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Planung, Prozesse und Beteiligung

Kurzbeschreibung:

Beteiligungsverfahren sind strukturierte Prozesse, die darauf abzielen, die Bürger*innen sowie andere Interessengruppen in einer Stadt, Gemeinde oder Region aktiv in die Planung und Entscheidungsfindung einzubeziehen. Diese Verfahren fördern die Mitgestaltung und Mitverantwortung der Bevölkerung bei der Entwicklung ihrer Lebensräume. Zu den wichtigsten Zielen von Beteiligungsverfahren gehören:

  • Transparenz: Die Verfahren sollen Informationen über geplante Projekte und Entwicklungen bereitstellen, um das Vertrauen der Bürger zu stärken.
  • Diskurs und Perspektivvielfalt: Der Einbezug unterschiedlicher Akteur*innen dient dem Austausch von Meinungen, Ideen und Bedenken, sodass neue Impulse für die Planung generiert werden.
  • Qualitätssteigerung: Das Erschließen von Fachwissen und praktischen Erfahrungen der Bürger*innen kann die Qualität der Planungen insgesamt verbessern.

Beteiligungsverfahren können z. B. öffentliche Informationsveranstaltungen, Workshops, Diskussionsrunden, Befragungen oder Planungswerkstätten umfassen. Solche Formate sind für die Aktivierung von Leerstand zielführend, indem die Bürger*innen beispielsweise zu kreativen Lösungen für die Nach- oder Zwischennutzung beitragen.

Räumliche Ebene:

Stadt(teil), Quartier, Landkreis, Gemeinde, Dorf, Region

Zielrichtung des Instruments:

Partizipation, Öffentlichkeitsarbeit, Steigerung der Akzeptanz von Projekten, Erarbeitung von Standort-/Nutzungskonzepten, neue Impulse für die Stadt(teil)- und Kommunalentwicklung

Zielgruppe:

Einwohner*innen, Eigentümer*innen, Gewerbetreibende, Vereine, Initiativen

Anwendungsbeispiele:

Dorfregion Aller-Wölpe (Niedersachsen):
www.doerverden.de/portal/seiten/dorfregion-aller-woelpe-903000279-20620.html

Prötzel (Brandenburg) – Hof Prädikow:
wissen.zukunftsorte.land/orte/hof-praedikow (insb. Youtube-Film „Eine für alle – Unser Weg zur Dorfscheune“)

Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg):
www.villingen-schwenningen.de/wir-sind-fuer-sie-da/mitmachen/

Kurzbeschreibung:

Als Nutzungsmischung wird die Kombination verschiedener Nutzungsarten innerhalb eines bestimmten Gebietes oder Gebäudes verstanden. Das übergeordnete Ziel der Nutzungsmischung besteht darin, eine vielfältige und lebendige Umgebung zu schaffen, die unterschiedliche Bedürfnisse der Bewohner*innen und Nutzer*innen erfüllt. Dies kann beispielsweise die Kombination von Wohnraum, Gewerbe, Freizeit, Kultur und öffentlichen Einrichtungen umfassen. In der Stadtplanung wird das Instrument der Nutzungsmischung eingesetzt, um „kurze Wege“ zu ermöglichen und eine nachhaltigere Stadtstruktur zu erreichen. Die Kombination von Nutzungen kann außerdem dazu beitragen, strukturellen Leerstand zu überwinden und brachliegende Flächen zu reaktivieren.

Umsetzungsebene (räumlich):

Stadt, Gemeinde

Zielrichtung des Instruments:

Erarbeitung von Standort-/Nutzungskonzepten, Entwicklung von Gebäuden, Flächen und Infrastrukturen, neue Impulse für die Stadt(teil)- und Kommunalentwicklung

Zielgruppe:

Kommunen, Stadt- und Regionalplaner*innen, Akteur*innen der Stadt- und Regionalentwicklung, Gewerbetreibende (und weitere potenzielle Nutzer*innen), Investor*innen, Eigentümer*innen

Anwendungsbeispiele:

Bad Feilnbach – Tannenhof (Bayern):
https://wohnungsbaukonferenz.de/wbk-projekt/tannenhof-bad-feilnbach/

Esslingen – Neue Weststadt (Baden-Württemberg):
https://neue-weststadt.de/

Lutherstadt Wittenberg – Speckebach (Sachsen-Anhalt):
https://www.speckebach.de/

Kurzbeschreibung:

Die Entwicklung von Räumen oder Orten wird in der Praxis oft über Wettbewerbe forciert. Hierbei handelt es sich um strukturierte Verfahren, bei denen Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Regionalentwickler*innen und andere Fachleute zur Einreichung von innovativen Konzepten für städtebauliche Projekte oder spezifische Entwicklungsgebiete eingeladen werden. Diese Wettbewerbe dienen dazu, kreative Ideen zu fördern und die besten Lösungen für städtebauliche Herausforderungen zu finden. Sie können von Kommunen, privaten Entwickler*innen oder anderen Institutionen organisiert werden. Die eingereichten Entwürfe werden von einer Jury bewertet, die aus Fachleuten und Vertreter*innen der Öffentlichkeit bestehen kann. Die besten Entwürfe dienen in der Regel als Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung von Projekten.

Räumliche Ebene:

Stadtteil, Quartier, Freiraum/Brachfläche, Gemeinde(teil), Dorf

Zielrichtung des Instruments:

Erarbeitung von Standort-/Nutzungskonzepten, Entwicklung von Gebäuden, Flächen und Infrastrukturen, neue Impulse für die Stadt(teil)- und Kommunalentwicklung, Partizipation, Öffentlichkeitsarbeit

Zielgruppe:

Kommunen, Architekt*innen, Stadt- und Regionalplaner*innen, Investor*innen, Gründer*innen, Kreativschaffende, Vereine, Initiativen, Einwohner*innen

Anwendungsbeispiele:

Wettbewerb „Erfolgsraum Altstadt“ (Mecklenburg-Vorpommern):
www.ihk.de/schwerin/standort-westmecklenburg/handel-und-stadtentwicklung/ihk-handel/wettbewerb-erfolgsraum-altstadt

Studentischer Ideenwettbewerb „Stadt Land Quartier“ (Nordrhein-Westfalen):
www.th-owl.de/gestaltung/forschung/urbanlab/wissenstransfer/wettbewerbe/wettbewerb-stadt-land-quartier/ergebnisse/

Leerstandswettbewerb Wittenberge (Brandenburg):
www.wittenberge.de/texte/seite.php?id=715610

Kurzbeschreibung:

Zwischennutzung bezeichnet die temporäre Nutzung von leerstehenden Gebäuden, Flächen oder Räumen, bevor diese einer dauerhaften Verwendung zugeführt werden. Diese Art der Nutzung kann verschiedene Formen annehmen, z. B. kulturelle Veranstaltungen, Pop-up-Stores, Ateliers, Galerien, Coworking-Spaces oder Gemeinschaftsgärten. Die Vorteile von Zwischennutzungen sind vielfältig:

  • Belebung des Raums: Leerstehende Flächen werden aktiv genutzt, was zur Belebung des Stadtbildes und zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.
  • Kreativität und Innovation: Zwischennutzungen bieten Raum für kreative Projekte und neue Ideen, die auf anderem Weg kaum umgesetzt werden können.
  • Soziale Interaktion: Sie fördern die Begegnung und den Austausch zwischen Menschen, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
  • Testfeld für Konzepte: Zwischennutzungen können als Experimentierfeld dienen, um neue Nutzungskonzepte zu erproben, die später in eine dauerhafte Nutzung überführt werden können.
  • Wirtschaftliche Impulse: Sie können lokale Wirtschaft und Unternehmertum ankurbeln, indem sie neuen Geschäftsmodellen und Start-ups eine Plattform bieten.

Zahlreiche Städte und Gemeinden sehen Zwischennutzungen als eine sinnvolle Strategie, um Leerstand zu aktivieren und gleichzeitig die Standortattraktivität zu erhöhen.

Umsetzungsebene (räumlich):

Stadt(teil), Quartier, Freiraum/Brachfläche, Gemeinde(teil), Dorf

Zielrichtung des Instruments:

Erprobung von Standort-/Nutzungskonzepten, Förderung von Kreativität und Begegnung, neue Impulse für die Stadt(teil)- und Kommunalentwicklung, Partizipation

Zielgruppe:

Akteur*innen der Stadt- und Regionalentwicklung, Eigentümer*innen, Gewerbetreibende, Gründer*innen, Kreativschaffende, Vereine, Initiativen, Einwohner*innen

Anwendungsbeispiele:

https://neulandia.de/summer-of-pioneers/

Coburg (Bayern) – Zwischenzeit Steinweg:
http://www.wohnen-coburg.de/zwischenzeit/

Grabow (Mecklenburg-Vorpommern) – Summer of Pioneers:
https://grabow-pioneers.de/

Grebenstein (Hessen) – Pop-up-Coworking-Space:
https://www.coworking-nordhessen.de/eroeffnung-des-pop-up-coworking-space-in-grebenstein/

Landau (Rheinland-Pfalz) – Zwischenwohnen:
https://leerstand-landau.de/2023/11/12/zwischenwohnen-ein-praxisbeispiel/

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