themen wie Stadtentwicklung, Tourismus, Handwerk, Umweltschutz oder Versorgung im Alter. Der heimatRAUM ermöglicht gemeinschaftliches Arbeiten und Reflexion. Darüber hinaus stehen Räume für Vorträge, Workshops, Trainings, Kurse und (Vereins-) Sitzungen zur Verfügung. Das heimatQUARTIER setzt auf die grundlegende Idee des generationsübergreifenden Miteinanders und ermöglicht Menschen jeden Alters und in unterschiedlichen Lebenslagen ein selbstbestimmtes, bezahlbares Wohnen. Der heimatKONTOR ist ein Anlaufpunkt für den Verkauf von Selbstgemachtem, Selbstgekochtem oder Selbstgebackenem aus der Stadt und der Region. Bei den Produkten wird darauf geachtet, dass sie umweltverträglich produziert und verpackt sind. Ideenreichtum trifft auf Unterstützung – das Finanzierungsmodell von „heimatBEWEGEN“ Bei der Finanzierung des Vereins heimatBEWEGEN und dem heimatHOF Gut Ziegenberg handelt es sich um eine Mischfinanzierung aus Fördermitteln, Fundraising, Sponsoring, Spenden und zum Teil auch eigenen Einnahmen. Derzeit generieren sich diese Einnahmen noch ausschließlich durch die Vermietung von Zimmern, das Verpachten von Flächen und durch die Unterstützung von Forschungsprojekten als Praxispartner. Zukünftig sollen zusätzliche Gelder durch den Betrieb des Cafés und die Vermarktung regionaler Produkte im heimatKONTOR erwirtschaftet werden. Die Fördermittel bilden für die Arbeit in den Projekten jedoch die bedeutendste Säule der Finanzierung, was bei einem Blick auf die Website von heimatBEWEGEN sofort deutlich wird. Die Darstellung der gesamten Fülle an Drittmitteln wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Deshalb gehen wir im Folgenden nur auf die bedeutsamsten Förderungen ein. Das jüngste Projekt WerkSTADT startete Anfang 2025 und hat eine Laufzeit von 30 Monaten, bei einer Fördersumme in Höhe von 200.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus), welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgelegt wird. Das Projekt WerkSTADT legt einen thematischen Fokus auf sozialräumliche Entwicklungsprozesse, wobei das Miteinander und Zugehörigkeitsgefühl in der Gemeinschaft sowie die regionale Identität gestärkt werden sollen. Erreicht werden soll dies u. a. dadurch, dass die Menschen Selbstwirksamkeit und die Möglichkeit der Beteiligung erfahren. Die heimatHERBERGE und deren Sanierung sind maßgeblich durch eine LEADER-Förderung in Höhe von 70.000 Euro unterstützt worden. Die Fertigstellung und die Eröffnung der Herberge fand im Jahr 2020 statt. Gleichzeitig startet auch der Betrieb des Hofcafés. Für Sicherungsmaßnahmen am Gebäudekomplex des Gutshofes konnten die Initiator*innen weitere Mittel von der Denkmalpflegeförderung des Landes Sachsen-Anhalt akquirieren, die ebenfalls im Jahr 2020 gewährt wurden. Die 50.000 Euro helfen, den Verfall der Stall- und Scheunengebäude zumindest für eine gewisse Zeit aufzuhalten. Für den Aufbau eines Creative Spaces auf dem Gutsgelände leistete das Land Sachsen-Anhalt mit weiteren rund 120.000 Euro aus dem EFRE-Fonds über die Stadt-Land-Richtlinie  einen Beitrag. Mit diesen Geldern konnten im Jahr 2021 mehrere alte Überseecontainer auf dem heimatHOF einer neuen Nutzung zugeführt werden. In den Jahren 2019-2021 wurde das heimatLABOR durch die Robert-Bosch-Stiftung (Programm „Neulandgewinner.“) mit 40.000 Euro für Personal- und Sachmittel, die Inanspruchnahme von Coaching- und Consultingangeboten sowie Veranstaltungen unterstützt. Hauptgebäude, Innenhof und „heimatLABOR“ Ausrangierte Überseecontainer dienen als Raum für das „heimatLABOR“ Für kulturelle Veranstaltungen sowie kleinere und größere Aktionen des Vereins werden immer wieder verschiedene Kulturförderungen eingeworben. Hierbei handelt es sich um Förderungen des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt. Von Seiten des Bundes stammen die Mittel aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Landesmittel kommen aus der Kulturförderrichtlinie Sachsen-Anhalt. Fördergeber sind hierbei die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt. Von besonderer Bedeutung für die Arbeit sind kleinere Förderungen in Form von Spenden, da diese eine wichtige Unterstützung darstellen. Zuwendungen stammen beispielsweise von]]></description>
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									<h3>Ein Ort zum Mitmachen und Begreifen</h3><h4>der „heimatHOF“ Gut Ziegenberg in Ballenstedt</h4><p>Mit unserem Besuch auf dem <a href="http://www.gutziegenberg.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>heimatHOF</strong></a> Gut Ziegenberg haben wir direkt zwei Beispiele guter Praxis kennen lernen dürfen. Der <strong>heimatHOF</strong> selbst gibt uns Einblicke in einen aktivierten Leerstand, während der dahinterstehende Verein <a href="http://www.heimatbewegen.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>heimatBEWEGEN</strong></a> für Initiative und Engagement in Ballenstedt steht. Im Gespräch mit Anneke Richter, einer der Initiator*innen, bekamen wir spannende Einblicke in das Wirken des Vereins und das Miteinander auf dem ehemaligen Gutshof und in der Stadt Ballenstedt.</p><p style="text-align: center;"><em>„Total viele Leute verbinden hiermit eine Geschichte. </em><br /><em>Nachdem das hier ein Gutshof war, nach dem zweiten Weltkrieg, <br />wurde es zu einer LPG. Da haben viele der Leute gearbeitet oder gewohnt <br />und die verbinden was mit diesem Hof, <br />weil sie den persönlichen Bezug haben.“</em></p><p>Ballenstedt ist eine Kleinstadt im Landkreis Harz. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder leben aktuell rund 8.800 Menschen (Stand Juli 2024) in der Sachsen-Anhaltinischen Stadt. Aufgrund der engen Verbindung mit dem Adelsgeschlecht der Askanier wird Ballenstedt als „Wiege Anhalts“ bezeichnet. Der alte Glanz lässt sich noch heute erkennen, beispielsweise in Form des Residenzschlosses Ballenstedt, der Roseburg, des Oberhofs oder des Stadtparks. Auf der anderen Seite ist die Kleinstadt von zunehmendem Leerstand betroffen. Dieser Problematik haben sich die Hauptinitiator*innen Anneke Richter, Nicole Müller, Peggy Arlt und weitere Mitstreiter*innen angenommen, als sie im Jahr 2018 das Gut Ziegenberg pachteten. Dieses stand seit Anfang der 2000er Jahre leer und ist zum Teil noch immer von Verfall gezeichnet. Als ehemaliger Versorgungshof des alten Jagdschlosses auf dem großen Ziegenberg hat der Gutshof eine weit zurückreichende Geschichte, welche auch für Ballenstedt insgesamt von prägender Bedeutung ist.</p><p>Im November 2017 wurde die Initiative <strong>heimatBEWEGEN</strong> gegründet. Diese hat sich in ihren Grundsätzen dem solidarischen Zusammenleben, -lernen und -arbeiten in Ballenstedt verschrieben. Mit der Pachtung des Gutshofes schufen Anneke Richter und ihre Mitstreiter*innen einen neuen Begegnungsort, an dem sie ihre Ziele umsetzen können. Es handelt sich um einen „Ort zum Hören, Fühlen, Begreifen und Mitmachen“, wie es die Initiator*innen selbst beschreiben.</p>								</div>
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									<p>Der Verein <strong>heimatBEWEGEN</strong> ist die übergeordnete Struktur hinter den nachfolgenden Angeboten. Somit dient die Initiative als Trägerin für die Durchführung von Projekten und Ausgangspunkt für jegliche Umsetzungen.</p><p>Der <strong>heimatHOF</strong> stellt den physischen Ort dar, an dem die Visionen des Vereins hauptsächlich realisiert und greifbar gemacht werden.</p><p>Die <strong>heimatHERBERGE</strong> ist ein Bed ‘n Breakfast und bietet Reisenden (z. B. Radfahrer*innen oder Wandertourist*innen) eine Unterkunft mit individuell gestalteten Zimmern. Zusätzlich finden sich auf dem Gelände auch Zelt- und Wohnmobilstellplätze.</p><p>Das <strong>heimatLABOR</strong> stellt einen außerschulischen Lernort dar und bietet Raum für handwerkliche und künstlerische Entfaltung. Zudem fungiert sie als Ideenschmiede zu Themen wie Stadtentwicklung, Tourismus, Handwerk, Umweltschutz oder Versorgung im Alter.</p><p>Der <strong>heimatRAUM</strong> ermöglicht gemeinschaftliches Arbeiten und Reflexion. Darüber hinaus stehen Räume für Vorträge, Workshops, Trainings, Kurse und (Vereins-) Sitzungen zur Verfügung.</p><p>Das <strong>heimatQUARTIER</strong> setzt auf die grundlegende Idee des generationsübergreifenden Miteinanders und ermöglicht Menschen jeden Alters und in unterschiedlichen Lebenslagen ein selbstbestimmtes, bezahlbares Wohnen.</p><p>Der <strong>heimatKONTOR</strong> ist ein Anlaufpunkt für den Verkauf von Selbstgemachtem, Selbstgekochtem oder Selbstgebackenem aus der Stadt und der Region. Bei den Produkten wird darauf geachtet, dass sie umweltverträglich produziert und verpackt sind.</p>								</div>
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									<h4><strong>Ideenreichtum trifft auf Unterstützung – das Finanzierungsmodell von „heimatBEWEGEN“</strong></h4><p>Bei der Finanzierung des Vereins <strong>heimatBEWEGEN</strong> und dem <strong>heimatHOF</strong> Gut Ziegenberg handelt es sich um eine Mischfinanzierung aus Fördermitteln, Fundraising, Sponsoring, Spenden und zum Teil auch eigenen Einnahmen. Derzeit generieren sich diese Einnahmen noch ausschließlich durch die Vermietung von Zimmern, das Verpachten von Flächen und durch die Unterstützung von Forschungsprojekten als Praxispartner. Zukünftig sollen zusätzliche Gelder durch den Betrieb des Cafés und die Vermarktung regionaler Produkte im <strong>heimatKONTOR </strong>erwirtschaftet werden. Die Fördermittel bilden für die Arbeit in den Projekten jedoch die bedeutendste Säule der Finanzierung, was bei einem Blick auf die <a href="http://www.heimatbewegen.de/dassindwir/freundefoerderer" target="_blank" rel="noopener">Website von <strong>heimatBEWEGEN</strong></a> sofort deutlich wird. Die Darstellung der gesamten Fülle an Drittmitteln wäre an dieser Stelle zu umfangreich. Deshalb gehen wir im Folgenden nur auf die bedeutsamsten Förderungen ein.</p><p>Das jüngste Projekt <a href="http://www.heimatbewegen.de/die-werkstadt" target="_blank" rel="noopener"><strong>WerkSTADT</strong></a> startete Anfang 2025 und hat eine Laufzeit von 30 Monaten, bei einer Fördersumme in Höhe von 200.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus), welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgelegt wird. Das Projekt <strong>WerkSTADT</strong> legt einen thematischen Fokus auf sozialräumliche Entwicklungsprozesse, wobei das Miteinander und Zugehörigkeitsgefühl in der Gemeinschaft sowie die regionale Identität gestärkt werden sollen. Erreicht werden soll dies u. a. dadurch, dass die Menschen Selbstwirksamkeit und die Möglichkeit der Beteiligung erfahren.</p><p>Die <strong>heimatHERBERGE</strong> und deren Sanierung sind maßgeblich durch eine LEADER-Förderung in Höhe von 70.000 Euro unterstützt worden. Die Fertigstellung und die Eröffnung der Herberge fand im Jahr 2020 statt. Gleichzeitig startet auch der Betrieb des Hofcafés. Für Sicherungsmaßnahmen am Gebäudekomplex des Gutshofes konnten die Initiator*innen weitere Mittel von der Denkmalpflegeförderung des Landes Sachsen-Anhalt akquirieren, die ebenfalls im Jahr 2020 gewährt wurden. Die 50.000 Euro helfen, den Verfall der Stall- und Scheunengebäude zumindest für eine gewisse Zeit aufzuhalten. Für den Aufbau eines Creative Spaces auf dem Gutsgelände leistete das Land Sachsen-Anhalt mit weiteren rund 120.000 Euro aus dem EFRE-Fonds über die Stadt-Land-Richtlinie  einen Beitrag. Mit diesen Geldern konnten im Jahr 2021 mehrere alte Überseecontainer auf dem <strong>heimatHOF</strong> einer neuen Nutzung zugeführt werden. In den Jahren 2019-2021 wurde das <strong>heimatLABOR</strong> durch die Robert-Bosch-Stiftung (Programm „Neulandgewinner.“) mit 40.000 Euro für Personal- und Sachmittel, die Inanspruchnahme von Coaching- und Consultingangeboten sowie Veranstaltungen unterstützt.</p>								</div>
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									<p>Für kulturelle Veranstaltungen sowie kleinere und größere Aktionen des Vereins werden immer wieder verschiedene Kulturförderungen eingeworben. Hierbei handelt es sich um Förderungen des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt. Von Seiten des Bundes stammen die Mittel aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Landesmittel kommen aus der Kulturförderrichtlinie Sachsen-Anhalt. Fördergeber sind hierbei die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.</p><p>Von besonderer Bedeutung für die Arbeit sind kleinere Förderungen in Form von Spenden, da diese eine wichtige Unterstützung darstellen. Zuwendungen stammen beispielsweise von der Postcode Lotterie, Lotto Totto Sachsen-Anhalt, der Aktion Mensch sowie ProjectTogether.</p>								</div>
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									<p>Ferner haben der Rotaract Clausthal-Zellerfeld und die Veruga GmbH aus Osterode am Harz im Jahr 2013 das <a href="http://www.rotaract-clz.de/projekte/glueck-in-dosen-rockharz" target="_blank" rel="noopener">Projekt „Glück in Dosen“</a> ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine Pfandspende-Aktion während des Rockharz Festivals mit dem Ziel, Kinder- und Jugendprojekte in der Region zu unterstützen. In den vergangenen Jahren wurde in diesem Rahmen auch die Arbeit von <strong>heimatBEWEGEN</strong> gefördert.</p><p>Diese vielfältige und umfangreiche Finanzierung ergibt sich aus dem Engagement und der geschickten Fördermittel-Akquise der Initiator*innen. Grundsätzlich zählen aber innovative Ideen. Potenzielle Gestalter*innen sollten sich nicht durch den Aufwand oder fehlendes Wissen in Bezug auf die Fördermittel-Akquise abschrecken lassen. Hierbei können (teils kostenlose) Beratungen oder ein kompetentes Netzwerk helfen.</p>								</div>
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									<h4><strong>Gut vernetzt, engagiert und regional verankert: Zusammenarbeit als wichtiges Fundament</strong></h4><p>Im Gespräch mit Anneke Richter wird Folgendes schnell klar: <strong>heimatBEWEGEN</strong> ist sehr gut vernetzt! Diese Vernetzung ist weitreichend und deckt nahezu alle wichtigen Bereiche ab. Hierzu zählt vor allem die regionale, aber auch die überregionale Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteur*innen.</p><p>Die regionale Vernetzung zielt insbesondere auf die Einbindung der interessierten Bevölkerung, ohne deren Impulse und Inanspruchnahme der Angebote die Arbeit auf und um den <strong>heimatHOF</strong> nicht funktioniert. Beteiligungsprozesse sind für die Initiator*innen sehr wichtig und bereichernd. Zusätzlich ist die Vernetzung und Kollaboration mit regionalen Vereinen, Bildungs- und sozialen Einrichtungen sowie Unternehmen von großer Bedeutung. Beispielsweise veranstaltet der Malteser Hilfsdienst sein wöchentliches Seniorencafé in den Räumen des Gutshauses. Damit findet soziale Teilhabe für die ältere Bevölkerung am <strong>heimatHOF</strong> statt und sorgt gleichzeitig für ein Miteinander der verschiedenen Generationen. Mit den Angeboten <strong>heimatLABOR</strong>, <strong>heimatWERK</strong> und dem Projekt <strong>fabUNITY</strong> wurde in Kooperation mit örtlichen Schulen und Unternehmen ein außerschulischer Lernort geschaffen. Diese Angebote richten sich in der Regel an alle Interessierten und sind generationsübergreifend konzipiert.</p><p>Mit der Stadt Ballenstedt besteht ebenfalls eine gute Vernetzung, Kollaboration und ein reger Austausch, betont Anneke Richter. Hierbei handelt es sich nicht um ein einseitiges Verhältnis. Der Verein <strong>heimatBEWEGEN</strong> bringt sich von Beginn an aktiv in die Entwicklung der Region ein, versteht sich als Multiplikator und bietet zusätzlich Beratung und Wissenstransfer an. Auch die Stadt Ballenstedt profitiert von dieser Expertise und dem Angebot. Zudem ist der Verein seit der Einwerbung von LEADER-Mitteln mit der <a href="http://www.lag-nordharz-aschersleben-seeland.de" target="_blank" rel="noopener">LAG Nordharz-Aschersleben-Seeland e.V.</a> in engem Austausch. Dies verdeutlich einmal mehr die Rolle des Vereins für die Entwicklung der Region.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir [„heimatBEWEGEN“] haben uns in den letzten Jahren eher zum Stadt- und Regionalentwickler entwickelt. Wir sind jetzt eher in die Rolle gerutscht, dass wir Gelder akquirieren, um andere davon zu befreien, sich damit zu beschäftigen.“</em></p><p>Durch Studienzeit und Berufstätigkeit bestehen seitens der Initiator*innen enge Verbindungen zu Hochschulen in Sachsen-Anhalt, wie die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Hochschule Harz. Diese sind insbesondere für die Umsetzung von Projekten – entweder als Kooperationspartner oder für notwendige Begleitforschung bzw. Evaluation – von großer Bedeutung. Aber auch als Impulsgeber sind Hochschulen zu begreifen. Zusätzlich bieten die Projekte von <strong>heimatBEWEGEN</strong> ein vielschichtiges Potenzial für Studierende, in diesem Kontext erste Forschungserfahrungen zu sammeln und Studien- oder Abschlussarbeiten zu erstellen. Darüber hinaus besteht Kontakt zur Hochschule Anhalt, die den ehemaligen Kuhstall des Gutshofes für eine (künstlerische) Ausstellung zum Thema Trockenwiesen genutzt hat.</p><p>Auch auf der Ebene des Landes Sachsen-Anhalt bestehen relevante Verbindungen. Durch die Förderung im Programm „Neulandgewinner.“ ergab sich beispielsweise eine Vernetzung mit dem Wirtschaftsministerium des Landes. Durch den nachhaltigen Ansatz der eigenen Arbeit und durch einen Zusammenschluss der Ministerien bestehen ebenfalls gute Verbindungen ins Umweltministerium. Die Arbeit des Vereins in Ballenstedt und für die Region fallen der politischen Ebene auf und werden wertgeschätzt. Zum Beispiel übernahm im Jahr 2019 der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Armin Willingmann, die Schirmherrschaft für das Kunst- und Kulturfestival „Kunstkurort Zauberberg“.</p>								</div>
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										</figure>
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				</div>
					</div>
				</div>
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									<p>Einen weiteren wichtigen Netzwerkpartner sieht Anneke Richter in Andreas Willisch vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung. Seit 2011 wurde das Programm „Neulandgewinner.“, welches von der Robert-Bosch-Stiftung initiiert wurde, von Andreas Willisch und dem Thünen-Institut durchgeführt. In der vierten Förderrunde 2019-2020 wurde <strong>heimatBEWEGEN</strong> mit seinem <strong>heimatLABOR</strong> gefördert, wodurch der Verein Zugang in das damit verbundene Netzwerk bekam.</p>								</div>
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									<p>Über die Aufnahme in das „Netzwerk Zukunftsorte“ kamen die Initiator*innen zudem in Kontakt mit Julia Paaß. Der <strong>heimatHOF</strong> Gut Ziegenberg wurde dadurch zum Best-Practice-Beispiel und zur Inspirationsquelle für potenzielle Gestalter*innen. Im gleichen Atemzug erwähnte Anneke Richter auch ihre Beteiligung am Programm „Engagiertes Land“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Im Zusammenhang mit diesen Förderprogrammen und Netzwerken führt der Austausch mit unterschiedlichen Akteur*innen immer wieder zu innovativen Denkanstößen und bietet zugleich wertvolle Beratungsmöglichkeiten.</p>								</div>
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									<h4>Engagement im Spannungsfeld von Erhalten, Entwickeln und Verwalten</h4><p>Eine permanente Herausforderung hängt mit den Besitzverhältnissen von Gut Ziegenberg zusammen. Der Verein pachtet diesen von einer Erbengemeinschaft, was bedeutet, dass bauliche Veränderungen mit den Verpächtern abgesprochen werden müssen und die Verantwortlichkeit für Sicherungsmaßnahmen am Gebäudekomplex zum Teil bei den Eigentümer*innen liegt. Dieser Umstand kann sich negativ auf die Vergabe von Fördermitteln auswirken. Günstiger wäre es, wenn sich der Gutshof im Eigentum des Vereins befände. Auf Förderungen sind der Verein und der <strong>heimatHOF</strong> weiterhin angewiesen, um den Betrieb und die Arbeit in den Projekten aufrechtzuerhalten.</p><p>Ein weiteres Problem stellt der Umgang mit der zum Teil maroden Bausubstanz dar, wofür die notwendigen finanziellen Mittel fehlen. Der fortschreitende Verfall einzelner Gebäudeteile beschäftigt Anneke Richter und ihre Mitstreiter*innen sehr. Mit den Sicherungsmaßnahmen im Jahr 2020 konnte hier zumindest ein wichtiger Schritt getan werden. Für einen langfristigen und nachhaltigen Erhalt des Gutshofes braucht es jedoch mehr. Dieser ist essenziell für die Entwicklung des <strong>heimatHOF</strong>, zumal das wachsende Angebot mit einem höheren Bedarf an Raum einhergeht.</p><p style="text-align: center;"><em>„Man kann hier auch nicht alles bedienen, <br />deswegen muss man den Verfall hinnehmen. <br />Das tut mir sehr leid, aber insbesondere in der Konstellation <br />mit den privaten Verpächtern kommt man nur bis zu einem gewissen Punkt. <br />Wir können noch kleine Schrittchen machen, <br />aber eigentlich braucht es eine <br />Professionalisierung dieser Konstellation.“</em></p><p>Der Landkreis Harz stellt eine relevante Anlaufstelle und einen nicht zu vernachlässigenden Partner für die Arbeit von <strong>heimatBEWEGEN</strong> dar. Doch zur Verwaltungsebene des Landkreises besteht bislang kein intensiver Kontakt. Zukünftig wäre es jedoch wünschenswert, die allgemein sehr gute Vernetzung und Zusammenarbeit mit Institutionen und Unternehmen im Landkreis Harz auch auf die Ebene der Verwaltung zu übertragen. Dies würde die Arbeit des Vereins zusätzlich unterstützen und fördern.</p><p>Insgesamt haben sich die Angebote des Vereins auf dem Gut Ziegenberg mittlerweile etabliert und werden von der interessierten Bevölkerung angenommen. Auch die Inanspruchnahme der eigenen Expertise in Form von Beratungsleistungen zeigt Anneke Richter die Wertschätzung durch andere Gestalter*innen und die Stadt Ballenstedt. Was jedoch Sorge bereitet, ist der fehlende Nachwuchs von Engagierten, die sich ehrenamtlich einbringen möchten. Deswegen wird auch der Ansatz verfolgt, insbesondere Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie es ist, sich zu beteiligen und somit auch Selbstwirksamkeit zu erleben. Dies scheint ein vielversprechender Weg zu sein, um langfristig neue Gestalter*innen und Initiator*innen zu gewinnen.</p>								</div>
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									<h4>“heimatHOF“ und „heimatBEWEGEN“ – Inspiration und Vorbild für nachhaltige Innen- und Regionalentwicklung</h4><p>Der <strong>heimatHOF</strong> Gut Ziegenberg steht exemplarisch für das Potenzial bürgerschaftlichen Engagements, das nicht nur einen verlassenen Ort in neuem Glanz erstrahlen lässt, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander in der Region nachhaltig stärkt. Gleichzeitig zeigt sich, dass solche Projekte dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind: Die Sicherung von Fördermitteln, Spenden und Einnahmen bleibt eine zentrale Aufgabe, um die vielfältigen Angebote des Vereins <strong>heimatBEWEGEN</strong> auch in Zukunft aufrechterhalten zu können. Wichtig ist auch das Fortbestehen des <strong>heimatHOF</strong>, da dieser Ort als zentraler Ausdruck der Vision des Vereins – den Herausforderungen des gesellschaftlichen und demografischen Wandels zu begegnen, aber auch Beschäftigung, Bildung, Inklusion und Miteinander der Generationen zu ermöglichen und zu leben – zu sehen ist. Für eine langfristige Sicherung wird es entscheidend sein, tragfähige Lösungen für den Erhalt der Gebäude zu finden, die derzeit noch von Verfall bedroht sind.</p><p>Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Gewinnung neuer Engagierter – insbesondere junger Menschen. Denn nur durch aktive Beteiligung kommender Generationen können die Projekte von <strong>heimatBEWEGEN</strong> auch langfristig bestehen und weiterentwickelt werden. Die gezielte Ansprache und Einbindung von Kindern und Jugendlichen ist dabei ein wichtiger Schritt, um sie zu motivieren, selbst Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv in die Gestaltung des Ortes und der Region einzubringen. Trotz der bestehenden Herausforderungen sind <strong>heimatBEWEGEN</strong> und der <strong>heimatHOF</strong> Gut Ziegenberg lebendige Beispiele dafür, wie gemeinsames Handeln, Kreativität und Vernetzung einen positiven Wandel in ländlichen Räumen ermöglichen. Das Beispiel zeigt unter anderem, wie Leerstand nicht als Hemmnis, sondern als Chance für neue Formen des Zusammenlebens und -arbeitens genutzt werden kann. Auch in Zukunft wird es wichtig sein, diesen Ansatz weiterzuverfolgen und dabei nicht nur die bauliche Substanz, sondern auch die Gemeinschaft und das kulturelle Leben rund um den <strong>heimatHOF</strong> zu erhalten und zu stärken. Gleichzeitig zeigt sich die Bedeutung von Engagement, spezifischen Kompetenzen (z. B. in der Fördermittel-Akquise) und dem Mut, neue Wege zu gehen – mit wichtigen Impulsen auch für andere Regionen, die ähnliche Herausforderungen meistern wollen.</p><p>Der <strong>heimatHOF</strong> bleibt somit nicht nur ein Ort zum Mitmachen und Begreifen, sondern auch ein Symbol dafür, wie sich durch gemeinschaftliches Handeln neue Perspektiven für eine ganze Region eröffnen lassen.</p>								</div>
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									<h5><strong>Landkreis Harz</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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