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	<title>Rheinland-Pfalz &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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	<description>Potenziale der Innenentwicklung und Leerstandsaktivierung: Leerstand überwinden, Baukultur erhalten, lebendige Orte schaffen</description>
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	<title>Rheinland-Pfalz &#8211; Online-Plattform Leerstand aktivieren</title>
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		<title>Ein Schreibtisch für die Region – wie Prüm mit einem Coworking-Space im ländlichen Raum neue Wege geht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jul 2025 11:53:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Schreibtisch für die Region Wie Prüm mit einem Coworking-Space im ländlichen Raum neue Wege geht Wer das frühere Verwaltungsgebäude des alten Kreiswasserwerks in Prüm betritt, spürt noch den „Charme“ vergangener Behördenzeiten: graue Flure, schwere Türen, ein Hauch von Aktenstaub in der Luft. Doch hinter der Tür im zweiten Obergeschoss öffnet sich ein ganz anderer Raum. Helle Schreibtische, Pflanzen, gedämpfte Gespräche, leises Tastaturklappern. Hier, wo jahrelang niemand arbeitete, hat die Zukunft Einzug gehalten. Der „Schreibtisch in Prüm“ wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Acht Arbeitsplätze, ein Besprechungsraum, eine Kaffeeküche, solide technische Ausstattung. Kein Startup-Hochglanz, keine hippe Inszenierung. Und doch erzählt dieser Ort davon, wie eine ländliche Region Zukunft gestaltet – pragmatisch, mutig und mit einem tiefen Verständnis für das, was Menschen brauchen, um gut leben und arbeiten zu können. Dass der Coworking-Space hier entstanden ist, war weder Zufall noch das Ergebnis eines strategischen Fahrplans. Es begann – wie so vieles in ländlichen Räumen – mit einem guten Gespräch. Die Idee entsteht – ein urbanes Konzept trifft auf ländliche Realität Als die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz 2015 mit ihrem Projekt „Digitale Dörfer“ erstmals begann, sich mit ländlichen Coworking-Modellen zu befassen, war die Grundfrage klar: Wie lässt sich der Alltag der Menschen in ländlichen Räumen durch digitale Arbeitsformen verbessern? In vielen Gemeinden in Rheinland-Pfalz waren die Arbeitsplätze weit entfernt mit entsprechend langen Pendelwegen. Gleichzeitig wuchsen die Leerstände aufgrund von demographischen und/oder wirtschaftsstrukturellen Verwerfungen. Die Idee in Richtung Coworking reifte schließlich auch durch inspirierende Beispiele aus anderen Ländern: Kleine Arbeitsräume in irischen Dörfern, multifunktionale Arbeitsplätze in Frankreich oder in Skandinavien zeigten, dass Coworking nicht nur ein urbanes, sondern auch ein ländliches Instrument sein kann. Im Jahr 2016 kam diese Erkenntnis endgültig in Prüm an und das Projekt nahm Fahrt auf. Bei einem Vorgespräch mit Bürgermeister Aloysius Söhngen zeigte sich schnell, dass die Verbandsgemeinde ein idealer Standort für ein solches Modellprojekt war. Prüm war geprägt von vielen Auspendelnden, die weite Strecken zurücklegen mussten – nach Luxemburg, nach Köln, nach Bonn. Ein lokaler Arbeitsplatz –  flexibel nutzbar, technisch gut ausgestattet und klar von der eigenen Wohnsituation getrennt – schien hier enormes Potenzial zu bieten. Gleichzeitig stand das ehemalige Wasserwerksgebäude leer: zentral gelegen, gut erreichbar, mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Ein Ort, der darauf wartete, wieder gefüllt zu werden. „Die Idee entstand, weil klar war: Viele Menschen pendeln täglich weit. Und Prüm kann mehr sein als Ausgangspunkt für lange Arbeitswege.“(Julia Schmitz) Dass das Modellvorhaben überhaupt nach Prüm kam, lag schließlich an einem Förderaufruf der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Die Verbandsgemeinde bewarb sich nicht aktiv, sondern wurde direkt in Gespräche eingebunden. Das Projekt wurde zunächst der Kreisverwaltung vorgestellt, anschließend dem Kreisausschuss, der über die Bereitstellung der Räume entscheiden musste. Von Beginn an war klar: Die Entwicklungsagentur würde in der Modellphase die Trägerschaft übernehmen – inklusive Betriebskosten, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsaufwand. Die Verbandsgemeinde stellte Ansprechpartner*innen vor Ort und begleitete den organisatorischen Rahmen, ohne eigene Kosten tragen zu müssen. Vom Leerstand zum Arbeitsraum – wie aus einer Idee ein Ort wird Nach den ersten Gesprächen im Frühjahr 2016 ging es vergleichsweise schnell. Vertreter*innen von Verbandsgemeinde, Kreisverwaltung und Entwicklungsagentur legten gemeinsam fest, wie die Räume genutzt und ausgestattet werden sollten. Anfang 2017 begann die Einrichtung: Böden wurden erneuert, Möbel aufgebaut, die technische Infrastruktur verlegt. Die Räume waren in gutem Zustand, sodass der Umbau zügig voranging. Parallel startete die Öffentlichkeitsarbeit. Der „Schreibtisch in Prüm“ wurde in der Prümer Rundschau, im Trierischen Volksfreund und auf den digitalen Kanälen der Verbandsgemeinde angekündigt. Auf der Grenzlandschau und beim „Prümer Sommer“ informierte die Entwicklungsagentur an Infoständen über die neuen Arbeitsmöglichkeiten. Der Coworking-Space war von Beginn an sichtbar – und er wurde verstanden als etwas, das den Alltag der Menschen in Prüm tatsächlich erleichtern konnte. „Der Startschuss fiel sehr früh – und sehr entschlossen. Es war klar: Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen.“(Marcel Palms) Nur wenige Wochen nach dem ersten Austausch wurde das Projekt dem Kreisausschuss vorgelegt. Der Kreis stellte die Räume mietfrei zur Verfügung, die Entwicklungsagentur übernahm als Trägerin die gesamte Verantwortung für Kosten, Betrieb und Nutzerverwaltung. Die Verbandsgemeinde stellte lokale Ansprechpartner*innen. Was andernorts jahrelang dauert, geschah hier in wenigen Monaten. Im Juli 2017 wurde der Coworking-Space eröffnet. Vier Büros mit jeweils zwei Arbeitsplätzen, ein Besprechungsraum, eine kleine Kaffeeküche – funktional, freundlich, solide. Der Anfang: Aufbau eines Nutzerkreises und die Frage der Akzeptanz Wie bei vielen neuen Konzepten in ländlichen Räumen ging es in den ersten Monaten vor allem darum, Vertrauen aufzubauen. Wer sollte überhaupt kommen? Welche Berufe würden das Angebot nutzen? Und wie viel Nachfrage würde sich tatsächlich entwickeln? Doch die ersten Buchungen ließen nicht lange auf sich warten. Bereits nach wenigen Wochen waren die ersten Schreibtische vergeben und bis 2019 wuchs die Zahl der regelmäßigen Nutzer*innen auf vier – eine stabile Auslastung von 50 Prozent in einem jungen Projekt, das erst dabei war, sich im Alltag der Region zu verankern. Die Nutzer*innen kamen zumeist aus Berufen, in denen digitale Arbeit flexibel möglich ist: IT, Projektmanagement, Coaching, Grafikdesign, Außendienst, Start-ups oder Beratung. Einige arbeiteten für Arbeitgeber in Ballungsräumen, andere waren selbstständig. Gemein war ihnen das Bedürfnis nach einer professionellen Arbeitsumgebung, die zugleich wohnortnah gelegen ist. Die Pandemie – und ein Raum, der plötzlich unverzichtbar wurde Als im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie ausbrach und viele Arbeitnehmer*innen ins Home Office zwang, wurde Coworking in Prüm plötzlich zu einer echten Alternative. Lange Pendelstrecken nach Luxemburg, Belgien oder Köln ließen sich durch ein oder zwei Tage Arbeit im Coworking-Space ersetzen. Besonders Menschen, die zu Hause kein Arbeitszimmer hatten bzw. nicht in Ruhe arbeiten konnten, fanden hier einen verlässlichen, professionellen Arbeitsort. „Viele wollten einfach einen klaren Ort zum Arbeiten. Nicht Küche, nicht Esstisch, nicht Kinderzimmer.“(Julia Schmitz) Während der Pandemie war der „Schreibtisch in Prüm“ fast durchgehend ausgelastet. Doch auch nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen blieb die Nachfrage überraschend hoch. Viele Nutzer*innen merkten, dass die direkte Trennung von Arbeits- und Privatleben – ein professionelles Büro ohne häusliche Ablenkungen – einen Mehrwert schuf, den das Home Office allein nicht bieten konnte. Heute sind sechs der acht Arbeitsplätze dauerhaft belegt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei etwa einem Jahr. Ein Coworker jedoch hat den Raum seit sieben]]></description>
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									<h3>Ein Schreibtisch für die Region</h3><h4>Wie Prüm mit einem Coworking-Space im ländlichen Raum neue Wege geht</h4><p>Wer das frühere Verwaltungsgebäude des alten Kreiswasserwerks in Prüm betritt, spürt noch den „Charme“ vergangener Behördenzeiten: graue Flure, schwere Türen, ein Hauch von Aktenstaub in der Luft. Doch hinter der Tür im zweiten Obergeschoss öffnet sich ein ganz anderer Raum. Helle Schreibtische, Pflanzen, gedämpfte Gespräche, leises Tastaturklappern. Hier, wo jahrelang niemand arbeitete, hat die Zukunft Einzug gehalten.</p><p>Der „Schreibtisch in Prüm“ wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Acht Arbeitsplätze, ein Besprechungsraum, eine Kaffeeküche, solide technische Ausstattung. Kein Startup-Hochglanz, keine hippe Inszenierung. Und doch erzählt dieser Ort davon, wie eine ländliche Region Zukunft gestaltet – pragmatisch, mutig und mit einem tiefen Verständnis für das, was Menschen brauchen, um gut leben und arbeiten zu können. Dass der Coworking-Space hier entstanden ist, war weder Zufall noch das Ergebnis eines strategischen Fahrplans. Es begann – wie so vieles in ländlichen Räumen – mit einem guten Gespräch.<br /><br /></p><h4><strong>Die Idee entsteht – ein urbanes Konzept trifft auf ländliche Realität</strong></h4><p>Als die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz 2015 mit ihrem Projekt „Digitale Dörfer“ erstmals begann, sich mit ländlichen Coworking-Modellen zu befassen, war die Grundfrage klar: Wie lässt sich der Alltag der Menschen in ländlichen Räumen durch digitale Arbeitsformen verbessern? In vielen Gemeinden in Rheinland-Pfalz waren die Arbeitsplätze weit entfernt mit entsprechend langen Pendelwegen. Gleichzeitig wuchsen die Leerstände aufgrund von demographischen und/oder wirtschaftsstrukturellen Verwerfungen. Die Idee in Richtung Coworking reifte schließlich auch durch inspirierende Beispiele aus anderen Ländern: Kleine Arbeitsräume in irischen Dörfern, multifunktionale Arbeitsplätze in Frankreich oder in Skandinavien zeigten, dass Coworking nicht nur ein urbanes, sondern auch ein ländliches Instrument sein kann.</p>								</div>
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									<p>Im Jahr 2016 kam diese Erkenntnis endgültig in Prüm an und das Projekt nahm Fahrt auf. Bei einem Vorgespräch mit Bürgermeister Aloysius Söhngen zeigte sich schnell, dass die Verbandsgemeinde ein idealer Standort für ein solches Modellprojekt war. Prüm war geprägt von vielen Auspendelnden, die weite Strecken zurücklegen mussten – nach Luxemburg, nach Köln, nach Bonn. Ein lokaler Arbeitsplatz –  flexibel nutzbar, technisch gut ausgestattet und klar von der eigenen Wohnsituation getrennt – schien hier enormes Potenzial zu bieten. Gleichzeitig stand das ehemalige Wasserwerksgebäude leer: zentral gelegen, gut erreichbar, mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Ein Ort, der darauf wartete, wieder gefüllt zu werden.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die Idee entstand, weil klar war: Viele Menschen pendeln täglich weit. <br />Und Prüm kann mehr sein als Ausgangspunkt für lange Arbeitswege.“<br />(Julia Schmitz</em><em>)</em></p><p>Dass das Modellvorhaben überhaupt nach Prüm kam, lag schließlich an einem Förderaufruf der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Die Verbandsgemeinde bewarb sich nicht aktiv, sondern wurde direkt in Gespräche eingebunden. Das Projekt wurde zunächst der Kreisverwaltung vorgestellt, anschließend dem Kreisausschuss, der über die Bereitstellung der Räume entscheiden musste. Von Beginn an war klar: Die Entwicklungsagentur würde in der Modellphase die Trägerschaft übernehmen – inklusive Betriebskosten, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsaufwand. Die Verbandsgemeinde stellte Ansprechpartner*innen vor Ort und begleitete den organisatorischen Rahmen, ohne eigene Kosten tragen zu müssen.<br /><br /></p><h4>Vom Leerstand zum Arbeitsraum – wie aus einer Idee ein Ort wird</h4><p>Nach den ersten Gesprächen im Frühjahr 2016 ging es vergleichsweise schnell. Vertreter*innen von Verbandsgemeinde, Kreisverwaltung und Entwicklungsagentur legten gemeinsam fest, wie die Räume genutzt und ausgestattet werden sollten. Anfang 2017 begann die Einrichtung: Böden wurden erneuert, Möbel aufgebaut, die technische Infrastruktur verlegt. Die Räume waren in gutem Zustand, sodass der Umbau zügig voranging.</p><p>Parallel startete die Öffentlichkeitsarbeit. Der „Schreibtisch in Prüm“ wurde in der Prümer Rundschau, im Trierischen Volksfreund und auf den digitalen Kanälen der Verbandsgemeinde angekündigt. Auf der Grenzlandschau und beim „Prümer Sommer“ informierte die Entwicklungsagentur an Infoständen über die neuen Arbeitsmöglichkeiten. Der Coworking-Space war von Beginn an sichtbar – und er wurde verstanden als etwas, das den Alltag der Menschen in Prüm tatsächlich erleichtern konnte.</p><p style="text-align: center;"><em>„Der Startschuss fiel sehr früh – und sehr entschlossen. <br />Es war klar: Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen.“<br /></em><em>(Marcel Palms)</em></p>								</div>
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									<h4>Warum Menschen bleiben – und was der „Schreibtisch“ ermöglicht</h4><p>Heute zeigt sich die Vielfalt der Nutzung besonders deutlich. Menschen aus der Region nutzen den Space, um konzentriert arbeiten zu können. Andere kommen aus den belgischen Grenzorten, weil in Prüm der nächstgelegene professionell ausgestattete Arbeitsplatz ist. Viele sparen Zeit und Kosten, weil sie ihre Pendelwege reduzieren. Und fast alle berichten davon, wie sehr ihnen die klare Trennung zwischen Arbeits- und Familienleben hilft.</p><p style="text-align: center;"><em>„Der Schreibtisch in Prüm ist ein kommunales Angebot, <br />das Menschen im Alltag wirklich entlastet.“<br />(</em><em>Marcel Palms)</em></p><p>Ein Nutzer arbeitet seit sieben Jahren regelmäßig im Space – ein Zeichen dafür, dass der Schreibtisch nicht nur ein kurzfristiges Modell, sondern ein langfristig tragfähiges Angebot ist. Gleichzeitig zeigt die durchschnittliche Nutzungsdauer von etwa einem Jahr, dass Coworking im ländlichen Raum genau jene Flexibilität bietet, die moderne Arbeitswelten verlangen.<br /><br /></p><h4>Finanzierung als kommunale Aufgabe – ein Angebot, das sich nicht rechnet und dennoch wirkt</h4><p>Der „Schreibtisch in Prüm“ ist kein gewinnorientiertes Projekt. Die Verbandsgemeinde zahlt zwar keine Miete an den Kreis, dennoch entstehen laufende Kosten für Reinigung, Heizung, Wasser, Energie, Pflege und Ersatzbeschaffungen. Die Einnahmen durch die vergleichsweise niedrigen Nutzungspreise decken diese Ausgaben bewusst nicht vollständig ab.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir zahlen drauf, aber das, was wir <br />zurückbekommen, ist den Einsatz wert.“<br /></em><em>(Julia Schmitz)</em></p><p>100 Euro pro Monat für einen festen Platz oder 50 Euro für ein wöchentliches Tagesticket machen das Angebot niedrigschwellig und erschwinglich. Dadurch wird deutlich: Der „Schreibtisch“ ist ein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge – kein Geschäftsmodell, sondern ein Beitrag zur Aufenthalts- und Lebensqualität in der Region.</p>								</div>
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									<p>Bis 2023 lag die Trägerschaft vollständig bei der Entwicklungsagentur. Danach übernahm die Verbandsgemeinde das Projekt, um es dauerhaft weiterzuführen. Mit diesem Schritt wurde der „Schreibtisch“ endgültig zu einem kommunalen Angebot, das in Prüm verankert ist. Julia Schmitz und Marcel Palms, die bei der Verbandsgemeinde im selben Büro arbeiten, haben das Projekt quasi geerbt – und führen es heute mit spürbarem Engagement. Beide sind in der Region verwurzelt und erleben in ihrem Alltag, wie sehr der Coworking-Space die Lebenssituation vieler Menschen verändert.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir sehen, was es für die Leute bedeutet – das motiviert.“<br />(</em><em>Julia Schmitz)</em></p><p> </p><h4>Herausforderungen und Hindernisse: Nachfrage, Raumangebot und Prozesse</h4><p>Wie fast alle Coworking-Spaces in ländlichen Regionen spürt Prüm die Volatilität der Nachfrage: Pandemie und Großprojekte (etwa Glasfaser-Ausbau) sorgten zeitweise für Vollauslastung, danach folgte eine ruhigere Phase. Aktuell stabilisiert sich die Belegung – ohne Warteliste, aber mit stetigen Anfragen. Nicht jede passt: Lagerwünsche oder publikumsintensive Angebote stören die Arbeitsruhe und sprengen die vertraglichen Rahmenbedingungen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir dürfen vertraglich nur diese Etage nutzen – unten geht nichts.“<br /></em><em>(Marcel Palms)</em></p><p>Räumlich gibt es Grenzen: Die Verbandsgemeinde darf vertraglich nur die aktuelle Etage nutzen; Flächen darunter sind nicht verfügbar. Eine Erweiterung wäre erst sinnvoll, wenn die bestehende Etage dauerhaft voll belegt ist – und wenn die Nachfrage strukturell statt temporär steigt. Zuständigkeiten im Team wurden nach Personalwechseln neu sortiert; kurzfristige Klärungen können dadurch punktuell zäher werden.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es kommen Anfragen – aber Lagerung und hoher <br />Publikumsverkehr passen nicht zu unserem Profil.“<br /></em><em>(Julia Schmitz)</em></p>								</div>
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									<h4>Ein kleines Projekt mit großer Wirkung – Prüm zeigt, wie Wandel gelingen kann</h4><p>Auch sieben Jahre nach seiner Eröffnung bleibt der „Schreibtisch“ bewusst klein. Eine Erweiterung wird erst dann diskutiert, wenn alle Plätze dauerhaft ausgelastet sind – was aktuell nicht der Fall ist. Die Mischung aus Beständigkeit und Flexibilität macht den Space gerade für ländliche Regionen attraktiv, denn hier geht es weniger um Skalierung als um Wirkung.</p><p style="text-align: center;"><em>„Es geht nicht darum, groß zu werden. <br />Es geht darum, nützlich zu sein.“<br />(Julia Schmitz)</em></p><p>Der „Schreibtisch in Prüm“ ist kein hipper Leuchtturm, sondern ein verlässliches, leises Angebot im Drei-Länder-Eck Deutschland-Belgien-Luxemburg – und gerade deshalb wirksam. Das Angebot bindet Kaufkraft, verkürzt Pendelwege, schafft einen professionellen Rückzugsort für Home Office-Tage und hält die Region für Rückkehrer*innen attraktiv. Öffentlichkeitsarbeit bleibt pragmatisch: Amtsblatt, ein großes Banner im Eingangsbereich, Stoffbeutel mit Logo, Social-Media-Posts (Instagram/Facebook) und eine gepflegte Web-Präsenz. Der Besprechungsraum bleibt für externe Treffen buchbar, solange die Arbeitsruhe gewahrt ist.</p><p style="text-align: center;"><em>„Erst stabil auslasten, dann über Erweiterung sprechen. <br />Coworking hier ist ein Baustein der <br />Daseinsvorsorge – kein Selbstzweck.“<br /></em><em>(Marcel Palms)</em></p>								</div>
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									<p>Strategisch setzt die Verbandsgemeinde auf Konsolidierung statt Expansion: Erst wenn die obere Etage vollständig und dauerhaft ausgelastet ist, werden Erweiterungsoptionen geprüft. Parallel sollen Entstehungsgeschichte und Förderdetails aus der Vor-Corona-Phase dokumentiert und nachgereicht werden. Das Monitoring der Nachfrage läuft weiter – pragmatisch, nah an den realen Anfragen.</p><p>Prüm zeigt mit diesem Projekt, wie zeitgemäße kommunale Entwicklung sein kann, wenn sie nah an den Menschen bleibt. Der „Schreibtisch“ ist ein kleiner Raum – doch er verändert Wege, Tagesabläufe, Wohnentscheidungen und Perspektiven. Und vielleicht erzählt dieser Ort damit auch eine größere Geschichte: dass Zukunft in ländlichen Regionen oft dort beginnt, wo Freiräume sind – und Menschen bereit sind, diese neu zu denken.</p>								</div>
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									<h5><strong>Eifel</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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		<title>Ein historisches Pfarrhaus als Anker der medizinischen Versorgung – Mehren/Vulkaneifel als gelungenes Beispiel für die kooperative Sicherung daseinsvorsorgender Infrastruktur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2025 15:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesländer]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein historisches Pfarrhaus als Anker der medizinischen Versorgung Mehren/Vulkaneifel als gelungenes Beispiel für die kooperative Sicherung daseinsvorsorgender Infrastruktur Als der letzte Pfarrer Ende 2019 das barocke Pfarrhaus im rheinland-pfälzischen Mehren/Vulkaneifel verließ, stand das Gebäude plötzlich leer – und mit ihm eine über Jahrhunderte gewachsene Verbindung zwischen dem Dorf, den dort lebenden Menschen und der Kirche. Leerstand wäre die einfachste Lösung gewesen. Doch Mehren entschied anders: Statt aufzugeben, begann die Kath. Kirchengemeinde, Zukunft zu bauen. Zur selben Zeit nämlich suchte die Allgemeinmedizinerin Christel Werner neue Räumlichkeiten. Ihre bisherige Praxis im Dorf war mittlerweile zu klein geworden, die Mietverträge liefen aus und die Zeit drängte. So kreuzten sich die Wege und es entstand ein Projekt, das bis heute beispielhaft für die Sicherung der medizinischen Versorgung in ländlichen Räumen steht. „Wir wollten nicht nur ein Gebäude retten, sondern Versorgung sichern. Und das mitten im Dorf, nicht am Rand.“(Roland Thelen) Hausärztin Christel Werner mit Architekt und Verwaltungsratsmitglied Roland Thelen Die Vorderansicht des alten Pfarrhauses von der Hauptstraße aus Christel Werner kennt Mehren seit Jahren, sie arbeitete hier bereits seit dem Jahr 2010 und übernahm sechs Jahre später die Praxis ihres Vorgängers. Weggehen war keine Option, im Gegenteil: „Ich war hier angekommen“, sagt sie. Ihre Entscheidung, weiterhin vor Ort zu bleiben, war Ausgangspunkt für ein Vorhaben, das schließlich kirchliche Trägerschaft und kommunale Verantwortung auf innovative Weise verbindet. Das Ergebnis: ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus, das heute eine Arztpraxis beherbergt – mit Charakter und Strahlkraft. „Ich habe immer gedacht: Wenn ich das hier mache, dann richtig. Und wenn das Projekt gelingt, ist es ein Gewinn für alle.“(Christel Werner) In den Räumlichkeiten des alten Pfarrhauses ist neben modernen Behandlungsräumen der Charme des Gebäudes bei der Umnutzung erhalten geblieben Durch Engagement, Kooperation und gezielter Förderung zum Erfolg – ein gelungenes Zusammenspiel von Kirche, Kommune, einer engagierten Hausärztin und Drittmittelgebern Was heute selbstverständlich wirkt, war zunächst eine ungewöhnliche Idee. Die Kirchengemeinde hätte auch anders entscheiden können. Doch da war jemand, der eine Vision hatte und zugleich wusste, wie man sie umsetzt: Roland Thelen, Verwaltungsratsmitglied und Architekt, der seit Jahrzehnten kirchliche Bauprojekte begleitet. Zunächst hatte die Ortsgemeinde verschiedene Gebäude anhand des vorliegenden Dorfentwicklungskonzeptes geprüft– aber ohne Ergebnis. Erst ein Gespräch im richtigen Moment brachte die Lösung: das Pfarrhaus. Es handelt sich um einen Ort mit Geschichte, mitten im Dorfkern, gut erreichbar, mit genügend Potenzial für einen zeitgemäßen Praxisbetrieb. „Das Entscheidende war, dass wir nicht lange diskutiert, sondern sofort gehandelt haben. Der Leerstand war Chance, nicht Risiko.“ (Roland Thelen) Doch kirchliche Mittel waren ausgeschlossen, da es sich nun um eine wirtschaftliche Nutzung handelte. Thelen plante, rechnete – und identifizierte das LEADER-Programm als entscheidenden Hebel. Mit 175.000 Euro EU-Förderung und einem klaren Finanzierungskonzept konnte das Pfarrhaus mit veranschlagten Gesamtbaukosten von 375.000 € umgebaut werden. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin und Bauherrin schloss nun mit der Verbandsgemeinde Daun als Hauptmieterin den langfristigen Mietvertrag – eine Voraussetzung für Kreditsicherheit und Zuschuss. „Die Verbandsgemeinde hat verstanden: Ohne ärztliche Versorgung verliert ein Ort seine Mitte. Und sie hat Verantwortung übernommen.“ (Roland Thelen) Christel Werner mietete mit ihrer Arztpraxis wiederum unter – flexibel, aber verbindlich genug, um langfristig planen zu können. So entstand eine partnerschaftliche Dreierkonstruktion, die Kosten, Risiko und Verantwortung klug verteilt. „Dass die Verbandsgemeinde hinter uns steht, gibt Sicherheit. Es ist ein Modell, das Schule machen kann.“ (Christel Werner) Die neue Nutzung des alten Pfarrhauses in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche bringt nicht nur Leben zurück in das Gebäude, sondern auch in den Ortskern Herausforderungen und Hindernisse für die medizinische Versorgung – die Realität ländlicher Daseinsvorsorge in Deutschland Der Umbau selbst stellte weniger ein Problem dar. Es war ein ortsangepasster, respektvoller Eingriff. Tragende historische Elemente wie die Kölner Decken blieben erhalten; ein moderner Kubus als Anbau an der Gebäuderückseite ergänzt das Ensemble. Die Praxis funktioniert barrierefrei, kompakt, effizient, patientennah. Eine Belastung war hingegen der bürokratische Aufwand: Denkmalschutzauflagen, Ausschreibungen, Förderrichtlinien, Abrechnungsprüfungen. Insbesondere die förderrechtliche Feinarbeit bis zur letzten Rechnung wirkte hinderlich. Kleine Abweichungen führten zu Rückforderungen, denn die Sanierung und der Umbau von Alt- oder Bestandsbauten lassen sich nicht immer vollständig vorhersehen. „Bei historischen Gebäuden sieht man manche Dinge erst, wenn man die Wände öffnet. Trotzdem mussten alle Arbeitsschritte haargenau nachgewiesen werden.“(Roland Thelen) Während Umbau und Finanzierung grundsätzlich planbar waren, blieb die Versorgungslage die eigentliche Herausforderung. Landarztpraxen sind heute Knotenpunkte in einem System, das vielerorts überlastet ist: Fachärzte fehlen, Krankenhausstandorte schließen, Telemedizin ergänzt, ersetzt aber nicht und Papierarbeit nimmt Überhand. Christel Werner beschreibt es ruhig, aber klar: Das Problem ist strukturell, nicht individuell. „Die fachärztliche Versorgung ist eine Katastrophe. Wir improvisieren täglich – aber die Menschen brauchen echte Zugänge, nicht nur Geduld.“(Christel Werner) Auch Nachwuchsgewinnung ist schwierig: Viele junge Ärzt*innen möchten angestellt arbeiten, nicht allein Verantwortung tragen. Es zieht sie oftmals in größere Kliniken – und damit in die urbanen Räume. Dennoch hat Mehren Antworten gefunden: Ausbildung, Teamaufbau, Delegation durch qualifizierte Medizinische Fachangestellte (MFAs), familiäre Patientenbindung, ergänzende Telemedizin. „Bürokratie ist heute oft der größte Feind der Medizin. Und trotzdem mache ich es einfach – jeden Tag aufs Neue.“(Christel Werner)   Vom Leerstand zur daseinsvorsorgenden Infrastruktur – ein Modell für Orte mit Mut und Weitsicht Mehren hat mit dem Pfarrhausprojekt nicht nur eine neue Arztpraxis geschaffen. Der Ort hat gezeigt, wie Versorgung in ländlichen Räumen gelingen kann: durch frühzeitiges Handeln, ein starkes Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, ungewohnte Partnerschaften einzugehen. Die Praxis ist heute medizinischer Anlaufpunkt, sozialer Treffpunkt – und ein Symbol dafür, dass Dörfer Zukunft bauen können, wenn sie freie Räume intelligent nutzen. „Gesundheit gehört in die Mitte des Dorfes. Und Orte, die das begreifen, gewinnen Zukunft.“(Roland Thelen) Christel Werner wird – wie sie selbst sagt: „so Gott will“ – bis zum Jahr 2030 praktizieren. Schon jetzt sorgt das Team dafür, dass Kontinuität gesichert bleibt, dass nächste Generationen eingebunden werden und dass einerseits die Versorgung am Wohnort entscheidend ist, die richtige Haltung jedoch noch viel entscheidender ist. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich hier bin, dann bleibe ich auch für die Menschen. Und das mache ich so lange, wie ich kann.“(Christel Werner) Das Pfarrhaus in Mehren zeigt: Es braucht kein spektakuläres Konzept, um Wirkung zu entfalten. Es braucht Klarheit, Kooperation,]]></description>
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									<h3>Ein historisches Pfarrhaus als Anker der medizinischen Versorgung</h3><h4>Mehren/Vulkaneifel als gelungenes Beispiel für die kooperative Sicherung daseinsvorsorgender Infrastruktur</h4><p>Als der letzte Pfarrer Ende 2019 das barocke Pfarrhaus im rheinland-pfälzischen Mehren/Vulkaneifel verließ, stand das Gebäude plötzlich leer – und mit ihm eine über Jahrhunderte gewachsene Verbindung zwischen dem Dorf, den dort lebenden Menschen und der Kirche. Leerstand wäre die einfachste Lösung gewesen. Doch Mehren entschied anders: Statt aufzugeben, begann die Kath. Kirchengemeinde, Zukunft zu bauen. Zur selben Zeit nämlich suchte die Allgemeinmedizinerin Christel Werner neue Räumlichkeiten. Ihre bisherige Praxis im Dorf war mittlerweile zu klein geworden, die Mietverträge liefen aus und die Zeit drängte. So kreuzten sich die Wege und es entstand ein Projekt, das bis heute beispielhaft für die Sicherung der medizinischen Versorgung in ländlichen Räumen steht.</p><p style="text-align: center;"><em>„Wir wollten nicht nur ein Gebäude retten, sondern Versorgung sichern. <br />Und das mitten im Dorf, nicht am Rand.“<br />(Roland Thelen</em><em>)</em></p>								</div>
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									<p>Christel Werner kennt Mehren seit Jahren, sie arbeitete hier bereits seit dem Jahr 2010 und übernahm sechs Jahre später die Praxis ihres Vorgängers. Weggehen war keine Option, im Gegenteil: „Ich war hier angekommen“, sagt sie. Ihre Entscheidung, weiterhin vor Ort zu bleiben, war Ausgangspunkt für ein Vorhaben, das schließlich kirchliche Trägerschaft und kommunale Verantwortung auf innovative Weise verbindet. Das Ergebnis: ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus, das heute eine Arztpraxis beherbergt – mit Charakter und Strahlkraft.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ich habe immer gedacht: Wenn ich das hier mache, dann richtig. <br />Und wenn das Projekt gelingt, ist es ein Gewinn für alle.“</em><em><br /></em><em>(Christel Werner)</em></p>								</div>
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									<h4>Durch Engagement, Kooperation und gezielter Förderung zum Erfolg – ein gelungenes Zusammenspiel von Kirche, Kommune, einer engagierten Hausärztin und Drittmittelgebern</h4><p>Was heute selbstverständlich wirkt, war zunächst eine ungewöhnliche Idee. Die Kirchengemeinde hätte auch anders entscheiden können. Doch da war jemand, der eine Vision hatte und zugleich wusste, wie man sie umsetzt: Roland Thelen, Verwaltungsratsmitglied und Architekt, der seit Jahrzehnten kirchliche Bauprojekte begleitet.</p><p>Zunächst hatte die Ortsgemeinde verschiedene Gebäude anhand des vorliegenden Dorfentwicklungskonzeptes geprüft– aber ohne Ergebnis. Erst ein Gespräch im richtigen Moment brachte die Lösung: das Pfarrhaus. Es handelt sich um einen Ort mit Geschichte, mitten im Dorfkern, gut erreichbar, mit genügend Potenzial für einen zeitgemäßen Praxisbetrieb.</p><p style="text-align: center;"><em>„Das Entscheidende war, dass wir nicht lange diskutiert, sondern sofort gehandelt haben. Der Leerstand war Chance, nicht Risiko.“ <br />(Roland Thelen</em><em>)</em></p>								</div>
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									<p>Doch kirchliche Mittel waren ausgeschlossen, da es sich nun um eine wirtschaftliche Nutzung handelte. Thelen plante, rechnete – und identifizierte das LEADER-Programm als entscheidenden Hebel. Mit 175.000 Euro EU-Förderung und einem klaren Finanzierungskonzept konnte das Pfarrhaus mit veranschlagten Gesamtbaukosten von 375.000 € umgebaut werden. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin und Bauherrin schloss nun mit der Verbandsgemeinde Daun als Hauptmieterin den langfristigen Mietvertrag – eine Voraussetzung für Kreditsicherheit und Zuschuss.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die Verbandsgemeinde hat verstanden: Ohne ärztliche Versorgung verliert ein Ort seine Mitte. Und sie hat Verantwortung übernommen.“ <br />(Roland Thelen</em><em>)</em></p><p>Christel Werner mietete mit ihrer Arztpraxis wiederum unter – flexibel, aber verbindlich genug, um langfristig planen zu können. So entstand eine partnerschaftliche Dreierkonstruktion, die Kosten, Risiko und Verantwortung klug verteilt.</p><p style="text-align: center;"><em>„Dass die Verbandsgemeinde hinter uns steht, gibt Sicherheit. Es ist ein Modell, das Schule machen kann.“ <br />(Christel Werner</em><em>)</em></p>								</div>
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									<h4>Herausforderungen und Hindernisse für die medizinische Versorgung – die Realität ländlicher Daseinsvorsorge in Deutschland</h4><p>Der Umbau selbst stellte weniger ein Problem dar. Es war ein ortsangepasster, respektvoller Eingriff. Tragende historische Elemente wie die Kölner Decken blieben erhalten; ein moderner Kubus als Anbau an der Gebäuderückseite ergänzt das Ensemble. Die Praxis funktioniert barrierefrei, kompakt, effizient, patientennah. Eine Belastung war hingegen der bürokratische Aufwand: Denkmalschutzauflagen, Ausschreibungen, Förderrichtlinien, Abrechnungsprüfungen. Insbesondere die förderrechtliche Feinarbeit bis zur letzten Rechnung wirkte hinderlich. Kleine Abweichungen führten zu Rückforderungen, denn die Sanierung und der Umbau von Alt- oder Bestandsbauten lassen sich nicht immer vollständig vorhersehen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Bei historischen Gebäuden sieht man manche Dinge erst, <br />wenn man die Wände öffnet. Trotzdem mussten <br />alle Arbeitsschritte haargenau nachgewiesen werden.“<br />(Roland Thelen</em><em>)</em></p>								</div>
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									<p>Während Umbau und Finanzierung grundsätzlich planbar waren, blieb die Versorgungslage die eigentliche Herausforderung. Landarztpraxen sind heute Knotenpunkte in einem System, das vielerorts überlastet ist: Fachärzte fehlen, Krankenhausstandorte schließen, Telemedizin ergänzt, ersetzt aber nicht und Papierarbeit nimmt Überhand. Christel Werner beschreibt es ruhig, aber klar: Das Problem ist strukturell, nicht individuell.</p><p style="text-align: center;"><em>„Die fachärztliche Versorgung ist eine Katastrophe. <br />Wir improvisieren täglich – aber die Menschen brauchen <br />echte Zugänge, nicht nur Geduld.“</em><br /><em>(Christel Werner)</em></p><p>Auch Nachwuchsgewinnung ist schwierig: Viele junge Ärzt*innen möchten angestellt arbeiten, nicht allein Verantwortung tragen. Es zieht sie oftmals in größere Kliniken – und damit in die urbanen Räume. Dennoch hat Mehren Antworten gefunden: Ausbildung, Teamaufbau, Delegation durch qualifizierte Medizinische Fachangestellte (MFAs), familiäre Patientenbindung, ergänzende Telemedizin.</p><p style="text-align: center;"><em>„Bürokratie ist heute oft der größte Feind der Medizin. <br />Und trotzdem mache ich es einfach – jeden Tag aufs Neue.“</em><br /><em>(Christel Werner)</em></p><p> </p><h4>Vom Leerstand zur daseinsvorsorgenden Infrastruktur – ein Modell für Orte mit Mut und Weitsicht</h4><p>Mehren hat mit dem Pfarrhausprojekt nicht nur eine neue Arztpraxis geschaffen. Der Ort hat gezeigt, wie Versorgung in ländlichen Räumen gelingen kann: durch frühzeitiges Handeln, ein starkes Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, ungewohnte Partnerschaften einzugehen. Die Praxis ist heute medizinischer Anlaufpunkt, sozialer Treffpunkt – und ein Symbol dafür, dass Dörfer Zukunft bauen können, wenn sie freie Räume intelligent nutzen.</p><p style="text-align: center;"><em>„Gesundheit gehört in die Mitte des Dorfes. <br />Und Orte, die das begreifen, gewinnen Zukunft.“</em><br /><em>(Roland Thelen)</em></p><p>Christel Werner wird – wie sie selbst sagt: „so Gott will“ – bis zum Jahr 2030 praktizieren. Schon jetzt sorgt das Team dafür, dass Kontinuität gesichert bleibt, dass nächste Generationen eingebunden werden und dass einerseits die Versorgung am Wohnort entscheidend ist, die richtige Haltung jedoch noch viel entscheidender ist.</p><p style="text-align: center;"><em>„Ich habe immer gesagt: Wenn ich hier bin, dann bleibe ich auch für die Menschen. <br />Und das mache ich so lange, wie ich kann.“</em><br /><em>(Christel Werner)</em></p><p>Das Pfarrhaus in Mehren zeigt: Es braucht kein spektakuläres Konzept, um Wirkung zu entfalten. Es braucht Klarheit, Kooperation, Vertrauen – und Menschen, die das, was möglich ist, tatsächlich tun. In Zeiten knapper Ressourcen ist das vielleicht die wertvollste Ressource überhaupt: Entschlossenheit.</p>								</div>
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										</figure>
									</div>
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									<h5><strong>Eifel</strong></h5><p>Um mehr über die Region dieser Bereisung zu erfahren hier klicken.</p>								</div>
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