Neues Leben auf altem Grund
Wie erst drei, jetzt vier, Initiator*innen das Alte Postgelände in Strausberg in ein Kultur- und Wohnquartier verwandeln
Das ehemalige Postgelände in Strausberg hat eine bewegte Geschichte und bietet mit seinen rund 25 Hektar Wald sowie fünf Hektar bebauter Fläche enormes Entwicklungspotenzial. Auch die Stadt selbst blickt auf eine lange militärische Vergangenheit zurück. Seit dem 18. Jahrhundert Garnisonsstadt und zu DDR-Zeiten Sitz des Verteidigungsministeriums, spiegelt sich diese Historie auch auf dem Gelände wider. Auf den ersten Blick wirkt das Areal eher unscheinbar: ein Plattenbau im Zentrum, einst Büro- und Verwaltungstrakt und heute unter Denkmalschutz, dazu ein paar kleinere Gebäude und Hallen. Doch das eigentlich Beeindruckende verbirgt sich unter der Erde: Mit einer Fläche von 8.500 Quadratmetern auf mehreren Ebenen erstreckt sich hier die einst größte Nachrichtenbunkeranlage der DDR, die sogenannte Nachrichtenzentrale-2. Nach der Wiedervereinigung ging das Areal über die Deutsche Post an die Deutsche Telekom AG.
„Wir haben das Gelände nicht gesucht – es hat uns gefunden.“
(Matthias Merkle)
Im Jahr 2010 übernahm Matthias Merkle das Gelände, inklusive aller Gebäude, Waldflächen und des Bunkers. Ursprünglich war das Ziel, die große Waldfläche zu erhalten – doch schon bald entwickelte sich daraus eine Vision für ein nachhaltiges Wohn- und Kulturquartier. Gemeinsam mit Melanie Seeland und Antje Borchardt nahm Merkle das Projekt in Angriff. Als ein anderer Käufer absprang, ergriffen sie die Chance und begannen, den Ort Schritt für Schritt neu zu gestalten.
Wer heute über das alte Postgelände am Rande von Strausberg spaziert, spürt sofort: Hier entsteht etwas Neues – und doch ruht über allem eine Geschichte. Zwischen alten Hallen, mächtigen Kiefern und den Relikten des Kalten Krieges formt sich seit einigen Jahren ein besonderer Ort. Strausberg, ein Mittelzentrum östlich von Berlin, war lange Zeit von militärischer Nutzung geprägt. Doch nach der Wiedervereinigung fielen zahlreiche Flächen brach, während kulturelles Leben vor allem im nahegelegenen Berlin stattfand. Genau das wollten die drei Initiator*innen ändern. Sie sahen die Chance, einen Freiraum zu schaffen – einen Raum für Kunst, Handwerk und Nachbarschaft.
Mit Theateraufführungen, Ausstellungen und einer Gaststätte gelang es ihnen, erste Brücken zu schlagen. Das Theater auf dem Gelände wurde zu einem Ort des Dialogs – für Künstler*innen, Handwerker*innen, Familien, alteingesessene Strausberger und neugierige Besucher. Aus einem Gelände mit schwerer Vergangenheit wächst so Schritt für Schritt ein lebendiger Ort für die Zukunft.
Mit Hartnäckigkeit, Engagement und einer Idee – aus gemeinsamer Arbeit wächst ein Ort für alle
2017 eröffnet das Theater; parallel wächst die Holzwerkstatt, später die Gastronomie Schmorpost. Und aus der Nutzung heraus bildet sich eine Wohnungsgenossenschaft für das große Bestandsgebäude. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Helle, hohe Räume, günstige Mieten – laut Matthias Merkle etwa fünf Euro warm, für mindestens 25 Jahre abgesichert. Die Entscheidung gegen chic und für eine Öffnung für Personen von außen war bewusst: „Wenn Neubau später teurer wird, brauchst Du Orte, die sozial durchlässig bleiben.“ Die Öffnung war jedoch teilweise auch aus der Not heraus geboren und der drängenden Zeit geschuldet, das ehemalige Büro- und Verwaltungsgebäude einer neuen Nutzung zuzuführen. Alle Personen und Vereine, die heute in dem Gebäude vorzufinden sind, wurden mit ihrem Einzug Teil der Genossenschaft.
„Wir hatten gehofft, eine Gruppe zu finden, die das Haus übernimmt.
Stattdessen haben wir mit Nutzer*innen die Genossenschaft gegründet.“
(Matthias Merkle)
Strukturell steht das Vorhaben auf drei Füßen: eine gemeinnützige UG für das Theater, eine GmbH für Gastronomie und Holzwirtschaft, eine Besitzgesellschaft für die Immobilienentwicklung. „Die Bank will Gewährleistung, Versicherungen, klare Kostenträger – das ist richtig“, erklärt Merkle. „Kulturförderung [für das Theater] kommt vom Land, etwas vom Bund, „von der Stadt nur sehr wenig“. Der Rest wird erwirtschaftet: durch Genossenschaftsmieten, Gastronomie, Holzwirtschaft – und jahrelange Eigenleistung. „Als die Schmorpost endlich genehmigt war, standen wir selbst in der Küche und am Tresen“, sagt Merkle. „Zwei Jahre lang, bis wir Löhne tragen konnten.“
„Förderungen bringen Netzwerke und Legitimation.
Es hätte uns früher Integrität verliehen, die wir dann mühsam nachweisen mussten.“
(Matthias Merkle)
Dass viele klassische Förderprogramme wie LEADER oder die Städtebauförderung nicht passten, kostete nicht nur Geld, sondern auch Hebel. Laut Merkle lebt das Projekt von Zeit, die niemand bezahlt und von einer Hartnäckigkeit, die man nicht planen kann. In den Leerzeiten wurde der Wald gepflegt, der Bunkerbereich ausgelichtet, Wege angelegt – keine großen Gesten, aber sichtbare Zeichen für Menschen, die spazieren gehen und beiläufig zu Nutzer*innen werden. So entsteht auch eine Art von Bindung, die nicht durch Pläne, sondern durch Benutzbarkeit entsteht.
„Ohne Ehrenamt geht es nicht,
aber es bräuchte mehr Würdigung dafür.“
(Melanie Seeland)
Ein Ort im Wandel – das alte Postgelände wird zum lebendigen Kultur- und Wohnquartier
Am Eingang des Geländes passiert man die alte Pforte, in der sich seit Ende 2021 eine Gastwirtschaft, die bereits erwähnte Schmorpost, befindet. Die Gastronomie stellt einen der bereits abgeschlossenen Entwicklungsschritte dar. Die Eröffnung war aber nicht nur für die Initiator*innen ein wichtiger Meilenstein. Sie sorgt auch für Außenwirkung und lockt Menschen aus dem Ort auf das alte Postgelände.
Finanziert und umgenutzt wurde die Schmorpost aus Eigenmitteln bzw. mit Eigenleistung. Die Innenausstattung ist aus dem eigenen Holz und wurde größtenteils in der Waldwirtschafterei gefertigt. Bestuhlung und andere Teile der Einrichtung sind gebraucht und werden hier nun weiterverwendet. Zur Schmorpost gehört auch ein Biergarten für die sonnigen Tage.
In einer der alten Hallen wurde ein Theater eingerichtet, die „Die Andere Welt Bühne“, die das kulturelle Angebot der Region erweitert. Mit der Veranstaltung von Workshops sowie Angebote für Kinder und Jugendliche haben die Initiator*innen zudem einen gesellschaftlichen Auftrag angenommen. Hierfür geht Melanie Seeland, die für den Betrieb des Theaters verantwortlich ist, Kooperationen mit Kindergärten und Schulen der Stadt ein und schafft Angebote für interessierte Bürger*innen.
Den Bau der Innenausstattung übernahmen die Initiator*innen selbst. In der Waldwirtschafterei fertigten sie beispielsweise die aufwendigen Bühnenelemente. Die Bestuhlung und Teile der Technik wurden von befreundete Berliner Theatern gestiftet, die damit einen wichtigen Beitrag für die Eröffnung des Theaterbetriebs leisteten. Neben den erbrachten Eigenleistungen trägt sich „Die Andere Welt Bühne“ über Förderungen des Landes Brandenburg – insbesondere durch die Kulturförderung. Und der Erfolg bestätigt die Bemühungen und motiviert die Betreiber*innen. Das Theater lockt neben den Menschen aus der Region auch Publikum aus dem nahliegenden Berlin nach Strausberg.
In einer anderen Halle auf dem alten Postgelände befindet sich die besagte Waldwirtschafterei. Die Holzwerkstatt stellt einen wesentlichen und wichtigen Bestandteil des Vorhabens dar. Hier werden neben Auftragsarbeiten insbesondere die Ausstattungen für den eigenen Gebrauch – wie Bühnenelemente für das Theater oder die Innenausstattung für die Schmorpost – sowie die Elemente für die Häuser für das „Wohnen am Waldrand“ gefertigt.
Der Aufbau der Werkstatt sowie die Anschaffung von Maschinen und des eigenen mobilen Sägewerks – das sich an einer anderen Stelle auf dem Gelände im Einsatz befindet und die gefällten Bäume zu Bauholz verarbeitet – wurden mit eigenen Mitteln finanziert. Anschaffungs- und Betriebskosten können zum Teil durch Auftragsarbeiten und durch den Aufbau des Wohnquartiers sowie dessen Einnahmen gedeckt werden.
Auf dem Gelände entsteht zusätzlich zu dem kulturellen und gastronomischen Angebot ein kleines nachhaltiges Wohnquartier, welches zukünftig noch erweitert werden könnte. Der Nachhaltigkeitsaspekt ergibt sich aus der Art und Weise des Hausbaus. Es handelt sich um Holzhäuser, deren Bau einem ressourcenschonenden, kreislauforientierten Ansatz folgt. Fenster werden nachgenutzt; das Holz stammt vom eigenen Gelände ohne nennenswerte Transportwege und wird vor Ort verarbeitet. Außerdem stehen die Neubauten auf Punktfundamenten, für welche nur geringe Mengen Beton benötigt werden. Zudem lässt die Bauweise den kompletten Rückbau der Häuser zu.
Die Finanzierung des Projekts „Wohnen am Waldrand“ setzt sich aus Eigenmitteln aus der laufenden Kreditfinanzierung und den bereits geleisteten Zahlungen von Genossenschaftsanteilen zukünftiger Bewohner*innen zusammen. Das erste Haus wird bereits bewohnt und das zweite steht kurz vor dem Bezug. Weitere Häuser befinden sich im Bau, sind zum Teil bereits verkauft oder warten auf Bewohner*innen. Potenzielle Nutzer*innen steigen demnach nach einem genossenschaftlichen Modell, mit ihren persönlichen finanziellen Mitteln, in das Vorhaben ein, werden dadurch Miteigentümer*innen aller Häuser und mieten ihr eigenes Haus bzw. ihre eigene Wohnung.
Für die Zukunft sind auf dem alten Postgelände noch weitere Projekte geplant. Beispielsweise soll ein Atelier-Haus auf einer freien Fläche erbaut werden, und zwar in Form eines Holzskelettbaus mit integrierten Seecontainern, betrieben mit Geothermie und Photovoltaik. Inspiriert von Berliner Fabriketagen der 1980/90er Jahre bietet das Gebäude flexible Atelierwohnungen (40–160 qm), Coworking-Räume, Gästezimmer sowie einen Seminarraum. Das Projekt richtet sich vor allem an Künstler*innen, Kollektive und kreative Wohnformen. Coworking-Räume und Gästezimmer werden auch befristet nutzbar sein. Das Ziel ist ein lebendiger, dynamischer Ort mit einer Kombination aus wechselnder und bleibender Gemeinschaft.
Darüber hinaus sollen in Zukunft weitere Projekte angegangen und umgesetzt werden. Für die nahe Zukunft soll dies mit den Wissensspeicher – oder einfach nur SPEICHER – geschehen. Dieser hat bereits seine Türen für Interessierte geöffnet und wartet derzeit auf seine Wiedereröffnung. Es handelt sich hierbei um ein Bildungsprojekt zur Wissensvermittlung für eine nachhaltige und gerechte Gestaltung der Welt und seiner Gesellschaft. Der Wissensspeicher richtet sich an jeden interessierten Menschen, da aus der Sicht der Initiator*innen des Projekts ein Wandel der Welt zu einer besseren nur zusammen gelingt. Auf dem alten Postgelände findet der SPEICHER einen festen Platz und wird durch die Initiatorin Mona el Gammal betreut. Zusätzlich zum SPEICHER ist eine langfristige Nutzung des Bunkers als Kulturbunker und Museum geplant. Dabei handelt es sich momentan noch eher um einen Wunsch, als um eine konkrete Planung, aber erste Überlegungen und ein reger Austausch mit dem Verein „Orte der Geschichte“ – der sich bereits 2012 mit dem Ziel, den Bunker zu einem außerschulischen Lern- und Bildungsort zu entwickeln, gegründet – finden bereits statt.
Förderlücken und Verwaltungschaos – wie Bürokratie kulturelle Transformation verlangsamt
Nach Aussage der Initiator*innen bestand die größte Hürde in einer Verwaltung, die politisch Gewolltes administrativ ausbremste. Der Bebauungsplan war 2022 beschlossen, aber monatelang nicht veröffentlicht. Was formal als „vereinfachtes“ Verfahren vorgesehen war, wurde de facto zum „Normalgang“ mit extralangen Genehmigungsschleifen. Fristen, die rechtlich klar sind, gerieten zu dehnbaren Empfehlungen, Akten waren unvollständig, Gespräche blieben mündlich und damit unverbindlich.
„Du fängst an, an der Rechtsstaatlichkeit des Alltags zu zweifeln,
weil Dir niemand etwas Schriftliches gibt und mündlich
Gesagtes am nächsten Tag nicht mehr gilt.“
(Matthias Merkle)
Zu dieser Trägheit kam ein institutionelles Ping-Pong zwischen Stadt und Landkreis. Die Stadt verwies auf den Kreis als Genehmigungsbehörde, der Kreis wiederum auf negative Stellungnahmen der Stadt. „Verantwortlich war am Ende niemand“, sagt Melanie Seeland. Dass Verträge Jahre später von neuem Personal „neu interpretiert“ wurden, verschärfte die Lage. Der Rechtsweg stand theoretisch offen, praktisch aber war er kaum gangbar, weil Verwaltungsgerichte überlastet sind.
„Da wird der Schwarze Peter hin- und hergeschoben,
bis Zeit die Entscheidung ersetzt.
Der einzig wirksame Hebel ist so langsam,
dass er für lebendige Projekte faktisch nicht existiert.“
(Matthias Merkle)
Die Verschleppung hatte einen Preis, der sich in Mieten und Betriebskosten niederschlägt. Auch das Theater, die Gastronomie und die Werkstatt spürten die Verzögerung unmittelbar: Ein vorgesehener Küchenchef sprang ab, weil die Genehmigung nicht kam. Am Ende kochten die Initiator*innen zwei Jahre lang selbst, um den Laden überhaupt öffnen und Personal finanzieren zu können. Durch die Sanierung in Eigenleistung wurde der Betrieb am alten Postgelände aufrechterhalten, während die finanziellen Puffer eigentlich schon längst aufgebraucht waren. Um das Projekt am Leben zu halten, wurde die Holzwerkstatt zur „Überbrückungsökonomie“: Die Fertigung von Geräten für Spielplätze und Möbel lieferte die notwendigen Mittel, um Planungskosten zu tragen und gleichzeitig Wissen aufzubauen. Dass die Schmorpost ausgerechnet in der Corona-Zeit eröffnete, führte jedoch zu neuen Herausforderungen: Preissteigerungen, unsichere Nachfrage, dazu die lokale Gewohnheit, nach 19 Uhr nicht mehr essen zu gehen.
„Zuerst kam um diese Uhrzeit niemand,
bis die Leute merkten: Um 20 Uhr essen geht ja doch.
Veränderung ist eine geduldige Kulturtechnik.“
(Matthias Merkle)
Eine weitere systemische Hürde betrifft die Förderprogrammatik: Das Gebiet des alten Postgeländes kommt weder für die klassischen Programme der Städtebauförderung noch für die LEADER-Förderung in Frage. Damit fehlten nicht nur Zuschüsse, sondern auch die Netzwerke sowie die „weiche“ Legitimation, die solche Förderungen gegenüber Verwaltungen erzeugen. Förderungen sind dabei mehr als nur finanzielle Mittel, sie haben eine Hebelwirkung und stellen gewissermaßen eine Art Schutzschild dar. Stattdessen trug die Konstruktion aus gemeinnütziger UG (Theater), GmbH (Gastronomie/Holzwirtschaft) und Besitzgesellschaft (Immobilien) die Finanzierung – kompliziert, aber belastbar. Kulturförderung vom Land Brandenburg sowie kleinere Bundesmittel halfen, während von der Stadt Strausberg eher wenig kam. Den Rest leisteten Ehrenamt, Privatdarlehen aus dem Umfeld der Initiator*innen und ein „dickes Fell“. Die gesellschaftliche Würdigung des Engagements blieb zunächst überschaubar, obwohl gerade diese unbezahlte Zeit das Projekt trug: Wald pflegen, Bunkerbereich auslichten, Wege anlegen, Veranstaltungen durchführen, Publikum langsam gewinnen.
„Wir sind keine guten Netzwerker – wir arbeiten.“
(Matthias Merkle)
Hinderlich war nicht nur, was entschieden wurde, sondern auch wie: Fehlende Kommunikation, fehlende Verbindlichkeit, fehlende Zuständigkeit. Antworten auf wesentliche Fragen blieben vage oder gänzlich aus. Selbst kreative, reversible Bauweisen – modular, im Zweifelsfall versetz- oder sogar rückbaubar – änderten am Grundtempo der formalen Prozesse wenig. Bekannte Netzwerke wie das „Netzwerk Zukunftsorte“ halfen sichtbar zu bleiben, ersetzten das tägliche Tun jedoch nicht.
Transformation eines Ortes: Vom Postgelände mit Geschichte zum Zukunftsquartier
Das ehemalige Postgelände in Strausberg zeigt beispielhaft, wie Orte mit schwerer Geschichte in lebendige Zukunftsräume verwandelt werden können. Was als Vision einiger weniger begann, hat sich durch Hartnäckigkeit, gemeinschaftliches Engagement und kreative Nutzung zu einem wachsenden Kultur- und Wohnquartier entwickelt. Theater, Holzwerkstatt, Gastronomie und Wohnprojekte bilden heute ein stabiles Fundament, das nicht nur kulturelle Vielfalt ermöglicht, sondern auch sozialen Zusammenhalt und nachhaltige Entwicklung fördert. Trotz massiver bürokratischer Hürden und fehlender Förderstrukturen ist es den Initiator*innen dank jahrelanger Eigenleistung gelungen, einen offenen Raum zu schaffen, der Menschen zusammenbringt und neue Perspektiven eröffnet. Der Umbau der Schmorpost, die Etablierung der „Andere Welt Bühne“ und die ersten ökologischen Wohnhäuser zeigen, dass Transformation von unten gelingen kann – wenn Ausdauer, Gemeinschaftssinn und ein klarer Gestaltungswille zusammenkommen.
In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich das Gelände weiterentwickelt: Geplant sind Atelier-Häuser, Coworking-Bereiche, Bildungsprojekte sowie die kulturelle Erschließung des Bunkers. Damit wächst der Ort nicht nur baulich, sondern auch in seiner gesellschaftlichen Bedeutung – als Labor für neue Formen des Zusammenlebens, des nachhaltigen Bauens und der gemeinschaftlichen Nutzung von Raum.
„Wir glauben an diesen Ort. Er ist ein kultureller Farbklecks
in einer Region, die genau das braucht.
Wenn wir hier Menschen zusammenbringen –
zum Reden, Denken, Feiern –, dann ist das
die beste Stadtentwicklung, die es geben kann.“
(Matthias Merkle)
Das Projekt auf dem alten Postgelände beweist, dass kulturelle und soziale Transformation nicht von oben verordnet werden muss. Sie kann entstehen, wenn Menschen Freiräume mutig gestalten, Verantwortung übernehmen und sich nicht von Hürden entmutigen lassen. Aus einem verlassenen Areal ist ein lebendiger Ort entstanden, der Geschichte bewahrt und Zukunft gestaltet – ein Impuls, der weit über Strausberg hinaus Strahlkraft entfalten kann.
Brandenburg
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