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	<title>Nordrhein-Westfalen &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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		<title>Abtei Marienmünster – von der Klosteranlage zum lebendigen Kulturort</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 12:37:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Abtei Marienmünster von der Klosteranlage zum lebendigen Kulturort Die ehemalige Benediktinerabtei Marienmünster im Norden des Kreises Höxter ist eine der am besten erhaltenen historischen Klosteranlagen Westfalens und lockt heute als Kultur- und Begegnungsstätte zahlreiche Touristen sowie Kultur- und Musikbegeisterte an. Träger ist die 2006 gegründete Kulturstiftung Marienmünster, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Erhalt der Klosteranlage zu sichern und Wissenschaft, Kunst und Kultur zu fördern. Vor Ort haben wir mit Hans Hermann Jansen gesprochen. Der Musiker kam vor über 35 Jahren in die Abtei und ist dort seitdem u. a. als Kulturmanager und Leiter der Kulturstiftung Marienmünster tätig. Blick von Westen auf die Abtei Marienmünster Strukturwandel und Leerstand Die Abtei Marienmünster wurde im Jahr 1803 nach über 650 Jahren klösterlichem Leben in Folge der Säkularisation aufgelöst und ihr Besitz verstaatlicht. Während die Pfarrkirche St. Jakobus im staatlichen Besitz blieb und nach wie vor von der Kirchengemeinde genutzt wird, wurde der westliche Teil der Anlage an verschiedene Privateigentümer verkauft, welche die Gebäude bis in das 21. Jahrhundert landwirtschaftlich nutzten. Aus dem Besitz der Familie Derenthal entstand 1817 die Derenthal’sche Stiftung, die sich später dem Erhalt der Klosteranlage widmete. Nachdem in den 1990er Jahre Teile des Wirtschaftshofes aufgegeben werden mussten, standen die drei Scheunen im Westen der Abtei leer. In Kombination mit dem schlechten baulichen Zustand erhöhte sich der Handlungsdruck, die Scheunen für die Zukunft zu sichern und wieder zu beleben. Hans Herrmann Jansen beschreibt außerdem, wie die Abtei Ende des 20. Jahrhunderts von einem Konglomerat an Nutzer*innen und Besitzer*innen geprägt war. „Wir haben festgestellt, dass dieser als Gesamtkorpus gedachte Zusammenhang im Jahr 1803 völlig zerstört wurde und in viele Partikularinteressen zerfiel.“ Kulturstiftung Marienmünster – mit Stifter-Identität zum Kulturort Im Jahr 1999 begannen die Beratungsgespräche mit den Eigentümer*innen und Anwohner*innen der Abtei gemeinsam mit der Stadt Marienmünster, dem Regierungspräsidium Detmold sowie dem Amt für Denkmalpflege in Bezug auf eine sinnstiftende Nachnutzung und Rettung der denkmalgeschützten Scheunen. Inhaltlich sollte die neue Nutzung dem Charakter eines Klosters entsprechen und als Ort der Gemeinschaft, Bildung und Kultur weitergedacht werden. Auf dieser Grundlage wurde die Idee, den ehemaligen Wirtschaftshof als Begegnungs- und Bildungsstätte zu etablieren, geboren. Über die Zeit hat sich ein musikalischer Schwerpunkt etabliert. Hintergrund war die bereits seit 1993 in der Abtei aktive Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster e.V., welche es sich, ebenfalls unter der Führung von Hans Hermann Jansen, zur Aufgabe gemacht hat, das musikalisch-literarische Leben vor Ort zu unterstützen. 2006 wurde die Kulturstiftung Marienmünster als Betreiberin der Kulturstätte gegründet. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Derenthal’sche Stiftung, welche die Kulturstiftung nicht nur gründete, sondern ihr auch die Scheunen, bestehend aus Schafstall, Reisescheune und Ackerhaus, zur Verfügung stellte. Hans Hermann Jansen betont, wie wichtig die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung für das Vorhaben war, um die Finanzierung und den kulturellen Auftrag langfristig zu sichern. Gleichzeitig trägt die Stiftung laut ihm zur gemeinschaftlichen Identität bei. „Das war für mich eben auch klar, dass es eine exemplarische Entwicklung auch im ländlichen Raum immer nur durch diese Stifter-Identitäten gibt.“ Mit der Kulturstiftung wird außerdem das Ziel verfolgt, die seit der Verstaatlichung des Klosters entstandenen verschiedenen Interessen zusammenzuführen. Vor diesem Hintergrund pachtete die Kulturstiftung weitere Gebäude und Flächen, wie den Klostergarten, welcher 2014 durch die Stiftung in seinen historischen benediktinischen Zustand gebracht wurde. In den 1990er Jahren hatte Hans Hermann Jansen außerdem damit begonnen, leerstehende Wohnungen auf dem Anwesen durch die Ansiedelung von Künstler*innen wiederzubeleben. Aus dieser Entwicklung entstanden vielfältige Nutzungspotenziale. Luftansicht Scheunen, Links: Schafstall, Mitte: Reisescheune, Rechts: Ackerscheune Frontansicht Ackerscheune (Konzertsaal) Von Schweinestall zum Konzertsaal – die Sanierung Mit dem Ziel, möglichst viel der ursprünglichen Bausubstanz und den historischen Charakter zu erhalten, wurde 2004 mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Die Scheunen dienten zuletzt als Lager und Schweineställe. Die früheren Innenwände der Ackerscheune waren bereits entfernt worden und so konnte sie ohne eine Beschädigung der historischen Bausubstanz in einen Konzertsaal verwandelt werden. Kernaufgabe der behutsamen Restaurierung war die Erneuerung der über 300 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Dächer aus Wesersandsteinplatten. Diese wurden mit regionaltypischen Solling-Sandsteinplatten neu eingedeckt. Ergänzt wurde die Sanierung mit einem modernen Zwischenbau, der die drei Scheunen verbindet und die historische Architektur durch einen zeitgenössischen Stil abrundet. 2007 konnte die erste, 2010 die zweite und 2013 die dritte Scheune eröffnet werden. Für die spätere kulturelle Nutzung der großen Räumlichkeiten war außerdem der Einbau eines modernen Energiesystems wichtig. Mit der Wandtemperierung, kombiniert mit einer Biogasanlage, kann heute zuverlässig und nachhaltig geheizt werden.   Hans Hermann Jansen berichtet von einer gelungenen Sanierungsphase, die von einer guten Zusammenarbeit und einer großen Solidarität geprägt war. Die Derenthal’sche Stiftung war über den gesamten Zeitraum Bauherrin. Beteiligt waren außerdem die Stadt, der Kreis als untere Bauaufsichtsbehörde und die Bezirksregierung Detmold. Hinzu kamen viele ehrenamtliche Helfer*innen aus der Umgebung und der Region, die durch ihre hohe Solidarität und Identifizierung mit den Zielen der Kulturstiftung insgesamt über 600.000 Stunden Arbeit geleistet haben. Außenansicht, moderner Zwischenbau (Foto: Kulturstiftung Marienmuenster) Innenansicht Foyer in der Reisescheune (Foto: Kulturstiftung Marienmuenster) Finanzierung zwischen privatem Engagement und Förderungen Die finanzielle Grundlage für die Umnutzung der drei Scheunen, mit einem Gesamtvolumen von knapp 5 Mio. €, bildet eine gemischte Finanzierungsstruktur, bei der öffentliche und private Mittel miteinander kombiniert wurden. Eine Schlüsselrolle spielte das private Engagement der Derenthal’schen Stiftung, welche neben den Gebäuden auch Barvermögen einbrachte und die Gründung der Kulturstiftung mit einem Startkapital von 50.000 € ermöglichte. Gleichzeitig wurden für die Umnutzung verschiedene öffentliche Fördermittel genutzt. Der mit Abstand größte Anteil von 3 Mio. € konnte durch die Städtebauförderung abgedeckt werden. Weitere Sanierungsmaßnahmen wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP) und der NRW-Stiftung gefördert. Eine große finanzielle und psychische Belastung stellten die unvorhersehbaren zusätzlichen Kosten dar, welche nicht förderfähig und durch die Städtebauförderung nicht abgedeckt wurden. Daraufhin musste die Familienstiftung Schulden in Höhe von 1,5 Mio. € aufnehmen.    „Die Familienstiftung war schachmatt durch die Städtebauförderung. Das war also eine Investitionsfalle, wenn man ganz ehrlich sein will. Die Eigenanteile wurden immer höher.“ Hans Herrmann Jansen hätte sich vor diesem Hintergrund ein Controlling für die Vorhaben der verschiedenen beteiligten Institutionen, Architekten und Bauleute gewünscht, um eine bessere Kalkulation der Kosten zu]]></description>
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									<h3>Abtei Marienmünster</h3><h4><strong>von der Klosteranlage zum lebendigen Kulturort</strong></h4><p>Die ehemalige Benediktinerabtei Marienmünster im Norden des Kreises Höxter ist eine der am besten erhaltenen historischen Klosteranlagen Westfalens und lockt heute als Kultur- und Begegnungsstätte zahlreiche Touristen sowie Kultur- und Musikbegeisterte an. Träger ist die 2006 gegründete Kulturstiftung Marienmünster, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Erhalt der Klosteranlage zu sichern und Wissenschaft, Kunst und Kultur zu fördern. Vor Ort haben wir mit Hans Hermann Jansen gesprochen. Der Musiker kam vor über 35 Jahren in die Abtei und ist dort seitdem u. a. als Kulturmanager und Leiter der Kulturstiftung Marienmünster tätig.</p>								</div>
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									<h4>Strukturwandel und Leerstand</h4><p>Die Abtei Marienmünster wurde im Jahr 1803 nach über 650 Jahren klösterlichem Leben in Folge der Säkularisation aufgelöst und ihr Besitz verstaatlicht. Während die Pfarrkirche St. Jakobus im staatlichen Besitz blieb und nach wie vor von der Kirchengemeinde genutzt wird, wurde der westliche Teil der Anlage an verschiedene Privateigentümer verkauft, welche die Gebäude bis in das 21. Jahrhundert landwirtschaftlich nutzten. Aus dem Besitz der Familie Derenthal entstand 1817 die Derenthal’sche Stiftung, die sich später dem Erhalt der Klosteranlage widmete. Nachdem in den 1990er Jahre Teile des Wirtschaftshofes aufgegeben werden mussten, standen die drei Scheunen im Westen der Abtei leer. In Kombination mit dem schlechten baulichen Zustand erhöhte sich der Handlungsdruck, die Scheunen für die Zukunft zu sichern und wieder zu beleben.</p><p>Hans Herrmann Jansen beschreibt außerdem, wie die Abtei Ende des 20. Jahrhunderts von einem Konglomerat an Nutzer*innen und Besitzer*innen geprägt war.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir haben festgestellt, dass dieser als Gesamtkorpus gedachte Zusammenhang im Jahr 1803 völlig zerstört wurde und in viele Partikularinteressen zerfiel.“</em></p>								</div>
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									<h4>Kulturstiftung Marienmünster – mit Stifter-Identität zum Kulturort</h4><p>Im Jahr 1999 begannen die Beratungsgespräche mit den Eigentümer*innen und Anwohner*innen der Abtei gemeinsam mit der Stadt Marienmünster, dem Regierungspräsidium Detmold sowie dem Amt für Denkmalpflege in Bezug auf eine sinnstiftende Nachnutzung und Rettung der denkmalgeschützten Scheunen. Inhaltlich sollte die neue Nutzung dem Charakter eines Klosters entsprechen und als Ort der Gemeinschaft, Bildung und Kultur weitergedacht werden. Auf dieser Grundlage wurde die Idee, den ehemaligen Wirtschaftshof als Begegnungs- und Bildungsstätte zu etablieren, geboren. Über die Zeit hat sich ein musikalischer Schwerpunkt etabliert. Hintergrund war die bereits seit 1993 in der Abtei aktive Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster e.V., welche es sich, ebenfalls unter der Führung von Hans Hermann Jansen, zur Aufgabe gemacht hat, das musikalisch-literarische Leben vor Ort zu unterstützen.</p><p>2006 wurde die Kulturstiftung Marienmünster als Betreiberin der Kulturstätte gegründet. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Derenthal’sche Stiftung, welche die Kulturstiftung nicht nur gründete, sondern ihr auch die Scheunen, bestehend aus Schafstall, Reisescheune und Ackerhaus, zur Verfügung stellte. Hans Hermann Jansen betont, wie wichtig die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung für das Vorhaben war, um die Finanzierung und den kulturellen Auftrag langfristig zu sichern. Gleichzeitig trägt die Stiftung laut ihm zur gemeinschaftlichen Identität bei.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das war für mich eben auch klar, dass es eine exemplarische Entwicklung auch im ländlichen Raum immer nur durch diese Stifter-Identitäten gibt.“</em></p><p>Mit der Kulturstiftung wird außerdem das Ziel verfolgt, die seit der Verstaatlichung des Klosters entstandenen verschiedenen Interessen zusammenzuführen. Vor diesem Hintergrund pachtete die Kulturstiftung weitere Gebäude und Flächen, wie den Klostergarten, welcher 2014 durch die Stiftung in seinen historischen benediktinischen Zustand gebracht wurde. In den 1990er Jahren hatte Hans Hermann Jansen außerdem damit begonnen, leerstehende Wohnungen auf dem Anwesen durch die Ansiedelung von Künstler*innen wiederzubeleben. Aus dieser Entwicklung entstanden vielfältige Nutzungspotenziale.</p>								</div>
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									<h4>Von Schweinestall zum Konzertsaal – die Sanierung</h4><p>Mit dem Ziel, möglichst viel der ursprünglichen Bausubstanz und den historischen Charakter zu erhalten, wurde 2004 mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Die Scheunen dienten zuletzt als Lager und Schweineställe. Die früheren Innenwände der Ackerscheune waren bereits entfernt worden und so konnte sie ohne eine Beschädigung der historischen Bausubstanz in einen Konzertsaal verwandelt werden. Kernaufgabe der behutsamen Restaurierung war die Erneuerung der über 300 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Dächer aus Wesersandsteinplatten. Diese wurden mit regionaltypischen Solling-Sandsteinplatten neu eingedeckt. Ergänzt wurde die Sanierung mit einem modernen Zwischenbau, der die drei Scheunen verbindet und die historische Architektur durch einen zeitgenössischen Stil abrundet. </p>								</div>
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									<p>2007 konnte die erste, 2010 die zweite und 2013 die dritte Scheune eröffnet werden. Für die spätere kulturelle Nutzung der großen Räumlichkeiten war außerdem der Einbau eines modernen Energiesystems wichtig. Mit der Wandtemperierung, kombiniert mit einer Biogasanlage, kann heute zuverlässig und nachhaltig geheizt werden.  </p><p>Hans Hermann Jansen berichtet von einer gelungenen Sanierungsphase, die von einer guten Zusammenarbeit und einer großen Solidarität geprägt war. Die Derenthal’sche Stiftung war über den gesamten Zeitraum Bauherrin. Beteiligt waren außerdem die Stadt, der Kreis als untere Bauaufsichtsbehörde und die Bezirksregierung Detmold. Hinzu kamen viele ehrenamtliche Helfer*innen aus der Umgebung und der Region, die durch ihre hohe Solidarität und Identifizierung mit den Zielen der Kulturstiftung insgesamt über 600.000 Stunden Arbeit geleistet haben.</p>								</div>
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									<h4>Finanzierung zwischen privatem Engagement und Förderungen</h4><p>Die finanzielle Grundlage für die Umnutzung der drei Scheunen, mit einem Gesamtvolumen von knapp 5 Mio. €, bildet eine gemischte Finanzierungsstruktur, bei der öffentliche und private Mittel miteinander kombiniert wurden.</p><p>Eine Schlüsselrolle spielte das private Engagement der Derenthal’schen Stiftung, welche neben den Gebäuden auch Barvermögen einbrachte und die Gründung der Kulturstiftung mit einem Startkapital von 50.000 € ermöglichte. Gleichzeitig wurden für die Umnutzung verschiedene öffentliche Fördermittel genutzt. Der mit Abstand größte Anteil von 3 Mio. € konnte durch die Städtebauförderung abgedeckt werden. Weitere Sanierungsmaßnahmen wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm (RWP) und der NRW-Stiftung gefördert. Eine große finanzielle und psychische Belastung stellten die unvorhersehbaren zusätzlichen Kosten dar, welche nicht förderfähig und durch die Städtebauförderung nicht abgedeckt wurden. Daraufhin musste die Familienstiftung Schulden in Höhe von 1,5 Mio. € aufnehmen.  </p><p style="text-align: center;"><em> „Die Familienstiftung war schachmatt <br />durch die Städtebauförderung. <br />Das war also eine Investitionsfalle, <br />wenn man ganz ehrlich sein will. <br />Die Eigenanteile wurden immer höher.“</em></p><p>Hans Herrmann Jansen hätte sich vor diesem Hintergrund ein Controlling für die Vorhaben der verschiedenen beteiligten Institutionen, Architekten und Bauleute gewünscht, um eine bessere Kalkulation der Kosten zu gewährleisten.</p><p>Aktuell ist Marienmünster eine von 30 Regionen, die in der derzeitigen Förderphase von 2023 bis 2030 durch das Bundesprogramm Aller.Land gefördert werden. Mit dem Ziel, die Themen der Kulturstiftung neu zu denken und zukunftsweisende Mechanismen der Zusammenarbeit zu erproben, erhält die Stiftung eine 100 %-Förderung von 1,5 Mio. €, wobei die zehn Prozent Eigenanteil vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen werden.</p><p>Auch die ehrenamtliche Hilfe bildet einen wichtigen Teil des Finanzierungskonzeptes. Die Kulturstiftung wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben. Aktuell gibt es rund 30 Mitarbeiter*innen, die auf ehrenamtlicher Basis die anfallenden Aufgaben, wie die Gästeführung, Gartenarbeiten oder die Programmentwicklung übernehmen. Während die Kulturstiftung Marienmünster u. a. für die organisatorischen, finanziellen und baulichen Rahmenbedingungen zuständig ist, kümmert sich die Gesellschaft der Musikfreunde um die inhaltliche und künstlerische Arbeit.</p><p>Hinzu kommen Einnahmen durch Spenden, Zustiftungen, Kulturveranstaltungen und Gebäudevermietungen, die den alltäglichen Betrieb ermöglichen.</p>								</div>
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									<h4>Netzwerke als Motor der Kulturarbeit    </h4><p>Die unterschiedlichen regionalen und überregionalen Netzwerke sind ein zentraler Bestandteil der Kulturarbeit der Stiftung. Hans Hermann Jansen beschreibt, wie wichtig es ist, die Abtei Marienmünster gemeinsam mit den weiteren klösterlichen Einrichtungen der Region zu denken. 2009 hat er in diesem Kontext das Netzwerk Klosterlandschaft OWL ins Leben gerufen, das als ein kulturtouristisches Netzwerk die Klöster in Ostwestfalen-Lippe verknüpft und nachhaltige Zusammenarbeit ermöglicht.</p><p style="text-align: center;"><em> „Allein die Tatsache, dass es dort Parallelentwicklungen gibt, <br />ist natürlich ermutigend. Wir schaffen keine Konkurrenz, <br />sondern im Endeffekt Beteiligung und Wahrnehmung.“</em></p><p>Aber auch Netzwerke, die Hans Hermann Jansen im Laufe seiner Karriere als Musiker aufbauen konnte, spielen eine wichtige Rolle.</p><p style="text-align: center;"><em>„Im Endeffekt sind sie als Künstler wie die Bienen hierhergekommen <br />und haben dementsprechend viel zu der Gemeinschaftsaufgabe geleistet. <br />Kunst im Allgemeinen oder kulturelle Nutzung kostet nicht nur, <br />sondern bringt auch einen unglaublichen Multiplikationseffekt.“</em></p><p>Darüber hinaus ist die Abtei in regionale Kulturpartnerschaften wie das regionale Kulturprogramm (RKP), Urban Land OWL oder auch die LEADER-Region eingebunden. Aktuell bringt auch Aller.Land neuen Schwung in das Netzwerk. Durch die hinzugewonnene Bekanntheit und den Fokus des Förderprogrammes auf Beteiligung und Gemeinschaft können wieder neue Kontakte geknüpft werden. In diesem Kontext arbeitet die Kulturstiftung aktuell an der Zusammenarbeit mit einer jüngeren Zielgruppe. Geplant sind Kooperationen mit der Hochschule OWL und weiteren Grund- und Musikschulen.</p>								</div>
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									<h4>Die Abtei als kulturelle Begegnungs- und Veranstaltungsstätte</h4><p>In den letzten 20 Jahren konnten sich die drei Scheunen des ehemaligen Wirtschaftshofes als kulturelle Begegnungs- und Veranstaltungsstätte mit musikalischem Schwerpunkt etablieren. Dank ihrer guten Akustik finden in der ehemaligen Ackerscheune heute regelmäßig hochrangige Konzerte statt. Auch für professionelle Tonaufnahmen kann der Konzertsaal genutzt werden. Die Reisescheune und der Schafstall können ebenfalls für verschiedene Veranstaltungen und private Feiern gemietet werden. Über das Jahr finden verschiedene Workshops, Seminare, Konzerte, Aufführungen und Chor-Veranstaltungen statt. Im Sommer steht z. B. das Klosterfestival vor der Tür. Zum Zeitpunkt unseres Besuches wurde außerdem eine Fotoausstellung aufgebaut. Die Kulturstiftung versteht sich darüber hinaus als offenes Haus, in dem Menschen die Möglichkeit bekommen, sich kreativ zu entfalten. Dabei stehen Gemeinschaft, Kommunikation und Demokratiebildung im Fokus. Auch Kinder und Jugendliche werden gezielt in das Konzept eingebunden. Über Angebote für Schulklassen bekommen Kinder die Möglichkeit, das Haus kennenzulernen und selber aktiv zu werden. Dazu findet regelmäßig ein Ferientheater statt, bei dem Kinder und Jugendlichen gemeinsam ein Musiktheaterstück einstudieren und anschließend aufführen.</p><p style="text-align: center;"><em> „Aus einem Lost Place haben wir im Grunde <br />dieses Dornröschenerlebnis gemacht.“</em></p>								</div>
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									<h5>Nordrhein-Westfalen</h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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									<h5>Nordrhein-Westfalen</h5><p>Trailer der Bereisung als Youtube-Video</p>								</div>
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		<title>Die KulturScheune 1a – gemeinsam für einen neuen Begegnungsort</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2026 10:13:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BUNDESLÄNDER]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die KulturScheune 1a gemeinsam für einen neuen Begegnungsort Wie viele ländliche Orte sieht sich auch Fürstenberg, ein Stadtteil von Bad Wünnenberg im nordrhein-westfälischen Kreis Paderborn, mit dem Rückgang kultureller Strukturen und gemeinschaftlicher Begegnungsräume konfrontiert. „Alte Strukturen brechen weg. Die Kirche hat immer weniger Bedeutung. Kneipen gibt es nicht mehr. Die letzte hat tatsächlich vor vier Jahren zugemacht. Früher gab es mal sieben, acht oder neun. Es gibt eigentlich keine Kristallisationspunkte, damit Leute sich treffen können oder was miteinander machen.“(Peter Gödde) Dieser Entwicklung wollten einige engagierte Anwohner*innen nicht tatenlos zusehen. Ihre Chance witterten sie im Jahr 2020, als eine Scheune in der Ortsmitte leer fiel. In den nächsten vier Jahren verwirklichte die Gruppe ihre Vision eines kulturellen Identifikations- und Begegnungsortes in der ehemaligen Zehntscheune. Unter dem Namen „KulturScheune1a” ist die Scheune heute ein über die Region hinaus bekannter Veranstaltungsort, der namhafte Künstler*innen und Gäste aus ganz Deutschland anlockt. Für die Dorfgemeinschaft ist sie ein Gestaltungsraum, der zum Mitmachen einlädt. Unsere Interviewpartner*innen auf der Fluchttreppe Wir waren vor Ort und haben mit Peter Gödde, dem Geschäftsführer der KulturScheune1a UG, mit Julia Mühlenbein, der Leiterin der Organisation, sowie mit Erhard Weitekamp gesprochen und einen Einblick in die spannende Entwicklung des Projekts bekommen. Frontansicht Die Scheune von oben Von der Zehntscheune zum Kulturzentrum   Die ehemalige Zehntscheune und heutige Heimat der Kulturscheune1a wurde 1776 vom Graf von Westfaphlen erbaut und war Teil eines landwirtschaftlichen Gutshofes im historischen Ortskern von Fürstenberg. Nachdem sie ihre ursprüngliche Nutzung verlor, wurde die Scheune seit den 1970er Jahren von der Kommune als Bauhof und Lager genutzt. Als diese 2020 in ein neues Gebäude umzogen, blieb das bedeutende Gebäude ungenutzt zurück. „Es war nicht nur eine Zehntscheune, sondern auch ein Ort des Austauschs zwischen Adel, Kirche und Bürgern, also Bauern. Das war also immer ein spannungsgeladener Ort, positiv gemeint.“(Peter Gödde) Mit dem Wunsch, das identitätsstiftende Gebäude zu erhalten und einen neuen Kultur- und Begegnungsort für die Dorfgemeinschaft zu schaffen, entwickelte eine motivierte Gruppe aus zunächst fünf und später 15 Anwohner*innen im Austausch mit der Dorfgemeinschaft das Konzept der Kulturscheune. Nach langen Verhandlungen mit der Kommune, welche dem Kulturprojekt weniger wohlwollend gegenüberstand, konnte sie das Gebäude am 1. April 2021 für einen symbolischen Euro übernehmen. Nach dem Kauf stand die Gruppe vor einer sanierungsbedürftigen Scheune, ohne Boden, Isolierung und mit alten, baufälligen Toren. Nach konkreten Planungsgesprächen mit Architekten, Sachverständigen und Fachplanern und der Beantragung einer Nutzungsänderung, konnte im Winter desselben Jahres mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Viele davon wurden in Eigenleistung erbracht. Im Fokus stand die bauliche und technische Anpassung sowie die energetische Modernisierung, um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen. Zunächst wurde ein Teil der Scheune bis zur zweiten Jahreshälfte 2021 provisorisch nutzbar gemacht. Ein gedämmter Holzboden und eine mobile Trennwand aus Glas wurden eingesetzt, um einen Cafébereich vom größeren Scheunenbereich abzuschirmen. Weiter ging es 2022 mit der Dachdämmung. 2023 waren bereits große Teile der Sanierungsarbeiten im Innenbereich abgeschlossen, wie z. B. die zuverlässige Wärmeversorgung durch eine Fußbodenheizung. Im darauffolgenden Jahr wurde die Kulturscheune mit der Sanierung des Vorplatzes abgerundet. Heute umfasst die KulturScheune1a ein Foyer mit einem Cafébereich, der aus zusammengewürfelten Tischen von ehemaligen Pensionen besteht. Im linken Scheunenbereich findet sich ein Veranstaltungssaal mit 200 Sitzplätzen und einer über 50 m² großen Bühne. Vervollständigt wird die KulturScheune1a durch moderne sanitäre Anlagen, eine Küche sowie Ausstellungs- und Arbeitsflächen. Cafébereich In einer der alten Hallen wurde ein Theater eingerichtet, die „Die Andere Welt Bühne“, die das kulturelle Angebot der Region erweitert. Mit der Veranstaltung von Workshops sowie Angebote für Kinder und Jugendliche haben die Initiator*innen zudem einen gesellschaftlichen Auftrag angenommen. Hierfür geht Melanie Seeland, die für den Betrieb des Theaters verantwortlich ist, Kooperationen mit Kindergärten und Schulen der Stadt ein und schafft Angebote für interessierte Bürger*innen. Den Bau der Innenausstattung übernahmen die Initiator*innen selbst. In der Waldwirtschafterei fertigten sie beispielsweise die aufwendigen Bühnenelemente. Die Bestuhlung und Teile der Technik wurden von befreundete Berliner Theatern gestiftet, die damit einen wichtigen Beitrag für die Eröffnung des Theaterbetriebs leisteten. Neben den erbrachten Eigenleistungen trägt sich „Die Andere Welt Bühne“ über Förderungen des Landes Brandenburg – insbesondere durch die Kulturförderung. Und der Erfolg bestätigt die Bemühungen und motiviert die Betreiber*innen. Das Theater lockt neben den Menschen aus der Region auch Publikum aus dem nahliegenden Berlin nach Strausberg. In einer anderen Halle auf dem alten Postgelände befindet sich die besagte Waldwirtschafterei. Die Holzwerkstatt stellt einen wesentlichen und wichtigen Bestandteil des Vorhabens dar. Hier werden neben Auftragsarbeiten insbesondere die Ausstattungen für den eigenen Gebrauch – wie Bühnenelemente für das Theater oder die Innenausstattung für die Schmorpost – sowie die Elemente für die Häuser für das „Wohnen am Waldrand“ gefertigt. Der Aufbau der Werkstatt sowie die Anschaffung von Maschinen und des eigenen mobilen Sägewerks – das sich an einer anderen Stelle auf dem Gelände im Einsatz befindet und die gefällten Bäume zu Bauholz verarbeitet – wurden mit eigenen Mitteln finanziert. Anschaffungs- und Betriebskosten können zum Teil durch Auftragsarbeiten und durch den Aufbau des Wohnquartiers sowie dessen Einnahmen gedeckt werden. Auf dem Gelände entsteht zusätzlich zu dem kulturellen und gastronomischen Angebot ein kleines nachhaltiges Wohnquartier, welches zukünftig noch erweitert werden könnte. Der Nachhaltigkeitsaspekt ergibt sich aus der Art und Weise des Hausbaus. Es handelt sich um Holzhäuser, deren Bau einem ressourcenschonenden, kreislauforientierten Ansatz folgt. Fenster werden nachgenutzt; das Holz stammt vom eigenen Gelände ohne nennenswerte Transportwege und wird vor Ort verarbeitet. Außerdem stehen die Neubauten auf Punktfundamenten, für welche nur geringe Mengen Beton benötigt werden. Zudem lässt die Bauweise den kompletten Rückbau der Häuser zu. Die Finanzierung des Projekts „Wohnen am Waldrand“ setzt sich aus Eigenmitteln aus der laufenden Kreditfinanzierung und den bereits geleisteten Zahlungen von Genossenschaftsanteilen zukünftiger Bewohner*innen zusammen. Das erste Haus wird bereits bewohnt und das zweite steht kurz vor dem Bezug. Weitere Häuser befinden sich im Bau, sind zum Teil bereits verkauft oder warten auf Bewohner*innen. Potenzielle Nutzer*innen steigen demnach nach einem genossenschaftlichen Modell, mit ihren persönlichen finanziellen Mitteln, in das Vorhaben ein, werden dadurch Miteigentümer*innen aller Häuser und mieten ihr eigenes Haus bzw. ihre eigene Wohnung. Linker Scheunenbereich mit Blick auf die Bühne Blick von der Bühne]]></description>
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									<h3><strong>Die KulturScheune 1a</strong></h3><h4><strong>gemeinsam für einen neuen Begegnungsort</strong></h4><p>Wie viele ländliche Orte sieht sich auch Fürstenberg, ein Stadtteil von Bad Wünnenberg im nordrhein-westfälischen Kreis Paderborn, mit dem Rückgang kultureller Strukturen und gemeinschaftlicher Begegnungsräume konfrontiert.</p><p style="text-align: center;"><em>„Alte Strukturen brechen weg. Die Kirche hat immer weniger Bedeutung. Kneipen gibt es nicht mehr. Die letzte hat tatsächlich vor vier Jahren zugemacht. Früher gab es mal sieben, acht oder neun. Es gibt eigentlich keine Kristallisationspunkte, damit Leute sich treffen können oder was miteinander machen.“<br />(Peter Gödde)</em></p><p>Dieser Entwicklung wollten einige engagierte Anwohner*innen nicht tatenlos zusehen. Ihre Chance witterten sie im Jahr 2020, als eine Scheune in der Ortsmitte leer fiel. In den nächsten vier Jahren verwirklichte die Gruppe ihre Vision eines kulturellen Identifikations- und Begegnungsortes in der ehemaligen Zehntscheune. Unter dem Namen „KulturScheune1a” ist die Scheune heute ein über die Region hinaus bekannter Veranstaltungsort, der namhafte Künstler*innen und Gäste aus ganz Deutschland anlockt. Für die Dorfgemeinschaft ist sie ein Gestaltungsraum, der zum Mitmachen einlädt.</p>								</div>
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									<p>Wir waren vor Ort und haben mit Peter Gödde, dem Geschäftsführer der KulturScheune1a UG, mit Julia Mühlenbein, der Leiterin der Organisation, sowie mit Erhard Weitekamp gesprochen und einen Einblick in die spannende Entwicklung des Projekts bekommen.</p>								</div>
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									<h4>Von der Zehntscheune zum Kulturzentrum  </h4><p>Die ehemalige Zehntscheune und heutige Heimat der Kulturscheune1a wurde 1776 vom Graf von Westfaphlen erbaut und war Teil eines landwirtschaftlichen Gutshofes im historischen Ortskern von Fürstenberg. Nachdem sie ihre ursprüngliche Nutzung verlor, wurde die Scheune seit den 1970er Jahren von der Kommune als Bauhof und Lager genutzt. Als diese 2020 in ein neues Gebäude umzogen, blieb das bedeutende Gebäude ungenutzt zurück.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es war nicht nur eine Zehntscheune, sondern auch ein Ort des Austauschs zwischen Adel, Kirche und Bürgern, also Bauern. Das war also immer ein spannungsgeladener Ort, positiv gemeint.“<br />(Peter Gödde)</em></p><p>Mit dem Wunsch, das identitätsstiftende Gebäude zu erhalten und einen neuen Kultur- und Begegnungsort für die Dorfgemeinschaft zu schaffen, entwickelte eine motivierte Gruppe aus zunächst fünf und später 15 Anwohner*innen im Austausch mit der Dorfgemeinschaft das Konzept der Kulturscheune. Nach langen Verhandlungen mit der Kommune, welche dem Kulturprojekt weniger wohlwollend gegenüberstand, konnte sie das Gebäude am 1. April 2021 für einen symbolischen Euro übernehmen.</p><p>Nach dem Kauf stand die Gruppe vor einer sanierungsbedürftigen Scheune, ohne Boden, Isolierung und mit alten, baufälligen Toren. Nach konkreten Planungsgesprächen mit Architekten, Sachverständigen und Fachplanern und der Beantragung einer Nutzungsänderung, konnte im Winter desselben Jahres mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.</p>								</div>
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									<p>Viele davon wurden in Eigenleistung erbracht. Im Fokus stand die bauliche und technische Anpassung sowie die energetische Modernisierung, um eine ganzjährige Nutzung zu ermöglichen. Zunächst wurde ein Teil der Scheune bis zur zweiten Jahreshälfte 2021 provisorisch nutzbar gemacht. Ein gedämmter Holzboden und eine mobile Trennwand aus Glas wurden eingesetzt, um einen Cafébereich vom größeren Scheunenbereich abzuschirmen. Weiter ging es 2022 mit der Dachdämmung. 2023 waren bereits große Teile der Sanierungsarbeiten im Innenbereich abgeschlossen, wie z. B. die zuverlässige Wärmeversorgung durch eine Fußbodenheizung. Im darauffolgenden Jahr wurde die Kulturscheune mit der Sanierung des Vorplatzes abgerundet.</p><p>Heute umfasst die KulturScheune1a ein Foyer mit einem Cafébereich, der aus zusammengewürfelten Tischen von ehemaligen Pensionen besteht. Im linken Scheunenbereich findet sich ein Veranstaltungssaal mit 200 Sitzplätzen und einer über 50 m² großen Bühne. Vervollständigt wird die KulturScheune1a durch moderne sanitäre Anlagen, eine Küche sowie Ausstellungs- und Arbeitsflächen.</p>								</div>
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									<p>In einer der alten Hallen wurde ein Theater eingerichtet, die „Die Andere Welt Bühne“, die das kulturelle Angebot der Region erweitert. Mit der Veranstaltung von Workshops sowie Angebote für Kinder und Jugendliche haben die Initiator*innen zudem einen gesellschaftlichen Auftrag angenommen. Hierfür geht Melanie Seeland, die für den Betrieb des Theaters verantwortlich ist, Kooperationen mit Kindergärten und Schulen der Stadt ein und schafft Angebote für interessierte Bürger*innen.</p><p>Den Bau der Innenausstattung übernahmen die Initiator*innen selbst. In der Waldwirtschafterei fertigten sie beispielsweise die aufwendigen Bühnenelemente. Die Bestuhlung und Teile der Technik wurden von befreundete Berliner Theatern gestiftet, die damit einen wichtigen Beitrag für die Eröffnung des Theaterbetriebs leisteten. Neben den erbrachten Eigenleistungen trägt sich „Die Andere Welt Bühne“ über Förderungen des Landes Brandenburg – insbesondere durch die Kulturförderung. Und der Erfolg bestätigt die Bemühungen und motiviert die Betreiber*innen. Das Theater lockt neben den Menschen aus der Region auch Publikum aus dem nahliegenden Berlin nach Strausberg.</p><p>In einer anderen Halle auf dem alten Postgelände befindet sich die besagte Waldwirtschafterei. Die Holzwerkstatt stellt einen wesentlichen und wichtigen Bestandteil des Vorhabens dar. Hier werden neben Auftragsarbeiten insbesondere die Ausstattungen für den eigenen Gebrauch – wie Bühnenelemente für das Theater oder die Innenausstattung für die Schmorpost – sowie die Elemente für die Häuser für das „Wohnen am Waldrand“ gefertigt.</p>								</div>
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									<p>Der Aufbau der Werkstatt sowie die Anschaffung von Maschinen und des eigenen mobilen Sägewerks – das sich an einer anderen Stelle auf dem Gelände im Einsatz befindet und die gefällten Bäume zu Bauholz verarbeitet – wurden mit eigenen Mitteln finanziert. Anschaffungs- und Betriebskosten können zum Teil durch Auftragsarbeiten und durch den Aufbau des Wohnquartiers sowie dessen Einnahmen gedeckt werden.</p><p>Auf dem Gelände entsteht zusätzlich zu dem kulturellen und gastronomischen Angebot ein kleines nachhaltiges Wohnquartier, welches zukünftig noch erweitert werden könnte. Der Nachhaltigkeitsaspekt ergibt sich aus der Art und Weise des Hausbaus. Es handelt sich um Holzhäuser, deren Bau einem ressourcenschonenden, kreislauforientierten Ansatz folgt. Fenster werden nachgenutzt; das Holz stammt vom eigenen Gelände ohne nennenswerte Transportwege und wird vor Ort verarbeitet. Außerdem stehen die Neubauten auf Punktfundamenten, für welche nur geringe Mengen Beton benötigt werden. Zudem lässt die Bauweise den kompletten Rückbau der Häuser zu.</p><p>Die Finanzierung des Projekts „Wohnen am Waldrand“ setzt sich aus Eigenmitteln aus der laufenden Kreditfinanzierung und den bereits geleisteten Zahlungen von Genossenschaftsanteilen zukünftiger Bewohner*innen zusammen. Das erste Haus wird bereits bewohnt und das zweite steht kurz vor dem Bezug. Weitere Häuser befinden sich im Bau, sind zum Teil bereits verkauft oder warten auf Bewohner*innen. Potenzielle Nutzer*innen steigen demnach nach einem genossenschaftlichen Modell, mit ihren persönlichen finanziellen Mitteln, in das Vorhaben ein, werden dadurch Miteigentümer*innen aller Häuser und mieten ihr eigenes Haus bzw. ihre eigene Wohnung.</p>								</div>
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									<p>Projektträger ist die KulturScheune1a UG, welche den Kultur- und Begegnungsort eigenständig betreibt, wodurch eine professionelle Unternehmerstruktur mit dem ehrenamtlichen Engagement verknüpft wird. Die 2020 für das Projekt gegründete Sintfeld Stiftung e.V. und Pro Fürstenberg e.V. haben die UG als gemeinnützige Gesellschafter errichtet und sind Teil einer nachhaltigen und stabilen Trägerschaft. Neben der ehrenamtlichen Geschäftsführung beteiligen sich mittlerweile um die 60 ehrenamtlich Engagierte an dem Projekt und in verschiedenen Arbeitsgruppen in den Bereichen Bau, Finanzen, Gestaltung, Programmarbeit, Scheunenmarkt und Café. Eine hauptamtliche Organisationsleitung koordiniert die Ehrenamlichen und leistet das umfängliche Veranstaltungsmanagement.</p><h4>Förderung und langfristige Finanzierung</h4><p>Finanziert wurde die Projektumsetzung durch das <a href="https://www.dritteorte.nrw" target="_blank" rel="noopener">Programm Dritte Orte</a>, mit dem das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen die Entwicklung kultureller Begegnungsorte und ihren nachhaltigen Betrieb fördert. Dies beinhaltete eine Fördersumme von 450.000 € über drei Jahre für den Umbau, die Ausstattung und für Personalkosten. Nach dieser Umsetzungsphase folgte eine Folgeförderung für den laufenden Betrieb mit 50.000 € für das Jahr 2024, 40.000 € für 2025 und 30.000 € für 2026.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es gibt dort durchaus, sagen wir mal, sehr wohlwollende Bereitschaft, <br />gerade im Kulturministerium Nordrhein-Westfalen, <br />die Dritten Orte auch weiter zu unterstützen.“ <br />(Peter Gödde)</em></p><p>Weitere finanzielle Unterstützung für die Renovierungsmaßnahmen erhielt das Projekt durch die <a href="https://www.nrw-stiftung.de" target="_blank" rel="noopener">NRW-Stiftung</a> in Höhe von 265.000 €. Aus dem Heimatprogramm des Bauministeriums NRW wurde die Vorplatzgestaltung und ein Kunstwettbewerb mit 150.000 € unterstützt. Die Dachsanierung und die Platzbeleuchtung wurden außerdem von der Stadt mit ca. 80.000 € unterstützt. Die Sintfeld-Energiestiftung der lokalen Windparks unterstütze ebenfalls mit 50.000 €.</p><p>Der laufende Betrieb mit den anfallenden Personal-, Unterhalts- und Veranstaltungskosten kann zu einem Drittel durch die Einnahmen für die Kulturveranstaltung und zu einem weiteren Drittel durch den Catering- und Getränkeumsatz abgedeckt werden. Das letzte Drittel muss mit Hilfe anderer Quellen, wie z. B. Förderung, Sponsoring oder dem Freundeskreis generiert werden. Letzteres beschreibt einen Kreis von Privatpersonen und lokalen Förderern, welche das Projekt regelmäßig finanziell unterstützen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir müssen uns natürlich überlegen:<br />Wie kriegen wir dieses fehlende Drittel bei uns finanziert? <br />Deswegen haben wir einen Freundeskreis installiert, wo einfach Leute, <br />die das auch leisten können, Unternehmer, Ärzte, und so weiter, sagen:<br />„Wir geben euch als feste Zusage pro Jahr Betrag X, das ist uns die tolle Arbeit <br />und das Weiterbestehen der KulturScheune1a wert.“ <br />(Peter Gödde)</em></p><h4>Zwischen Bürokratie und lokaler Akzeptanz</h4><p>Zu den größten Hürden gehörten im Aufbau die mangelnde Zusammenarbeit sowie fehlende Unterstützung und Wertschätzung der Kommune. Peter Gödde beschreibt seinen Eindruck, dass das Projekt mit dem Fokus auf Kultur auf wenig Zuspruch bei den Kommunalpolitiker:innen und der Stadtverwaltung gestoßen ist.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das Kulturverständnis im ländlichen Raum ist bisweilen sehr eng<br />und vielfach nur auf Tradition und Vereinsmeierei begrenzt. <br />Vor allem in kleineren Kommunen, die keine eigene Kulturämter etc. haben, <br />sollte man neues, diverses, modernes und breites kulturelles <br />bürgerschaftliches Engagement begrüßen und unterstützen, <br />gerade auch finanziell und wertschätzend.“ <br />(Peter Gödde)</em></p><p>Hinzu kommt ein dörfliches Spannungsfeld mit Rivalitäten zwischen den lokalen Vereinen und anderen Dörfern um Besucher*innen und finanzielle Unterstützung.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es gibt andere Vereine, die gucken ja neidisch drauf und sagen: <br />‚Das braucht ihr doch eigentlich gar nicht. <br />Wieso kriegen die öffentliches Geld?‘“ <br />(Peter Gödde)</em></p><p>Dabei betonen die Akteur*innen, dass mit der KulturScheune1a keinerlei Konkurrenz zu den lokalen Vereinsangeboten geschaffen werden. Die neuen Angebote und Formate der KulturScheune1a decken Wünsche und Bedarfe ab, die traditionell nicht, oder nicht mehr erfüllt werden.</p><p>Überwinden konnte die Gruppe die Rückschläge und Kritik vor allem durch die gegenseitige Unterstützung und Motivation im Team.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das schweißt natürlich auf der anderen Seite auch wieder zusammen, <br />wenn man sagt: ‚So, wir schaffen das.‘“ <br />(Peter Gödde)</em></p>								</div>
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									<p>Herausfordernd war außerdem der Umgang mit den widerstreitenden Interessen und Vorgaben von Denkmalschutz, energetischer Sanierung und Brandschutz. Probleme gab es u. a.  aufgrund des notwendigen Fluchtausgangs im hinteren Bereich der Scheune. Trotz der guten fachlichen Hinweise, die die Gruppe in Bezug auf den Umgang mit dem alten Mauerwerk erhalten hat, bemängelt Peter Gödde die langsamen und starren Abläufe der formalen Prozesse und der Vergabe von Genehmigungen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ich bin, gerade in ländlichen Regionen, sehr dafür, <br />dass man den Leuten das Geld gibt, dass man sie verantwortlich <br />macht dafür und dann in Eigenregie machen lässt. <br />Denn wenn wir das hier alles umgesetzt hätten <br />mit den Vergaberichtlinien der Stadt, <br />dann wären wir heute noch nicht fertig.“ (Peter Gödde)</em></p><h4>Gemeinschaftlich auf Augenhöhe ans Ziel</h4><p>Das Erfolgsrezept des Bottom-up-Projektes liegt vor allem in der geschickten Bündelung der zahlreichen organisatorischen und handwerklichen Kompetenzen sowie der persönlichen Netzwerke des Teams, das sich aus engagierten Anwohner*innen zusammengefunden hat.</p><p style="text-align: center;"><em>„Jeder hat irgendwo seine Fähigkeiten. <br />Wenn man die vernünftig zusammenbaut, <br />dann kann man solche Projekte wirklich gut hinbekommen. <br />Vor allem ehrenamtliche Projekte. Wenn ich mir das alles <br />zusammenkaufen muss, ist das nicht finanzierbar.“ <br />(Peter Gödde)</em></p><p>Peter Gödde, der seinerseits als ehemaliger Jurist Kompetenzen im Bereich der Beantragung von Fördermitteln mitbringt, beschreibt, wie er ein Netzwerk in Richtung Politik aufbauen konnte, um das Projekt geschickt zu präsentieren. Für die Projektumsetzung waren aber auch lokale Kontakte und kurze Wege auf Augenhöhe wichtig.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ich habe gestern den Installateur angerufen: <br />‚Michael, du musst morgen um halb fünf hier hinkommen.‘ <br />Ja, dann kommt der auch. Deswegen sage ich ja, <br />wenn man das als städtisches Projekt gemacht hätte, <br />wäre das ganz klar noch nicht fertig.“ <br />(Peter Gödde)</em></p><p>Das Projekt verdeutlicht die Stärke ländlicher Räume: Eine engagierte Dorfgemeinschaft, angetrieben von motivierten Einzelpersonen, übernimmt Verantwortung und kann sich über kurze Wege austauschen und vernetzen.</p><h4>Das Nutzungskonzept – „genießen, begegnen, gestalten“</h4><p>Die Kulturscheune1a hat sich bis heute als gefragter Veranstaltungs- und Begegnungsort etabliert. Jährlich finden dort 120 Veranstaltungen statt. Das Spektrum reicht von Konzerten über Lesungen bis hin zu Vorträgen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Mittlerweile kriegen wir pro Tag fünf bis acht Bewerbungen <br />von Künstler*innen, die sich aus der ganzen Bundesrepublik <br />und darüber hinaus hier bewerben.“ <br />(Julia Mühlenbein)</em></p><p>Auch Malkurse, ein Lesekreis, eine Foto-AG, Quizabende und vieles mehr finden statt und bieten die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Mit Events wie der Inliner-Disco und dem FIFA-Turnier werden zudem gezielt Kinder und Jugendliche angesprochen, da diese bisher weniger in der Scheune aktiv sind.</p><p>Gleichzeitig hat sich das Konzept über die Jahre aufgrund neuer Bedürfnisse und des Wegfalls weiterer lokaler Strukturen erweitert. So finden auf Wunsch des lokalen Bestatters in der Scheune regelmäßig Beerdigungscafés statt. Mittlerweile können auch Geburtstage und Hochzeiten in der Scheune gefeiert werden. Das Kulturangebot wird durch den Scheunenmarkt und das Café Sammeltasse ergänzt, welches zum Markt, zu den Veranstaltungen und jeden zweiten Sonntag öffnet.</p><p>Mit der Grundidee, stetig zu wachsen und sich weiterzuentwickeln, sind auch in Zukunft neue Projekte geplant. Ein aktuelles Projekt ist das Kulturnetz Südliches Paderborner Land. Mit diesem Netzwerk sollen bürgerschaftlich getragene Kultureinrichtungen im südlichen    Paderborner Land stärker vernetzt werden.</p>								</div>
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									<h5>Nordrhein-Westfalen</h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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									<h5>Nordrhein-Westfalen</h5><p>Trailer der Bereisung als Youtube-Video</p>								</div>
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